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Konsument 10/2004 veröffentlicht: 16.09.2004

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Qualitätskriterien für Zahnärzte: uninteressant

Es ist so gut wie ausgeschlossen, einen guten Zahnarzt zu finden und schon gar nicht ist es möglich, die Qualität seiner Arbeit zu beurteilen. Qualitätskriterien für Zahnärzte: Für die verantwortlichen Politiker uninteressant ...

Aufdeckung in Deutschland

Kürzlich konnte man im deutschen Fernsehen wieder einmal einen schockierenden Beitrag sehen. Zuerst wurde eine Frau mit einwandfreiem Gebiss, ohne jegliche Karies oder sonstige Schäden, von einem Sachverständigen begutachtet. Die Gesundheit ihres Gebisses wurde bestätigt. Dann ging sie zu verschiedenen Zahnärzten, mit versteckter Kamera wurde gefilmt. Einige Zahnärzte fanden Karies, man wollte teure Inlays einfügen. Zahnfleischerkrankungen wurden diagnostiziert und alle Weisheitszähne sollten entfernt werden. Eine einzige Zahnärztin gratulierte der Frau zu ihrem Gebiss, es wurde ihr auch die in Deutschland übliche Praxisgebühr zurückgegeben. Der Sachverständige zeigte sich nachher als Zahnarzt mehr als irritiert über seine Kollegen. Wie ist es hierzulande? Nicht nur wird niemals von irgend jemandem versteckt nach Beweisen gesucht, uns gehören nicht einmal unsere eigenen Röntgenbilder.

Ausbildung der Zahnärzte

Als ich wegen eines Kieferproblems (Fehlstellung) einen Zahnarzt aufsuchte, bekam ich eine unbefriedigende Diagnose. Ich holte bei einem weiteren Zahnarzt noch eine Diagnose ein, diese differierte um 100 Prozent zur ersten. Da wurde mir schon bange. Als ich jedoch noch zwei weitere, völlig unterschiedliche Diagnosen von anderen Zahnärzten bekam, machte sich Angst breit. Wie kann das geschehen, wie steht es mit der Ausbildung von Zahnärzten? Gut kann sie nicht sein.

Noch ein gravierendes Problem ist aufgetreten. Nicht etwa, dass ich mit den von mir durch meine Zwangsbeiträge bezahlten Röntgenbildern von einem Zahnarzt zum nächsten gehen könnte, weit gefehlt. Die Röntgenbilder meiner Zähne gehören dem Zahnarzt. Alle weiteren Bilder nach den ersten musste ich selbst bezahlen. Nach einer Anfrage bei der Krankenkasse erhielt eine obrigkeitliche Antwort. Da könnte ja jeder kommen ... Dann habe ich noch beim Hauptverband angefragt, warum meine Bilder nicht mir gehören, wollte ich wissen. Die Antwort lautete: Wenn der Zahnarzt etwas beweisen will, braucht er die Bilder. Ich habe noch nicht aufgegeben und nochmals nachgefragt, wie es denn sei, wenn i c h etwas beweisen will. Darauf bekam ich vom hochherrschaftlichen Hauptverband, finanziert von unseren Beiträgen, keine Antwort.

Anmerkung der Redaktion: Die Röntgen sollen beim Zahnarzt bleiben, damit er bzw. sie bei einer Anfrage oder Kontrolle durch die Krankenkasse seine Behandlung belegen kann. Sie haben aber Recht: Wenn der Patient etwas beweisen will, schaut er arm drein. Im österreichischen Gesundheitswesen geht es in erster Linie um Kosten, Methoden und Konflikte von Interessensgruppen. Die Patientenperspektive und Patienteninteressen sind im medizinischen Alltag vergleichsweise unwichtig.

Mehr Wettbewerb im Gesundheitsbereich

Wir sollten in Österreich versuchen, auch am Gesundheitssektor mehr Wettbewerb zuzulassen - auch unter den Kassen!

Anmerkung der Redaktion: Dann werden sich die Kassen um die Wohlhabenden reißen (geringere Risiken für die Kassen), während keine Kasse gern die Versorgung der Armen (schlechte Risiken) übernimmt - was die Versorgung verschlechtert und die Zwei-Klassen-Medizin weiter vetrieft. Außerdem sinken dann die Leistungen für die Versicherten, weil die Versicherungen mehr Geld für Marketing ausgeben müssen. Private Versicherungen schütten etwa 70 Prozent der Prämien wieder an die Versicherten aus. Gebietskrankenkassen etwa 97 bis 98 Prozent.

