KONSUMENT.AT - Tattoo- und Piercingstudios im Beratungstest - Nachweis von Fachwissen

Tattoo- und Piercingstudios im Beratungstest

Das geht unter die Haut

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Konsument 5/2009 veröffentlicht: 21.04.2009

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15 Studios im Test 

Nicht umsonst unterliegt das Anbringen von Tattoos und Piercings in Österreich deshalb gesetzlichen Regelungen. Um den Beruf legal ausüben zu können, ist eine Gewerbeberechtigung notwendig. Für diese muss eine entsprechende Ausbildung bzw. entsprechendes Fachwissen nachgewiesen werden. Ebenfalls vorgeschrieben sind ­hygienische Standards sowie eine umfassende Beratung und Aufklärung zum Eingriff und zur Nachsorge der Wunden. In einem Test haben wir überprüft, ob gesetzliche Vorgaben eingehalten werden, und dazu insgesamt 15 verschiedene Studios in Wien unter die Lupe genommen. Fünf ­Einrichtungen bieten sowohl Piercings als auch Tätowierungen an, jeweils fünf Studios haben nur eine der beiden Dienst­leistungen im Angebot.

Schwerpunkt Aufklärung und Beratung

Den Schwerpunkt legten wir in unserem Test auf die Beratung und Aufklärung. So wurde etwa erhoben, ob Kontraindikationen abgefragt werden. Weiters überprüften wir, ob auf Risiken wie Allergien und Entzündungen hingewiesen wird und darauf, wie auf Komplikationen zu reagieren ist (Arzt aufsuchen). Erwartet haben wir auch Hinweise auf die Nachsorge und etwaige vorübergehende Einschränkungen im Alltag (z.B. Bade- und Schwimmverbot, betroffene Körperpartien während der Heilungsphase nicht der Sonne aussetzen).

Beim Piercen wollten wir wissen, ob die voraussichtliche Wundheilungsdauer erwähnt wird. Zu einer seriösen Beratung gehört auch die Aufklärung, wie ein Piercing bzw. eine Tätowierung wieder entfernt ­werden kann und welche Gefahren damit verbunden sind. Beide Tester interessierte zudem, ob ein Überblick über die anfallenden Kosten gegeben wird. Darüber hinaus überprüften sie, ob der gesetzlich vor­geschriebene Aushang der Preisliste ein­gehalten wird, und machten sich ein Bild über die hygienischen Zustände im Studio.

Einverständniserklärung der Eltern

Wie bereits erwähnt, erfreut sich das Piercen wachsender Beliebtheit. Bei unmün­digen Minderjährigen (unter 14 Jahren) ist ein Piercing in Österreich prinzipiell ver­boten, selbst wenn die Eltern sich damit einverstanden erklären. Unsere Testerin war zum Testzeitpunkt 15 Jahre alt. Das ­Gesetz schreibt für dieses Alter eine Einverständniserklärung der Erziehungsberechtigten vor, wenn der Wundheilungsprozess an der gepiercten Körperstelle länger als 24 Tage dauert. Unsere Testerin äußerte den Wunsch nach einem Nabelpiercing, bei dem von einer Heilungsdauer von ­mindestens einem Monat und bis zu neun ­Monaten auszugehen ist. Wir wollten wissen, ob das Alter unserer Testerin erfragt bzw. kontrolliert wird und ob die Einverständniserklärung der Eltern eingefordert wird.

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Kommentare

  • Tattoo bei Allergie
    von REDAKTION am 09.12.2013 um 11:02
    Solange keine der allergieauslösenden Substanzen in den Farben enthalten sind, sollten auch keine Allergien auftreten. Da die verwendeten Farben allerdings verunreinigt sein können (siehe Beitrag Tätowierungen: Farbpigmente vom 18.02.2008), können Probleme auch nie ganz ausgeschlossen werden.
  • Tattoo bei Allergie
    von Wolfi_x1 am 08.12.2013 um 17:46
    Darf bei Allergien auf Hausstaubmilbe & Gräserpolen auch nicht tätowiert werden?