KONSUMENT.AT - Tattoo- und Piercingstudios im Beratungstest - Beratung mangelhaft

Tattoo- und Piercingstudios im Beratungstest

Das geht unter die Haut

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Konsument 5/2009 veröffentlicht: 21.04.2009

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Testergebnisse wenig überzeugend  

Die Testergebnisse fallen insgesamt wenig schmeichelhaft für die Branche aus. Nur vier von zehn Tätowierern konnten überzeugen. Sechs Studios machten vor allem beim Schwerpunkt Beratung eine schlechte Figur. So blieben Hinweise auf unerwünschte Entzündungsreaktionen völlig aus. Überhaupt nur zwei Mal wurde unser Tester zu Kontraindikationen befragt und nur ein Tätowierer mahnte, bei Kompli­kationen einen Arzt aufzusuchen. Mögliche Risiken im Zusammenhang mit einer Tattoo-Entfernung kamen in vier Studios zur Sprache. Besonders verantwortungs­be­wusst verhielt sich in diesem Punkt Triple x Tattoo. Hier wurde klar vermittelt, dass eine Entfernung nicht immer vollständig gelingt, schmerzhaft ist und Narben hinterlassen kann.

Der Anbieter riet deshalb ­unserem Tester auch dazu, sich nur tätowieren zu lassen, wenn er sich seiner Sache absolut sicher sei. Was die Kosten des ­Eingriffs angeht, die sich zwischen 60 und 500 Euro pro Sitzung bewegen, vermissten wir bei zwei Studios die nötige Transparenz. Im Tattoo Studio Vienna und in der Tattoo Insel wurden hierzu keinerlei Informa­tionen gegeben.

Gesetz nicht eingehalten

Noch ernüchternder fiel das Ergebnis beim Piercing aus. Zwar erreichte hier ein Studio (Trend Agent GmbH & Piercingstudio) die Note „sehr gut“ und einmal konnten wir ein „gut“ vergeben (Professional Piercing), doch in sechs Fällen deckte unsere Testerin gravierende Versäumnisse auf. Bereits die Beratungszeit war mit 2 bis 10 Minuten erschreckend kurz. Angesichts der schnellen Abfertigung verwundert es nicht, dass überhaupt nur drei Mal (Trend Agent GmbH & Piercingstudio, Professional Piercing, Wild Style Piercing) nach dem Alter unserer Tes­terin gefragt wurde. Nur in den genannten drei Studios wurde auch eine Einverständniserklärung der Eltern gefordert. Sieben Piercer verhielten sich in diesem Punkt nicht gesetzeskonform, was im Test beim Kriterium „Beratung“ mit einer Abwertung um eine Note quittiert wurde.

Eine besonders negative Erfahrung machte unsere ­Testerin in der Schockin’ City. Als die Testperson äußerte, sich den Eingriff noch einmal überlegen zu wollen, sah sie sich mit einem massiven Überredungsversuch konfrontiert, sich sofort piercen zu lassen.

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Kommentare

  • Tattoo bei Allergie
    von REDAKTION am 09.12.2013 um 11:02
    Solange keine der allergieauslösenden Substanzen in den Farben enthalten sind, sollten auch keine Allergien auftreten. Da die verwendeten Farben allerdings verunreinigt sein können (siehe Beitrag Tätowierungen: Farbpigmente vom 18.02.2008), können Probleme auch nie ganz ausgeschlossen werden.
  • Tattoo bei Allergie
    von Wolfi_x1 am 08.12.2013 um 17:46
    Darf bei Allergien auf Hausstaubmilbe & Gräserpolen auch nicht tätowiert werden?