Betrug bei Zahnersatz

In Deutschland wurden Tausende Zahnärzte wegen schweren Betrugs angezeigt. Versteckt wurde von Aufdeckern gefilmt, wie ein Zahnarzt im Rahmen eines Vortrages vor Kollegen Tipps zum Betrug an Patienten gegeben hat. Unnötige Behandlungen und verzögerte Behandlungen zum Zweck des Abkassierens wurden unverfroren empfohlen. Weiters wurde aufgedeckt, dass Zahnärzte illegale Provisionen von Dentallabors nehmen. Der Schaden für die Zwangsversicherten ist noch nicht feststellbar. Die Versicherungen haben keinerlei Kontrollen ausgeübt. Gibt es solche Dinge in Österreich? Wir wissen es nicht, können nur hoffen, dass die Grenze zwischen betrügerischen und ehrlichen Zahnärzten exakt mit der Landesgrenze verläuft.

Anmerkung der Redaktion: Es waren nicht Tausende aber auch ein paar Dutzend sind zu viel. Es ging um Zahnersatz, der billig in Asien erzeugt, aber zu deutschen Preisen verrechnet wurde.

Durch die von der Politik erzwungenen Sparmaßnahmen müssen die Krankenkassen auch Personal reduzieren. Das trifft natürlich auch jene Abteilungen in den Krankenkassen, die die korrekte Arbeit und Abrechnung der (Zahn-)Ärzte kontrolliert. Weniger Personal heißt weniger Kontrolle und geringere Einnahmen. Der Schaden für die Versicherten ist tatsächlich sehr hoch.

Wie findet man gute Zahnärzte?

Natürlich gibt es gute Zahnärzte, nur, wie soll man sie finden? In der Schweiz gibt es eindeutige Wertungen. Als Österreicher bin ich dem Zufall ausgeliefert.

Der politische Wille zum Schutz vor Fehlleistungen ist nicht vorhanden. Als ich im Gesundheitsministerium anfragte, wie ich einen guten Zahnarzt finden könnte, kam keine Antwort. Qualitätskriterien im gesamten Gesundheitsbereich würden auf einen Schlag die Kosten senken, denn die Folgekosten bei Fehlbehandlungen sind hoch. Und der Patient hätte endlich die Möglichkeit, sich selbst zu schützen.

Gehen harten Zeiten entgegen

Sozial- und Gesundheitsministerium sind leider wie die WGKK durch krasse Fehlbesetzungen geführt. Daneben fristen ganz ausgezeichnete ungebundene Gesundheitsökonomen ein Schattendasein, weil offenbar ihre fachlichen Ratschläge von der Politik nicht gefragt sind. Wir gehen harten Zeiten entgegen

Zahnsteinentfernen bei Katze und Hund

Beim Stöbern auf der Seite des Zahnärztlichen Interessensverbandes (eigentlich eine 'Insider-Seite' für Ärzte, aber auch für Patienten interessant: http://www.ziv.at/) ist mir ein Artikel eines Zahnarztes aufgefallen: http://www.ziv.at/archiv/katze.htm

Lesen Sie einmal den Text und geben Sie dazu bitte Ihre Meinung ab! Ich war verblüfft. Sie gibt einen komplett neuen Zugang zur Frage, wie teuer unser Gesundheitssystem ist, was es uns wert ist, und wie raffgierig die Ärzte doch sind ...

Überhöhte Ärzteeinkommen

Ich habe diesen Beitrag gelesen und überlege mir, ob wir eine Sammlung für verarmte Zahnärzte starten sollten. - Ich wünsche mir eine starke Patientenvertretung, mit deren Hilfe endlich gesellschaftspolitisch geklärt wird, ob die überhöhten Ärzte-Einkommen tragbar sind. Wenn ich überlege, dass ich mit meiner HTL-Ausbildung an der Uni in meinem 56. Lebensjahr (30 Dienstjahre!) netto 1500 Euro verdiene und ich solche Gejammer anhören muss ... Es mag sein, dass Mediziner ca. 10 Jahre länger studiert haben, aber dieses Studium wurde von der Gesellschaft finanziert. Dafür darf ich sie dann sie ein Leben lang noch mit zehn bis dreißig Mal höheren Einkommen jammern hören?

