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Zahnbehandlung - Auweh

Patienten berichten

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Konsument 10/2004 veröffentlicht: 16.09.2004

Inhalt

Unfreiwillig schwarz bezahlt

Ich bin alleinerziehende Mutter. Mein Sohn ist mit einer Zahnregulierung bei Dr. A. (in 1010 Wien) in Behandlung. Der Arzt dürfte zwar genau arbeiten, hat aber eine eigenartigen Umgang mit Geld und telefoniert oft während der Behandlung mit dem Handy. Folgendes ist mir passiert:

Fissurenversiegelung

Juni 2003: Dr. A. sagt: „Die Stockzähne sind schroff, deswegen empfehle ich eine Fissurenversiegelung.“ „Was kostet das?“ „50 Euro das Stück – für sie“.

Ich sage: „Muss überlegen, wann ich das Geld erübrigen kann.“ „Wenn sie das Geld haben, kommen und zahlen sie und ich versiegle die Zähne.“

Nein, nur gegen bar

Herbst 2003: Der Zahnarzt redet wieder von der Versiegelung. „Es wird schon dringend notwendig.“ Zahlung? Ich will einen Erlagschein, das ist bei meiner Zahnärztin so üblich und nie ein Problem. Er: „Nein, nur gegen bar.“ Dann redet er von 60 Euro. „Ist das der Preis oder kommt die Mehrwertsteuer dazu?“ „Nein, das ist der Preis.“

Ungefragt weiße Füllungen

November 2003: Wir lassen die Fissurenversiegelung an zwei Zähnen durchführen. Während ich zum Bankomat gehe und 120 Euro abhebe, behandelt er meinen Sohn (Fissurenversiegelung). Ich komme zurück und erfahre: ‘Das war was Gröberes, das ist keine Fissurenversiegelung mehr, das ist schon eine kleine Füllung.’ Er hat mich nicht gefragt, ob ich weiße Füllung will (privat zu bezahlen) oder Amalgam (Kasse).

Er bietet mir an: „Ich geb ihnen die Füllung zum Preis für die Versiegelung.“ Ich bezahle 120 Euro. Am Heimweg fällt mir auf, dass ich keine Rechnung bekommen habe.

Rechnung? Da müsste ich Ihnen mehr verrechnen

Dezember 2003: Wir sind wieder bei Dr. A. wegen der Zahnspange. Ich „Bitte die Rechnung für die Versiegelung vom November.“ Er: „Wozu brauchen´s eine Rechnung?“ „Für die Steuererklärung“ (Sonderausgaben). Er mit einem gewissen Lächeln: „Ach so - sie sind die Dame, die die Zahnspange auf zwei Raten bezahlt hat ...“ „Wissen sie, ich hab auch noch andere Zahnarzt-Rechnungen in diesem Jahr zu zahlen.“ Antwort: „Aber bei mir nicht.“

Also die Rechnung bitte ... „Rechnung? Nein, die kann ich ihnen nicht geben, weil da müsste ich ihnen pro Zahn 80 Euro verrechnen.“ Schaut in seinem Computer nach, dort steht der Preis für die Füllung mit 80 Euro. Er fordert mich dann auf, den Behandlungsraum (Sohn und Assistentin sind anwesend) zu verlassen. Im Nebenraum sind wir allein. Er prüft das Patientenblatt, findet keinen Eintrag, dass ich im November 120 Euro bezahlt habe. Auf der Karteikarte sind einige Einträge mit Bleistift.

Er legt jetzt ein Schäuferl nach: „Wenn sie wirklich eine Rechnung haben wollen, dann bekomme ich von ihnen noch 120 Euro.“ Aha, eine Strafgebühr also. „Da muss ich was abführen und außerdem hab ich im Februar bei ihrem Sohn eine Füllung gemacht.“ Von der Füllung weiß ich gar nichts. Entweder er hat sie nicht gemacht oder er hat mich nicht informiert. Er ergänzt: „Da haben sie nichts davon und ich auch nicht.“ Und dann ist er sich ganz sicher: „Vom Finanzamt kriegen´s wahrscheinlich auch nichts zurück.“

Wir wechseln das Thema. „Also den nächsten Termin für die Zahnspange haben wir im Jänner.“ Süffisanter Zusatz: „Und die Rechnung müssen´s dann im Februar zahlen.“

Kollegen sind teurer

Sein Nachtrag zur Zahnspange: „Alle meine Kollegen sagen, dass ich blöd bin, dass ich die Zahnspange nur zum Kassentarif mache.“

Ich bin dann wütend ohne Rechnung für die Fissurenversiegelung (Füllung) weg. Wahrscheinlich reiche ich diese Leistung, den Abbuchungsbeleg hab ich ja, mit dem Namen des Arztes trotzdem beim Finanzamt ein.

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