KONSUMENT.AT - Schönheitschirurgen: Beratungstest - Testkriterien

Schönheitschirurgen: Beratungstest

Nicht nur schöne Ergebnisse

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Konsument 1/2010 veröffentlicht: 03.12.2009, aktualisiert: 16.12.2009

Inhalt

Testkriterien

Zwei Testpersonen besuchten unabhängig voneinander 10 Wiener Ärzte, die laut ihrer Homepage umfangreiche schönheitschirurgische Leistungen anbieten, sowie eine Klinik in Bratislava (Slowakei) und eine Schönheitsklinik in Mosonmagyaróvár (Ungarn).

Bei den Testpersonen handelte es sich um eine junge Frau, die angab, ihre Brüste vergrößern lassen zu wollen (Testszenario 1), und um einen Mann, der eine umfangreiche Ohrkorrektur wünschte (Testszenario 2). Beide gaben an, sich über die gewünschte OP informieren zu wollen. Sie wurden angehalten, nicht explizit nachzufragen, da uns interessierte, welche Informationen der Arzt jeweils von sich aus gibt.

Das Beratungsgespräch wurde von den Testern nach dem Besuch in einem Erhebungsbogen dokumentiert.

Folgende Testkriterien wurden zur Beurteilung herangezogen:

Telefon und Warteraum: Es wurde erhoben, ob über die Kosten des Gespräches aufgeklärt wurde, ob Informationsmaterialien und Aufklärungsbögen abgegeben wurden bzw. auflagen und ob es zu Wartezeiten kam.

Beratung und Aufklärung: Laut Ärztegesetz muss die Aufklärung umso umfangreicher erfolgen, je weniger dringlich der medizinische Eingriff bzw. eine Behandlung ist. Die Beratung und Aufklärung setzt sich aus sechs verschiedenen Kategorien zusammen.

  • Allgemeines: Es wurde erhoben, wer die Beratung durchführte, ob auf die Wünsche des Patienten eingegangen wurde und ob sich der Berater über mögliche Kontraindikationen erkundigte.
  • Operationsablauf: Wir wollten wissen, ob unseren Testern die Operationsmethoden erklärt wurden, die Dauer der OP angegeben, der grobe Operationsablauf dargestellt und die Narkoseform (Voll- oder Teilnarkose) erwähnt wurde. Es kann nicht davon ausgegangen werden, dass ein medizinischer Laie unter Narkose eine Vollnarkose versteht.
  • Vorbereitung: Wer sich für einen schönheitschirurgischen Eingriff entscheidet, muss mit Einschränkungen vor und nach der Operation rechnen. Möchte der Patient, solange er nicht gesellschaftsfähig ist, zuhause bleiben, dann darf er dafür keinen Krankenstand nehmen, sondern muss Urlaub beantragen. Auch auf den Medikamentenkonsum (z.B. Mittel gegen Schmerzen und Fieber) muss vor einem operativen Eingriff geachtet werden.
  • Nachbehandlung und Erfolg: Bewertet wurde, ob der Arzt darüber aufklärte, mit welchen Einschränkungen nach der Operation zu rechnen ist (z.B. kein Duschen und Baden, Sportverbot, Tragen von Verbänden usw.) und wann ein endgültiges Ergebnis zu erwarten ist.
  • Nebenwirkungen und Risiken: Jede Operation bringt gewisse Nebenwirkungen wie Schmerzen und Schwellungen und eventuell auch Komplikationen mit sich, selbst wenn der Eingriff als risikolos gilt. Komplikationen können Wundheilungsstörungen, Infektionen, Durchblutungsstörungen, Narbenbildung, Narkosezwischenfälle und je nach Eingriff Weiteres sein.
  • Kosten: Wir wollten wissen, wie transparent über Kosten aufgeklärt wird und ob unsere Tester nach dem Gespräch einen schriftlichen Kostenvoranschlag erhalten.

Abschluss und Eindruck: Erhoben wurde, ob die Ärzte weitere Eingriffe und Behandlungen empfahlen, ob auf einen Operationstermin gedrängt wurde und wie sich unsere Testpersonen persönlich bei dem Arzt betreut fühlten.

Gesamtbewertung: In die Gesamtbewertung der Ärzte flossen die beiden Einzelbewertungen der Szenarien zu jeweils 50 % ein.  

Aufwertung: Wurde der Testperson, die sich die Brust vergrößern lassen wollte, von der Operation abgeraten, da diese aus Sicht des Arztes entweder nicht nötig war bzw. weil mit Folgeerscheinungen zu rechen ist, wurde bei Testszenario 1 um eine Note aufgewertet.

Bewertung

Wertung: 3 von 5 Sternen
32 Stimmen
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