Lange Zähne nach 25 Jahren

Ich habe mir heuer im Frühjahr meine 25 Jahre!!! alte festsitzende Totalbrücke im Oberkiefer erneuern lassen. Ich ging wieder zum Zahnarzt meines Vertrauens, bei dem ich fast 30 Jahre Patientin bin. Leider ist mein Vertrauen nach Anfertigung der neuen Brücke total dahin. Hatte extra darauf hingewiesen, ich möchte sie wieder genau so haben wie gehabt. Von dem Schock des Ergebnisses habe ich mich bis heute nicht wirklich erholt. Man stelle sich vor bei Schuhgrösse 38 zieht man Schuhe Grösse 40 an. Die einzelnen Zähne waren allsamt etwa 3 mm länger, Verarbeitung des Zwischenraumens eine Katastrophe. Anmerkung am Rande: Hat eigenen Zahntechniker in der Ordination angestellt.

Nach meiner Reklamation war der Zahnarzt sofort einverstanden, eine neue Brücke anzufertigen. Nochmal eine Menge Injektionen, Schmerzen, Zähne nachschleifen etc. Die zweite Brücke ist zwar meiner ursprünglichen viel näher gekommen, die Zähne sind aber wieder grösser ausgefallen und stehen weiter vor. Ich habe ständig ein störendes Gefühl an der Unterlippe. Ausserdem war der Biss nach der Einzementierung nicht mehr exakt (Grund weiss ich nicht), da musste auf einer Seite an die Backenzähnen viel nachgeschliffen werden. Dadurch ist viel Porzellan weg und natürlich auch der Lack. Fühlt sich unangenehm rauh an.

Beim Vorgespräch hat es geheissen, alte Brücke weg, eine Woche Provisorium, Brücke zementieren. Aus dieser Woche wurden 2 Horror-Monate mit viel Tränen, Ärger, das Gefühl des Ausgeliefertseins und ein Endergebnis, das mich nicht glücklich macht.

Ich weiss nicht, wie lange ich mit diesem Stück leben kann. Ich denke es werden nicht viele Jahre vergehen, bis ich einen Neuversuch starte. Aber eines weiss ich heute schon. Ich suche mir selbst einen Zahntechniker, sehe mir dessen Arbeiten genau an, gehe dann zu dem Zahnarzt, mit dem dieser zusammenarbeitet!

Der Preis für diese Brücke Normalmetall mit Porzellanüberzug: ohne Rechnung EUR 5.400 (Sie werden verstehen, dass ich da keinen Namen nennen kann).

Anmerkung der Redaktion: Anfertigung „wie gehabt“ ist nicht möglich. Ihr Kiefer hat sich in 25 Jahren verändert. Auf einer veränderten Basis ein genauso schönes neues Gebiss zu stellen wie ehdem, ist nicht einfach. Und dass einem Patienten nach 25 Jahren neue Zähne psychologisch nicht gefallen, damit sind Zahnärzte häufig konfrontiert. Wenn der Arzt aber eine bestimmte Leistung verspricht, muss sie eingehalten werden. Das war offensichtlich nicht der Fall. Bei Ihnen scheint tatsächlich einiges daneben gegangen zu sein.

Schwarzzahlen ist immer falsch. Sie machen sich zum Komplizen und verlieren ihr Recht auf Gewährleistung.

Kein Anreiz zur Vorsorge

Ein Systemfehler steht für mich fest: Das österreichische Gesundheitswesen bietet keinerlei Anreize zur Vorsorge. In der Schweiz geben Dentalhygieniker auf Staatskosten Mundhygieneunterweisung in den Schulen, während man in Österreich dafür tief in die Tasche greifen muss. Jeder Schüler hat dort ein Zahnbüchlein in der Art des Mutter-Kind-Passes und wird von der Schule aus regelmäßig zur Kontrolle/Behandlung beim Schulzahnarzt (oder alternativ bei einem privaten) angehalten. Dafür zahlen Erwachsene in der Schweiz den Zahnarztbesuch immer privat.

In Österreich ist es umgekehrt: Prophylaxe wird (durch mangelnde Unterstützung des Staates) bestraft, die (teure) Schadensbehebung an den Zähnen hingegen belohnt. Nehmen wir die professionelle Zahnreinigung - eine wichtige Vorsorgemaßnahme. Die Krankenkassen machen nur halbe Sachen: Zahnsteinentfernung wird bezahlt, die dazugehörige Politur und Fluoridierung aber nicht. Sicher, die Kassen leiden an Geldmangel. Aber gespart wird am falschen Platz. Auf Kurhotels, die überhöhte Unterbringungspreise verlangen und auf Ärzte, die wenig Generika verschreiben, müssten die Krankenkassen Druck ausüben, um die Kosten zu senken.

