KONSUMENT.AT - Schüßler Salze - Testkriterien

Schüßler Salze

Augenscheinlich teuer

Seite 9 von 10

Nächsten Inhalt anzeigen
Konsument 10/2010 veröffentlicht: 18.09.2010

Inhalt

Testkriterien

Die therapeutische Wirksamkeit komplementärmedizinischer Methoden wurde anhand wissenschaftlicher Untersuchungen beurteilt (derartige Studien sind üblicherweise in allgemein zugänglichen Fachzeitschriften veröffentlicht, die verfügbare Literatur wurde sorgfältig recherchiert).

Darüber hinaus wurde bei Lehrinstituten und Organisationen im deutschen Sprachraum, die sich mit den ausgewählten Methoden beschäftigen, nach Unterlagen und klinischen Studien gefragt. Hersteller von Arzneimitteln wurden kontaktiert. Das gesamte Material wurde gesichtet und für die Begutachtung ausgewählt. Außerdem wurden Recherchen in den Datenbanken Medline, Embase und CISCOM ausgeführt.

Bei Verfahren, für die Übersichtsarbeiten vorliegen, wurden diese als Bewertungsgrundlage herangezogen. Dabei wurde die Qualität der Übersichtsarbeit und die jener Studien, welche in der Übersicht ausgewertet wurden, getrennt berücksichtigt. Lagen mehrere derartige Arbeiten vor, wurde die jeweils aktuellste verwendet.

Bei Verfahren, für die noch keine systematischen Übersichten zu Verfügung standen, wurden Einzelstudien ausgewertet. Diese fanden generell nur dann Berücksichtigung, wenn es sich um kontrollierte Studien handelt. Methodische Qualität und Quantität der Studien wurden berücksichtigt.

Die Wirksamkeit der Verfahren wurde gemäß den internationalen Standards der evidenzbasierten Medizin (evidence based medicine, EBM) beurteilt. Je nach Qualität der existierenden Arbeiten werden folgende Evidenzklassen gebildet:

  • Es liegt wenigstens eine systematische Übersicht (Review, Metaanalyse) auf der Basis von methodisch hochwertigen, kontrollierten und randomisierten Studien vor.
  • Es liegt wenigstens eine methodisch hochwertige, kontrollierte randomisierte Studie mit ausreichend großer Teilnehmerzahl vor.
  • Es liegt wenigstens eine hochwertige, kontrollierte Studie vor, deren Teilnehmer wurden allerdings nicht nach dem Zufallsprinzip auf die verschiedenen Studiengruppen verteilt (Randomisierung).
  • Es liegen andere Daten vor, z.B. Beobachtungsstudien ohne Kontrollgruppe oder experimentelle Studien.

Bei der Beurteilung der Beweiskraft der vorliegenden Studien wurden folgende Kriterien berücksichtigt:

Evidenz-Niveau. Dieses spiegelt wider, ob es sich um eine Übersicht über viele Einzelstudien, um mehrere Einzelstudien oder um nur eine Studie handelt Qualität der Methodik, die der jeweiligen klinischen Studie zugrunde liegt, und wie glaubhaft die aus den Ergebnissen abgeleiteten Schlussfolgerungen sind (Validität). Liegen nur unkontrollierte Studien oder gar nur Erfahrungsberichte vor, kann die Wirksamkeit der Methode nicht als nachgewiesen angesehen werden.

Anzahl der im Rahmen dieser Studien behandelten Personen. Die Aussage über die Wirksamkeit einer Methode wird umso solider, je mehr Menschen im Rahmen solcher Studien behandelt wurden.

Die oben angeführten Untersuchungen zur Wirksamkeit sind jedoch kaum aussagekräftig, was die Sicherheit der Anwendung bei Patienten angeht. So werden Studienteilnehmer beispielsweise so ausgewählt, dass sie nur unter der zu untersuchenden Krankheit leiden und keine weiteren Begleiterkrankungen vorliegen.

In der Praxis werden jedoch häufig Patienten behandelt, die an mehreren Krankheiten leiden. Die Praxis weicht auch, was die Zusammensetzung der Gruppe angeht, vom Studienfall ab. So sind Frauen oder alte Menschen bei klinischen Studien häufig ausgeschlossen. Um das Risiko einer Therapie besser beurteilen zu können, wurden deshalb auch Fallberichte, Fallserien, Gerichtsurteile und andere Untersuchungen in die Beurteilung einbezogen.

Solange der Wirksamkeitsnachweis einer Therapie nicht vorliegt, gilt das Verfahren als nicht effektiv. Falls auch nur ein kleiner Verdacht für Risiken besteht, kann das Verfahren nicht als sicher betrachtet werden.

Ausgehend von dieser Nutzen-Risiko-Abwägung wurden die Verfahren in vier Kategorien eingestuft:

„Geeignet“ ist ein Verfahren, dessen therapeutische Wirksamkeit oder diagnostischer Nutzen für ein definiertes Anwendungsgebiet nachgewiesen ist. Mit der Anwendung verbindet sich kein oder ein nur geringes Risiko. Die Abwägung von Nutzen und Risiko fällt demnach eindeutig positiv aus.

„Mit Einschränkung geeignet“ ist ein Verfahren, bei dem die therapeutische Wirksamkeit oder der diagnostische Nutzen für ein definiertes Anwendungsgebiet nachgewiesen ist. Die Anwendung birgt aber ein deutliches oder nicht ausreichend abschätzbares Risiko. Die Abwägung von Nutzen und Risiko fällt demnach nicht eindeutig positiv aus.

„Wenig geeignet“ ist ein Verfahren, bei dem es lediglich Hinweise auf eine therapeutische Wirksamkeit oder einen diagnostischen Nutzen in einem definierten Anwendungsgebiet gibt. Mit der Anwendung verbindet sich jedoch kein oder nur ein geringes Risiko. Die Abwägung von Nutzen und Risiko fällt insgesamt eher negativ aus.

„Nicht geeignet“ ist ein Verfahren für ein definiertes Anwendungsgebiet, wenn die Abwägung von Nutzen und Risiko negativ ausfällt. Dies ist vor allem der Fall, wenn die therapeutische Wirksamkeit oder der diagnostische Nutzen gering, das Risiko jedoch erheblich ist, die therapeutische Wirksamkeit oder der diagnostische Nutzen nicht nachgewiesen ist, unabhängig vom Risiko.

Bewertung

Wertung: 3 von 5 Sternen
13 Stimmen
Weiterlesen