Schlafstörungen

Wenn die Nacht zur Qual wird ...

Seite 5 von 10

Nächsten Inhalt anzeigen
Konsument 1/2003 veröffentlicht: 16.12.2002

Inhalt

Arztbesuch bei längerer Schlafstörung

Wenn man seit mindestens einem Monat drei bis vier Nächte in der Woche schlecht schläft und sich tagsüber müde, erschöpft, antriebslos und in seiner Leistungsfähigkeit eingeschränkt fühlt, sollten die Ursachen der Störung jedoch ärztlich abgeklärt werden. Leider scheuen sich viele Betroffene, den Arzt wegen derartiger „Kleinigkeiten“ aufzusuchen: In Österreich ist jeder Vierte schlafgestört, nur jeder Dritte spricht darüber mit seinem Arzt und dies, obwohl in 80 Prozent der Fälle die Beschwerden bereits seit mehr als einem Jahr bestehen. Doch schlechter Schlaf mindert nicht nur das Wohlbefinden, er macht auch krankheitsanfälliger, wirkt sich langfristig auf Herz und Kreislauf negativ aus, und durch ständige Übermüdung steigt auch die Unfallgefahr.

Schlaflabors

Häufig sind die niedergelassenen Ärzte jedoch nicht speziell für die Behandlung von Schlafstörungen ausgebildet und erkennen Ursachen wie beispielsweise Schlafanfallsucht (Narkolepsie), übermäßige Arm- und Beinbewegungen (Restless Legs Syndrome) oder etwa das Zusammenspiel mehrerer den Schlaf beeinflussender Faktoren nicht. Haben Sie also den Eindruck, dass die von Ihrem Arzt empfohlenen Maßnahmen nach etwa einem Monat noch immer nicht wirken, wenden Sie sich an eine schlafmedizinische Ambulanz. Dort kann entweder gleich geholfen werden, oder es folgt die Überweisung in spezielle Schlaflabors, in denen der Schlaf und verschiedene Körperfunktionen während der Nacht genau überwacht und gemessen werden. Oft können die Spezialisten rasch und gezielt helfen. Viele Patienten haben aber oft bereits Jahre des Leidens hinter sich, bevor sie ins Schlaflabor kommen. Da muss dann, auch wenn die Ursache der Beschwerden beseitigt ist, erst wieder langsam Schlafen gelernt werden, damit die Nächte ununterbrochen, ruhig und erholsam werden.

Interview mit Dr. Gerda Saletu-Zyhlarz

Konsument sprach mit Dr. Gerda Saletu-Zyhlarz, FA für Psychiatrie und Neurologie, Leiterin der Schlafambulanz an der Uni-Klinik in Wien

Konsument: Woran erkenne ich eine behandlungsbedürftige Schlafstörung?
Dr. Gerda Saletu-Zyhlarz: Als behandlungsbedürftig gelten Schlafstörungen dann, wenn sie öfter als dreimal pro Woche und länger als einen Monat auftreten.

Konsument: An wen wende ich mich?
Dr. Gerda Saletu-Zyhlarz: Erster Ansprechpartner wegen Schlafstörungen sollte immer der praktische Arzt sein, der hoffentlich über das Thema Schlafstörungen und Schlafhygiene am Laufenden ist. Er sollte den Hintergrund der Schlafstörung klären sowie die Zuordnung der Schlafstörung in den Bereich der organischen oder der nichtorganischen Schlafstörungen treffen können. Aufgrund der Verdachtsdiagnose kann das weitere Vorgehen einerseits in einem der Schlafstörung entsprechenden Behandlungsversuch münden oder, wenn es um das Verifizieren der Schlafstörung geht, auch zu einer Überweisung an eine Spezialeinrichtung wie Facharzt, Schlafmediziner, Schlafambulanz oder Schlaflabor führen.

Konsument: Wann ist der Weg zu den Spezialisten angezeigt?
Dr. Gerda Saletu-Zyhlarz: Bei Unklarheiten über Art und Ursprung der betreffenden Schlafstörung oder bei Nichtansprechen auf die zunächst eingeschlagene Therapie.

Konsument: Wie finde ich das richtige Schlaflabor?
Dr. Gerda Saletu-Zyhlarz: Die in Österreich von der Österreichischen Gesellschaft für Schlafmedizin und Schlafforschung (ÖGSMSF) anerkannten Schlaflabors sind der Homepage der Gesellschaft (www.schlafmedizin.at) zu entnehmen, beziehungsweise unter (0512) 504/3890 telefonisch zu erfragen.

Bewertung

Wertung: 2 von 5 Sternen
2 Stimmen
Weiterlesen
KONSUMENT-Probe-Abo