Ich bin auch überzeugt, dass eine gewisse Konkurrenz durch die Einführung der Wahlpflicht-Krankenversicherung wie in der Schweiz nach dem Modell der Autohaftpflichtversicherung (jeder kann den Anbieter frei wählen, muss aber irgendwo versichert sein) Wunder wirken würde. Nicht von ungefähr hat sich die Gebietskrankenkasse mit Händen und Füßen dagegen gewehrt, dass Vertragsbediensteten im Zuge der letzten Dienstrechtsreform die Möglichkeit des Wechsels zur BVA eröffnet wird. Sie hatte zu Recht Angst, dass ihnen ihre bisherigen Zwangsversicherten in Scharen davonlaufen würden.

Anmerkung der Redaktion: Vorsorge ist absolut sinnvoll und wünschenswert, sie verbessert die Lebensqualität. Wirklich große Einsparungen im Gesundheitssystem wird sie wahrscheinlich nicht erzeugen: Die Lebenserwartung steigt und teurer  Zahnersatz wird dann eben nicht schon mit fünfunddreißig sondern erst mit fünfzig oder sechzig ein Thema. Außerdem steigen die Ansprüche der Patienten. Die Kosten sinken nicht, sie verschieben sich. Die zusätzlichen Ausgaben für die Prophylaxe müssten sofort über höhere Beiträge der Patienten finanziert, während etwaige Einsparungen erst in einer Generation spürbar wären. So wünschenswert das ist, einfach lässt sich das derzeit nicht durchzusetzen.

Wahlpflicht-Krankenversicherung: Ihr Vorschlag begünstigt die Wohlhabenden und Gebildeten und benachteiligt die Ärmeren. Wohlhabende sind gesünder. Selbstverständlich würden Versicherungen diese Kunden mit offenen Armen aufnehmen. Die Ärmeren müssten bei ihren Versicherungen bleiben. Sie zahlen geringere Beiträge ein (geringeres Einkommen) und verursachen höhere Kosten (mehr Krankheiten). Wer bezahlt dann die steigenden Ausgaben dieser Krankenkassen? Niemand? Dann müssten diese Krankenkassen die Leistungen reduzieren ... Wir befürworten den sozialen Ausgleich im Kassenbereich und im Gesundheitswesen. So pauschal, wie Sie das formulieren, lehnen wir das ab.

Kostenvoranschlag ist selten

In Österreich von einem Zahnarzt einen schriftlichen Kostenvoranschlag zu erhalten ist nahezu unmöglich. Ein paar Kilometer über der Grenze in Deutschland ist es eine Selbstverständlichkeit. Zusätzlich ist die Sanierung eines Gebisses oder ein Teilprothese in Deutschland erheblich billiger als bei uns.

Dentalhygienikerinnen

Meine Dentalhygienikerin ist in Karenz - wer kann mir eine empfehlen? Es gibt mittlerweile in Wien zwar viele Prophylaxeassistentinnen, aber kaum Dentalhygienikerinnen ... Vielleicht hat die Redaktion eine Liste der Zahnärzte, die dieses Service anbieten, aufliegen?

Anmerkung der Redaktion: In ganz Österreich wird es nicht mehr als etwa zehn Dentalhygienikerinnen geben. Führende Funktionäre der Kurie der Zahnärzte lehnen Dentalhygienikerinnen ab, Begründung: angeblich „kein Bedarf“. Ein traditionell-patriarchalisch orientierter Arzt (Mann) bezeichnete die üblicherweise sehr selbstständig arbeitenden Dentalhygienikerinnen (Frau) als „nicht teamfähig“ ... 

An der Wiener Zahnklinik arbeiten Dentalhygienikerinnen. In angelsächsischen Ländern und in Skandinavien ist dieser Berufsstand seit Jahrzehnten erfolgreich.

