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Verdauung

Schmetterlinge im Bauch

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Konsument 9/2003 veröffentlicht: 25.08.2003, aktualisiert: 05.09.2003

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Vo Bauch zum Hirn

Die Kommandos laufen nicht nur vom Hirn zum Bauch, sondern auch umgekehrt. 100 Millionen Nervenzellen umgeben den Verdauungskanal wie ein Strumpf. Doch wenn zu Anfang noch angenommen wurde, dass dieses neutrale Netzwerk im Bauch nur Befehlsempfänger der Kommandozentrale im Kopf ist, haben Tests bald gezeigt, dass bei Operationen entnommene Darmabschnitte sich in Nährlösungen einfach weiterbewegten, als seien sie noch im Körper.

Bauchhirn - handelt und fühlt selbstständig

Eine bahnbrechende Beobachtung, die bestätigte, dass es sich bei den Neuronen im Unterleib um ein Nervensystem handelt, das die Aktivität von Muskeln, Schleimhäuten oder Immunzellen des Darmes großteils ohne Hilfe von oben regelt. Das Bauchhirn, wie die saloppe Bezeichnung lautet, kann selbstständig handeln und fühlen.

Die molekularen Vorgänge sind die gleichen wie im Kopfhirn. Botenstoffe wie Serotonin, Dopamin oder Noradrenalin werden da wie dort produziert und kommen da wie dort ihren Aufgaben nach. Sie übertragen Reize und geben Signale ab, etwa zum Weitertransport des Darminhalts.

Kopfhirn und Bauchhirn

Nach Ansicht von Evolutionsbiologen ist die Arbeitsaufteilung zwischen Kopfhirn und Bauchhirn durchaus bedeutungsvoll. Beide Nervensysteme stehen über den Vagusnerv miteinander in Kontakt. Interessanterweise laufen 80 Prozent der Nervenstränge von unten nach oben. Das bedeutet, dass der Verdauungskanal mehr Informationen ans Gehirn sendet, als er von dort bekommt. Vor allem in Notsituationen – etwa wenn geheimnisvolle Krankheitskeime in den Darm eingedrungen sind – wird der Prozess auch an die „Zentrale“ weitergeleitet. Dort sitzt der Krisenstab.

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