Sportmedizinische Untersuchung

Riskante Lücken

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Konsument 11/2004 veröffentlicht: 13.10.2004

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Reaktionen nach dem Test

Reaktionen nach dem Test

Nach Abschluss unseres Test erreichten uns die folgenden Reaktionen von City Fitness und TSM (zum Teil gekürzt).

Dr. Heimo Vedernjak

Ich bin überrascht und erfreut, dass ich selbst einmal vom VKI getestet wurde zuerst mein Dank für die sachliche und sehr faire Darstellung. Ihre konstruktive Kritik ist in meinem Fall berechtigt und ich werde künftig das WS-Screening und die Gelenks- und Muskeltests auch bei jüngeren Sportlern wieder genauer durchführen.
Seit Juni führe ich die meisten Sportmeduntersuchungen im Wellness Park Oberlaa durch, wo diesen Teil die Sportwissenschaftlerin Mag. Derka und ihr Team in bester Qualität ubernehmen.
Dadurch verwöhnt, bin ich wohl in der Ordi etwas zu nachlässig geworden. Schade dass Sie uns in Oberlaa nicht getestet haben. Trotz alledem freut es mich, dass ich mit den eingeschränkten Möglichkeiten einer kleinen Privatordination in einigen wichtigen Punkten mit der "Schmelz" mithalten konnte.
Im Anhang erlaube ich mir, Sie auf (m)einen Patientenratgeber "Mut zur Operation" aufmerksam zu machen. Ich begleite seit Jahren Patienten vor Operationen bis in den OP und übernehme Teile der Nachbehandlung nach Operationen.

Dr. med. Heimo Vedernjak
A - 1040 Wien

Dr. Gerhard Hafner

Da der Proband die ihm angebotene umfassende Untersuchung abgelehnt und auf eigenen Wunsch eine Laufbanduntersuchung gewählt hat, geht die Kritik des unzureichenden Umfanges der Testreihe ins leere.

Habe mir Ihre Kritik aber durchaus zu Herzen genommen und die Auskultation des letzteren und den Ruheblutdruck ins Basispaket übernommen.

Um meinen Kunden die für sie aussagekräftigste und doch auch leistbare Untersuchung anzubieten, habe ich mehrere Pakete entworfen.

Und durch die Weitergabe des Kostenersatzes durch die Krankenkasse steht in Kombination mit der Gesundenuntersuchung eine sehr attraktive Variante zur Verfügung, die schon vielen Patienten die Hemmschwelle vor der Vorsorgeuntersuchung genommen hat.

Gesamtpaket mit allen von der sportmedizinischen Gesellschaft geforderten Leistungen: €145

Gesamtpaket in Kombination mit der kostenlosen Gesundenuntersuchung: € 90

Fahrrad- oder Laufbandergometrie, Kreislaufuntersuchung, Lactatmessung, Muskelfunktionstests und Trainingsberatung: € 105

 

Dr. Gerhard Hafner

Wien

 

Die Vorgangsweise war bei allen getesteten Institutionen die gleiche. Die Testperson hat ausdrücklich eine „sportmedizinische Untersuchung“ verlangt. Wurden ihm verschiedene Möglichkeiten geboten, stellte er die Frage: „Welche würden Sie mir empfehlen?“ Es lag also am Personal, die richtige (oder falsche) Entscheidung zu treffen. Vom Kunden, der ja in aller Regel nicht sachkundig ist, kann man nicht erwarten, dass er über die Notwendigkeit von Teilen der Untersuchung Bescheid weiß.

Die Redaktion

Happy Fitness

Beim Test von 14 Untersuchungsstätten in Österreich hat unsere Ordination im Happy Fitness Innsbruck durchschnittlich abgeschnitten. Einem guten Abschneiden im Herz-Kreislauf Bereich steht eine Kritik der fehlenden Untersuchung von Muskelfunktion und Gelenken gegenüber. (Dass beim Testkandidaten durch meine Mitarbeiter offensichtlich nicht auskultiert wurde, darf nicht vorkommen. Die entsprechenden Konsequenzen wurden bereits getroffen).

Die „Schmerzgrenze“ für eine sportmedizinische Untersuchung liegt erfahrungsgemäß bei etwa 100 Euro.  Um 99.- (im Juni noch 105.-) bieten wir entweder eine Spiroergometrische Untersuchung (wie beim Testkandidaten durchgeführt, aber im Testbericht nicht erwähnt!) oder eine Untersuchung mit Laktatbestimmung, um 119.- beides. Somit liegt unser Schwerpunkt zweifelsohne auf dem Gebiet der Leistungsdiagnostik (Wir betreuen in unserer Ordination auch die Triathlon-Olympiasiegerin Kate Allen).

