KONSUMENT.AT - Zahnärzte: Amalgamberatung - Fall 2 Amalgamtausch

Zahnärzte: Amalgamberatung

Tauschgeschäfte

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KONSUMENT 4/2012 veröffentlicht: 28.03.2012, aktualisiert: 17.04.2012

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Fall 2 Amalgamtausch

Testperson 2 (fünf Zähne laut Gutachter behandlungsbedürftig) gab an, dass ihr "alter" Zahnarzt in Pension gegangen sei und sein Nachfolger meinte, dass alle Füllungen erneuert werden müssten. Sie habe keine Schmerzen, putze ihre Zähne regelmäßig und gehe mindestens einmal im Jahr zum Zahnarzt. Vor den Eingriffen wolle sie eine Zweitmeinung einholen. Tatsächlicher Stand der Dinge: Einige Füllungen sind intakt und ­müssten nicht saniert werden. Wir wollten wissen, ob der Zahnarzt die Meinung des ­offenbar falsch liegenden Kollegen teilt und ob er dazu rät, das Amalgam durch ein ­anderes Material zu ersetzen. Ein aktuelles Röntgenbild lag wie im ersten Fall vor.

Fehlerhafte Diagnosen

Fehlerhafte Diagnosen: Wie im Fall 1 erkannte auch hier kein einziger Zahnarzt alle von unserem Experten benannten Defekte. Auch hier war die Bandbreite der Diagnosen verblüffend. Ein Zahnarzt identifizierte immerhin vier der fünf schadhaften Zähne. Vier Zahnärzte konnten dagegen überhaupt keine Schäden erkennen. Ein Arzt gab an, dass er keine Diagnose stelle, da es sich nur um eine Beratung handle. Auch beim Fall 2 wurden häufig Zähne als schadhaft diagnostiziert, die vom Gutachter nicht als solche erkannt worden waren; diese "Überdiagnosen" flossen nicht in die Bewertung ein.

Materialwechsel zu Gold, Keramik oder Kunststoff

Materialwechsel: Wie im Fall 1 kam es zu völlig gegensätzlichen Diagnosen. Während vier Ärzte zum Tausch aller Füllungen rieten, konnten zwei Mediziner überhaupt keinen Defekt ausmachen. In elf Ordinationen wurde ein Materialwechsel von Amalgam zu Gold, Keramik oder Kunststoff empfohlen. Immerhin: Der Großteil der Ärzte klärte über die Vor- und Nachteile der Materialien und über die Kosten auf.

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Kommentare

  • Amalgam wenig haltbar
    von agoce am 27.05.2012 um 20:28
    Der Rat von Herrn Dr Ratschew klingt ein wenig nach Werbemaßnahme für teure Sanierungen. Mein Zahnarzt meint, dass perfekt gelegte Amalgamfüllungen außerordentlich langlebig sind und tatsächlich habe ich etliche von ihm gelegte schon seit mehr als 15 Jahren. Vermutlich verwendet aber nicht jeder soviel Sorgfalt auf eine wirklich perfekte Füllung (Nachprüfung auf Überstände und sorgfältiges Glätten, wenn das nicht passt, sodass die Zahnseide ohne aufzufasern in die Zwischenräume und wieder heraus kommt Polieren der Oberfläche) Ich habe auch Keramikinlays, die natürlich optisch den Amalgamfüllungen vorzuziehen sind. Das war für mich auch der Hauptgrund, dieses Material zu wählen die Geschichte vom schlimmen Amalgam habe ich nie geglaubt.
  • Amalgamberatung
    von Max1 am 09.04.2012 um 16:28
    Ich habe vor zwei Jahren fuenf Amalgamfuellungen entfernen lassen, nachdem ich vorher das Buch von Dr. Mutter über Amalgam gelesen habe. Seit der Entfernung des Amalgams habe ich keine Kopfschmerzen mehr, die vorher bei längerer Bildschirmarbeit aufgetreten sind. FG Max
  • Guter Test - "Experte" hinterfragenswert
    von 39373 am 01.04.2012 um 21:38
    "Kein einziger Zahnarzt erkannte alle Defekte, die von unserem Experten (Gutachter) im Vorfeld des Tests benannt worden waren." - Erfahrungsgemäß gehe ich bei Ihren Tests immer von einer ausgezeichneten Vorbereitung und einem durchdachten Testsetting aus. Wenn allerdings von 15 Zahnärzten kein einziger die zuvor benannten Defekte erkannt hat, dann sollten Sie doch auch in Betracht ziehen, dass Ihr "Experte" geirrt haben kann... Insgesamt aber eine gute Stichprobenuntersuchung, die zeigt, dass man sich gerade im medizinischen Bereich nie auf nur eine Meinung verlassen sollte. Auffällig auch, dass die Preise tendenziell umso höher wurden, je schlechter das Testergebnis war. Ergänzen möchte ich noch, dass mit einem sogenannten Kofferdam die Schadstoffbelastung im Mund beim Ausbohren alter Füllungen fast auf null reduziert werden kann.
  • Bewertung sehr transparent
    von Dieter Wanko am 29.03.2012 um 21:24
    Es ist besonders erfreulich, dass hiermit ein Test erfolgte, der nicht nur sehr ausführlich ist, sondern auch konkret die Namen der kontaktierten Ärzte offen ausweist. Dies ist ein wichtiger prophylaktischer Schritt in der Richtung, dass künftig nicht nur mehr Diagnosesorgfalt bei den Getesteten zu erwarten ist, sondern auch von jenen Ärztekollegen, die von diesen Namensveröffentlichungen erfahren.