Kuddelmuddel auf Wiener Zahnklinik

Ich habe über die Website der Wiener Zahnklinik ein E-Mail an die Prophylaxe-Abteilung geschickt, mit der Bitte, mir den Preis für eine Dentalhygiene-Sitzung mitzuteilen. Das E-Mail wurde folgendermaßen beantwortet: „Ich darf Sie ersuchen, für genauere Auskünfte die Leitstelle unserer Abteilung telefonisch zu kontaktieren. Mit freundlichen Grüßen“

Ich rufe also an der angegebenen Nummer an, erreiche eine unfreundliche junge Dame, die mir auf meine Frage antwortet:

„Wir geben keine Auskunft am Telefon.“ Mein Hinweis auf das E-Mail der Kollegin wird abgeschmettert: „Die Kollegin hat keine Ahnung - wir sagen keine Preise am Telefon.“ Mein Angebot, ihr ein E-Mail mit meiner Frage zu senden, wurde folgendermaßen beantwortet: “Wir haben kein E-Mail“. Da hab ich dann kapituliert und sie um ihren Namen gebeten. Den Vornamen erhielt ich; und der Nachname? Antwort: „Das sag ich nicht“. Bleibt eigentlich nur noch die Frage, warum sich die Wiener Zahnklinik vor potenziellen Patienten so fürchtet ...

Anmerkung der Redaktion: Offensichtlich gehen dort die tief greifenden Umstrukturierungen und das schrumpfende Budget zu Lasten der Patienten.

WGKK gibt keine Preisauskünfte

Am Markt der kassenfreien Zahnarztleistungen besteht überhaupt keine Preistransparenz. Einzelne Zahnärzte verlangen was sie wollen. Die Ärztekammer gibt dazu überhaupt keine Auskunft. Konkurrenzofferte sind in der Regel nur nach persönlichem Besuch und dann nur mündlich zu erhalten. Nicht jeder möchte nach Ungarn fahren.

In seiner Ratlosigkeit ruft man die Ombudsfrauen der WGKK an und interpelliert dann deren Obmann Bittner. Dort wie da hört man, dass die Kasse keinerlei Informationen über die kassenfreien Zahnarztleistungen habe, nicht einmal Richtwerte.

Dann erinnert man sich, dass die Kasse doch ein Dutzend Zahnambulatorien hat, die auch kassenfreie Leistungen erbringen, besucht eines und bekommt schon beim Empfang aus einer aufliegenden Preisliste jeden gefragten Preis gerne gesagt.

Somit betreibt die WGKK durch die Verweigerung von Markt- und Preisinformationen, die sie im eigenen Haus vorliegen hat, das Geschäft der Zahnärzte. Sie sabotiert doch damit unverständlicherweise die Interessen ihrer Versicherten ?

Preisauskünfte im Konsument-extra „Zähne“

In der aktuellen Ausgabe des Konsument-Ratgebers „Zähne“ findet sich eine sehr ausführliche Liste vieler zahnmedizinischen Leistungen mit den Richtpreisen der Ärztekammer. Diese hat auch eine Schlichtungsstelle eingerichtet, die sich bei Honorarstreitigkeiten als Vermittler anbietet.

Es liegt in der Natur der Sache, dass bei Privatleistungen Ärzte verrechnen können, was sie wollen - nur ist dann eben wieder die Mündigkeit des Patienten gefragt, der sich eben informieren muss ... Schließlich kann ein Arzt nur solange das verlangen, was er will, solange es ihm auch von Patienten gezahlt wird!

Preisrecherche in Eigenregie

Der Hinweis auf den mündigen Patienten, der sich informieren muss, geht an der Realität vorbei. Preistransparenz hat nichts mit Mündigkeit und Informationswilligkeit zu tun, sondern mit den Möglichkeiten, sich einen Marktüberblick zu verschaffen. Und hier sind dem einzelnen Konsumenten/Kunden/Patienten zeitlich und finanziell Grenzen gesetzt. Versuchen Sie einmal, eine Konsumenten-Marktübersicht in Eigenregie zu erarbeiten!

Im Geschäftsleben gibt keiner freiwillig etwas her, auch nicht Informationen. Markttransparenz muss oft durch mediale Berichterstattung oder durch Gesetze erzwungen werden. Nicht von ungefähr verpflichtet der Gesetzgeber Banken, ihre Geschäftsbedingungen auszuhängen, Supermärkte, Preise am Regel auszuweisen und Gastronomiebetriebe, die Speisekarte außerhalb des Lokals auszuhängen. Zahnärzte hingegen dürfen mit ihren Preisen Versteck spielen, obwohl es da um Beträge geht, die ein Vielfaches von einem Mittagsmenü ausmachen. Ich hoffe, der VKI kann mit seiner lobenswerten Initiative etwas erreichen und vielleicht sogar unseren Volksvertretern einige Denkanstöße liefern.

Anmerkung der Redaktion: Die Preisrecherche über die Privattarive für zahnärztliche Leistungen gestaltet sich bei Zahnärzten sehr zäh.

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