Für eine zusätzliche Untersuchung des Bewegungsapparates, welche wir unter anderem auch für unsere Vertragspartner bei den Privatversicherungen durchführen, haben wir versucht, einen Aufschlag von Euro 30.- zu verlangen. Da diese Leistung aber in den letzten 3 Jahren praktisch nie in Anspruch genommen wurde, haben wir sie kaum noch angeboten. Gerne werden wir aber auch diesen Teil der Untersuchung wieder verstärkt anbieten.

Dr. Alfred Doblinger
Ordination Happy Fitness
6020 Innsbruck  

Dr. Alfred FRIDRIK

Vorerst danke, dass Sie mich für Ihren Test von sportmedizinischen Einrichtungen gewählt haben. Da ich es mit der Medizin und im Speziellen mit meinem Steckenpferd der Sportmedizin sehr genau nehme, darf ich mir doch einige Bemerkungen zu Ihrem Artikel erlauben:

Es wird von mir seit Jahren unter anderem eine "Ergometrie mit Puls-Laktatkurve" und eine "komplette sportmedizinische Untersuchung" angeboten. Ihre Testperson hat offensichtlich eine Ergometrie mit Puls-Laktatkurve und nicht eine komplette Untersuchung in Anspruch genommen, obwohl sowohl meine Homepage als auch ein Aushang in der Anmeldung (nicht übersehbar) diese verschiedenen Angebote ausweisen. Das erklärt das bei mir beanstandete Fehlen einer Muskelfunktionsuntersuchung - diese wurde offensichtlich nicht gewünscht.

In der "kompletten sportmedizinischen Untersuchung" ist selbstverständlich eine Muskelfunktionsuntersuchung beinhaltet - und zwar schon immer.

Es schmerzt mich also sehr, dass ich von Ihnen aus diesem Grund als "nur" durchschnittlich bewertet wurde. - Wenn Sie also eine sportärztliche Untersuchung von mir beurteilen, dann sollten Sie auch eine solche in Anspruch nehmen und nicht einen Leistungstest, der nicht als komplette sportärztliche Untersuchung ausgewiesen wurde.

Ich bitte Sie in Ihrer nächsten Ausgabe bzw auf Ihrer Homepage um eine diesbezügliche Korrektur, da ja ohnehin noch über City Fitness und TSM berichtet wird.

Ferner hatten offensichtlich, wie ich Ihrem Artikel entnehme, andere Testpersonen die Möglichkeit, auf das Testergebnis vor Redaktionsschluß zu reagieren. Dies war mir allerdings verwährt, da ich bis heute von diesem Test nichts wußte.

Ich darf Sie daher bitten, mir den Namen bekannt zu geben unter dem die Testperson bei mir war.

Abschließen darf ich vermerken, dass ich Ihre insgesamte Kritik an dem was alles unter dem Deckmantel Sportmedizin angeboten wird durchaus teile. Aus diesem Grund bin ich seit Anfang Sommer 2004 mit einigen anderen Sportmedizinern dabei in Oberösterreich ein Pool zu bilden, in dem nach einheitlichen Kriterien untersucht und beraten wird, und zwar vom "Spielerpass" bis zum Hochleistungssportler.

Dr. Alfred FRIDRIK
A-4060 Leonding

Die Vorgangsweise war bei allen getesteten Institutionen die gleiche. Die Testperson hat ausdrücklich eine „sportmedizinische Untersuchung“ verlangt. Wurden ihm verschiedene Möglichkeiten geboten, stellte er die Frage: „Welche würden Sie mir empfehlen?“ Es lag also am Personal, die richtige (oder falsche) Entscheidung zu treffen.

Die Redaktion

 

TSM

Unseren Aufzeichnungen(Test am 7.5.2004) zufolge wurden seitens des Klienten (Testers) keine Angaben bezüglich Risikofaktoren gemacht, die eine sportmedizinische Untersuchung (TSM führt auch diese durch) erfordern - das Anamneseblatt liegt der Redaktion vor. Der Tester (ein ARZT) wählte unter LEISTUNGSDIAGNOSTIK das "Lauf-Profil" - eine sportwissenschaftliche Untersuchung .

