Wohnen im Alter - Soziale Dienste

Hilfe für zu Hause

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Konsument 4/2001 veröffentlicht: 01.04.2001

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Der Weg zum Pflegegeld

Das Pflegegeld ist eine pauschalierte finanzielle Unterstützung für Menschen, die auf ständige Betreuung und Hilfe (Pflege) bei Verrichtungen des täglichen Lebens angewiesen sind.

Hilfe und Betreuung sollen damit leichter finanzierbar, benötigte Pflegeleistungen erschwinglich werden. Meistens sind die tatsächlichen Kosten für die Pflege höher als das zustehende Pflegegeld.

Pflegegeld wird in sieben Abstufungen, von 2000 bis 21.047 Schilling pro Monat, ausgezahlt. Der Anspruch auf Pflegegeld ist unabhängig von Einkommen oder Vermögen, die Höhe der Pflegestufe hängt ausschließlich vom Ausmaß der Pflegebedürftigkeit ab.

Voraussetzungen

  • Ständiger Betreuungs- und Hilfsbedarf: Das Angewiesensein auf die Hilfe anderer muss sowohl bei persönlichen Tätigkeiten (beispielsweise Essen, Medikamenteneinnahme, Körperpflege, An- und Ausziehen, Fortbewegen innerhalb der eigenen Wohnung) als auch bei Alltagspflichten wie Einkaufen, Wohnungsputz, Wäsche waschen, Heizen und Herbeischaffen von Heizmaterial gegeben sein.
  • Der Pflegebedarf beträgt mehr als 50 Stunden monatlich und wird voraussichtlich mindestens sechs Monate andauern.
  • Der gewöhnliche Aufenthalt ist in Österreich. Falls keine inländische Pension bezogen wird, ist außerdem die österreichische Staatsbürgerschaft Voraussetzung. Unter bestimmten Bedingungen sind Ausnahmen möglich.

Antragstellung

Pflegegeld muss beantragt werden. Pensions- oder Rentenbezieher bringen den Antrag auf Pflegegeld bei jener Stelle ein, die auch ihre Pension beziehungsweise Rente ausbezahlt. Bezieher von Beamtenpensionen eines Landes oder von Gemeinden und Personen ohne eigenen Pensions- oder Rentenanspruch (zum Beispiel Mitversicherte) können Pflegegeld nach dem jeweiligen Landespflegegeldgesetz bei der Bezirkshauptmannschaft, dem Magistrat oder der Gemeinde beantragen.

Feststellung des Pflegebedarfs

Der Pflegebedarf wird durch Sachverständige (Ärzte) ermittelt. Auf Basis dieses Gutachtens wird entschieden, ob und in welcher Höhe der Antragsteller Pflegegeld erhält und dies per Bescheid mitgeteilt. Wer mit der Einstufung nicht einverstanden ist, kann bei Gericht in Form einer Klage Einspruch erheben. Die Klage muss innerhalb von drei Monaten ab Zustellung des Bescheides eingebracht werden.

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Kommentare

  • Aktualität?
    von Manuela Fuchs am 20.06.2016 um 10:58
    Dieser Artikel ist ja sehr aktuell. Den Schilling haben wir seit 2002 nicht mehr. Wenn man schon für den Zugang zahlt, hofft man doch, möglichst schnell an aktuelle Infos zu kommen. #megafail
Bild: Das KONSUMENT-Geschenk-Abo