Wir betonen, dass wir auf höchste medizinische Standards bei der Beratung und Betreuung unserer Klienten achten. Wir müssen jedoch den Angaben vertrauen können, die ein Klient vorgibt. Es tut uns sehr Leid, dass auf diese Weise ein Testergebnis auf dem Tisch liegt, das den Regelfall bei TSM verfälscht. TSM wird aufgrund dieses Vorfalles noch sensibler als sonst agieren. Freut uns das Testergebnis naturgegebenermaßen auch nicht, betrachten wir es dennoch als konstruktive Kritik und als Anlass zur weiteren Optimierung unserer Leistungen.

TSM-Reinhard Komosny

Die Vorgangsweise war bei allen getesteten Institutionen die gleiche. Die Testperson hat ausdrücklich eine „sportmedizinische Untersuchung“ verlangt. Wurden ihm verschiedene Möglichkeiten geboten, stellte er die Frage: „Welche würden Sie mir empfehlen?“ Im übrigen wurde auch die sportwissenschaftliche Untersuchung nicht korrekt durchgeführt (Laktatabnahme durch nicht befugte Person).

Bei der Anamnese wurden keine Fragen nach Krankheitsfällen in der Familie gestellt (Familienanamnese), das geht auch aus dem von TSM erwähnten Anamneseblatt hervor. Genau darauf wäre es im konkreten Fall aber angekommen.

Die Redaktion

City Fitness

City Fitness ist ein Fitness-Studio. Wir führen keine sportärztlichen Untersuchungen durch. Der Hinweis der Testperson, dass seine Brüder zu Bluthochdruck und erhöhten Blutfettwerten neigen und der Großvater an Schlaganfall verstarb, er selbst jedoch keine negativen Befunde hatte und keine Medikamente einnahm, veranlassten den Trainer auf ausdrücklichen Wunsch der Testperson, und der damit verbundenen Bezahlung der Fit-Check-Gebühr, einen sportwissenschaftlichen Test durchzuführen.

Karl Schweighofer, City Fitness

(Anmerkung der Redaktion: Die Testperson wurde nie darauf hingewiesen, dass es sich um keine sportmedizinische Untersuchung handelt. Über die Familienanamnese wurde kommentarlos hinweggegangen.)

ÖSV-Olympiastützpunkt Obertauern

 

Grundsätzlich ist einmal festzustellen, dass die sportmedizinische Untersuchung eine Gesundheitsuntersuchung ist, mit dem Ziel, Erkrankungen oder Einschränkungen der Sporttauglichkeit zu erkennen oder auszuschließen. Es sei anzumerken, dass diese von einer qualifizierten Einrichtung durchzuführen ist.

Der Umfang und Inhalt einer  sportmedizinischen Untersuchung ist nicht genau definiert. Wenn man den deutschsprachigen Raum betrachtet, so gibt es auch in renommierten sportmedizinischen Untersuchungsstellen unterschiedliche Ansichten und Empfehlungen. Ebenso werden von verschiedenen Autoren in der Fachliteratur unterschiedlich Schwerpunkte gesetzt.

Aus unserer Sicht gibt es im Rahmen der sportmedizinischen Untersuchung  betreffend dem Umfang nach oben hin keine Grenzen. Folgende Punkte sollten jedoch enthalten sein:

Anamnese, Kardiopulmonaler Status, Echocardiographie, Überprüfung des Stütz- und Bewegungsaparates, Lungenfunktion, Laktat-Diagonostik, Körperfettmessung, Laboruntersuchungen, Prognoseleistungseinstellung.

Wenn man die sportmedizinische Untersuchung als Gesundheitsuntersuchung  betrachtet, sollten die oben genannten Punkte genau durchgeführt werden. Dabei beinhaltet diese Aufstellung noch immer nicht alle Untersuchungen die strenggenommen als Vorraussetzungen für eine optimale Ausübung von sportlichen Aktivitäten notwendig wären. So zum Beispiel neurologische oder angiologische Tests oder verschiedene messtechnische  Methoden u.a. auch zur Erfassung und Bewertung der koordinativen Fähigkeiten. Auch Laboruntersuchungen lassen sich bis hin zum Immunprofil oder zur Mineralstoffanalyse etc. ausdehnen.

Am Olympiastützpunkt Obertauern wird sehr genau unterschieden, ob der Kunde eine leistungsphysiologische Untersuchung zur Bestimmung des Ist-Zustandes wählt, die als Grundlage zur Erstellung eines Trainingsprogramms mit dem Ziel der Leistungssteigerung dient oder ob sein Anliegen eine sportmedizinische Gesundheitsuntersuchung bzw. ein medizinisches Problem, wie zum Beispiel des Bewegungsapparates, ist. Dazu bieten wir am Olympiastützpunkt Obertauern verschiedene Module in verschiedenen Preiskategorien an.

Von einem Kunden ist im Vorfeld zu erwarten, dass er sich im Erstgespräch bezüglich individuellen Ziele klar artikuliert.

Die meisten Kunden des Olympiastützpunktes sind sportlich aktiv und kommen mit dem klaren Ziel, nämlich dem der Leistungsverbesserung. Das ist grundsätzlich eine andere Fragestellung, als wenn jemand eine sportmedizinische Beratung wünscht bezüglich seiner sportartspezifischen Tauglichkeit.

Sportmedizinische Untersuchung ist also nicht gleich sportmedizinische Untersuchung, sondern es ist auch darauf Rücksicht zu nehmen, mit welcher Frage- bzw. Zielstellung der Kunde zur Untersuchung kommt. Dementsprechend werden auch die Schwerpunkte  der Untersuchung festgelegt.

Es ist daher unseriös, verschiedene Institute bzw. Einrichtungen insbesondere sportmedizinische Untersuchungen ohne vorher genau definierte Fragestellung zu vergleichen.

Darin scheint eindeutig die große Schwächen des Testes der Zeitschrfit „Konsument“  zu liegen. Der ganze Artikel ist negativ behaftet. Wer verspricht sich von einer sportmedizinischen Untersuchung einen schnellen Erfolg? Bewusst wurden einige Fallen eingebaut.

Am Olympiastützpunkt Obertauern wollte der Proband ein Untersuchungspaket in Anspruch nehmen, dass wir normalerweise an 2 Tagen durchführen. Trotzdem wurde der  Preis für dieses Untersuchungspaket mit Untersuchungen an anderen Instituten verglichen, die offensichtlich nicht länger als eine ¾ Stunde oder 1 Stunde gedauert haben und zudem andere Inhalte hatten!?

Dass der Laktatstufentest im Rahmen einer sportmedizinischen Untersuchung als Option angesehen wird, erscheint äußerst fragwürdig. Mittlerweile dürfte wohl hinlänglich bekannt sein, dass ein Laktatstufentest unerlässlich zur Ermittlung von Trainingsvorgaben ist. Es gibt Studien, die beweisen, dass es nicht möglich ist, die relevanten Trainingsbereiche durch welche Faustformel auch immer einfach nur rechnerisch zu ermitteln. Das Team des Olympiastützpunktes Obertauern verfügt in Bezug auf Laktatleistungstests und Trainingskonzepterstellung über eine jahrelange Erfahrung.

Zusammenfassend erscheint der Test schon vom Ansatz her ungenau vorbereitet gewesen zu sein, sowie in der Auswertung und im Vergleich unfair und im Endergebnis tendenziell.

 

Mag. Joseph F. Obermoser
Geschäftsführer

ÖSV-Olympiastützpunkt Obertauern
Gesport GmbH

 

Das Ziel der Untersuchung war sehr wohl definiert. Sie hatte die Feststellung  der Sporttauglichkeit und nicht die Ermittlung von Trainingsvorgaben im Sinne der Leistungsdiagnostik zum Ziel.

Die Vorgangsweise war bei allen getesteten Institutionen die gleiche. Die Testperson hat ausdrücklich eine „sportmedizinische Untersuchung“ verlangt. Wurden ihm verschiedene Möglichkeiten geboten, stellte er die Frage: „Welche würden Sie mir empfehlen?“ Es lag also am Personal, die richtige (oder falsche) Entscheidung zu treffen. Vom Kunden, der ja in aller Regel nicht sachkundig ist, kann man nicht erwarten, dass er den Umfang einer Untersuchung genau definiert.

Abgesehen davon: Auch Mag. Obermoser  selbst zählt die Überprüfung des Stütz- und Bewegungsapparates zum Mindestumfang einer Sportmedizinischen Untersuchung. Und gerade das wurde bei der Testperson unterlassen.

Die Laktatuntersuchung ist für Personen, die aus rein gesundheitlichen Gründen Sport betreiben (also ohne Setzen eines Trainingszieles), nicht erforderlich..

Die Redaktion

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