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Zahnbehandlung - Auweh

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Konsument 10/2004 veröffentlicht: 16.09.2004

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Transparente Preise, transparente Leistung

Vielfach muss man nicht nur die Preisinformation als Patient ausdrücklich fordern, sondern sich auch eine präzise Beschreibung der ärztlichen Leistung erkämpfen. Auf das Beispiel Zahnsteinentfernung wurde schon in Konsument 1/2001 „Tipps non stop“ hingewiesen. Vielen Zahnärzten erscheint der Krankenkassentarif für diese Leistung zu wenig und sie greifen zu Tricks, um sie sich als Privathonorar bezahlen zu lassen.

Man verpackt die Zahnsteinentfernung in klingende Begriffe wie „Mundhygieneeinheit“, „professionelle Zahnreinigung“, „Parodontalsitzung“ etc. und behauptet, das würde die Krankenkasse nicht zahlen. Dass meist als Draufgabe die Zähne poliert und mit Fluorid-Gel eingestrichen werden, ändert nichts an der Grundproblematik: Sollte der Patient überhaupt auf die Idee kommen, auf der Ausstellung einer Honorarnote zu bestehen und diese bei der Krankenkasse einzureichen, um den Krankenkassentarif rückerstattet zu bekommen, wird diese vermutlich die Bezahlung ablehnen, wenn die Leistung mit derart undefinierten Ausdrücken umschrieben wird.

Ich habe heuer in zwei Praxen solche Honorarnoten erhalten und auf einer genauen Aufschlüsselung bestanden. In beiden Fällen behauptete die Assistentin, auf dem Computerausdruck könne kein Zusatzvermerk über Einzelbehandlungen angebracht werden. Als ich einen handschriftlichen Vermerk forderte (und letztendlich auch erhielt), wurde der Zahnarzt geholt, der entrüstet fragte: „Wozu brauchen Sie das?“.

Anmerkung der Redaktion:

Zahnsteinentfernen ist nur Zahnsteinentfernen; Mundhygieneeinheit oder professionelle Zahnreinigung durch eine Prophylaxeassitentin reinigt auch die Zahnzwischenräume und poliert und fluoridiert die Zähne. Die Politur glättet den Zahn; es dauert länger, bis sich wieder harter Zahnstein bildet. Eine Sitzung mit einer Dentalhygienikerin sollte wiederum eine noch umfassendere Leistung enthalten – z.B. entzündete Zahnfleischtaschen behandeln (siehe „Mundhygiene“-Artikel in Konsument 3/1999 und Konsument-extra „Zähne“ Ausgabe 2003, Seite 53 – 55) Die wenigsten Zahnarztpraxen bemühen sich, diese Unterschiede transparent zu machen.

Klage wegen abgesagten Termin um 65 Euro

Ich hatte einen Mundhygiene-Termin bei meiner Zahnärztin. Am Tag davor teilte ich der Sprechstundenhilfe mit, dass ich den Termin am nächsten Tag nicht einhalten kann und mir in ein paar Tagen einen neuen ausmachen werde. Acht Monate später bekomme ich eine Klage vom Bezirksgericht über 114 Euro. Habe den Fall meinem Anwalt übergeben der Prozess ist ausständig.

Klage wegen abgesagten Termin

Der Gerichtstermin am 16.4.04 findet nicht statt, meine Ex-Zahnärztin bzw. deren RA haben zurückgezogen und müssen auch für die Kosten meines Rechtsanwaltes (ca. 100 Euro) aufkommen. Gerechtigkeit hat gesiegt. Moral von der Geschichte: Bei Absage eines Termins unbedingt Name und Uhrzeit notieren.

PS: In Zeiten wie diesen braucht man eine Rechtschutzversicherung, da fast jeder eine hat und - wie mein Beispiel zeigt - auch Bagatellebeträge eingeklagt werden.

Reservierte Zeit in Rechnung stellen

Es scheint eine allgemeine Absprache zu geben, bei Mundhygiene und professioneller Zahnreinigung im Gegensatz zu allen Krankenkassenleistungen die reservierte Zeit in Rechnung zu stellen und sich so ein Körberlgeld zu verdienen. Dr. B. in 1210 Wien schreibt in seiner Kostenplanung: 'Wir ersuchen Sie, im Falle einer Verhinderung spätestens 48 Std. (2 Werktage) vorher abzusagen, da Ihnen sonst die für Sie reservierte Zeit verrechnet werden muss'. Und die Universitätszahnklinik in 1090 Wien lässt sich parodontologische Befunderhebung, Mundhygiene-Beratung und Reinigung der Zahnfleischtaschen überhaupt im Voraus bezahlen und erklärt: 'Refundierungen von a Konto Zahlungen sind bei nicht zeitgerechter Terminabsage (24 Std. vor Termin) nicht möglich!'.

Die Frage ist, wie muss der Patient vorgehen, um später einen Nachweis für seine zeitgerechte Absage in der Hand zu haben? Insofern wäre die Begründung des Richters im vorliegenden Fall interessant, sollte die Klage nicht schon vorher zurückgezogen werden.

Klage wegen abgesagten Termin

Im konkreten Fall geht es ja eher um einen Kleinbetrag; darum wundert es mich, dass hier ein Gerichtsverfahren angestrengt wird, das vermutlich in Summe teurer als der Streitwert sein wird.

Es ist natürlich schon verständlich, dass Ersatzzahlungen bei Nichterscheinen verrechnet werden. Bei einer aufwändigen Behandlung (sei es Prophylaxe oder ein Beschlifftermin) wird in der entsprechenden Zeit die Ordination quasi freigehalten - und wenn der Patient nicht kommt, drehen eben alle Däumchen. Ein teurer Spaß bei einem Arzt (Fixkosten, Personal!). Um solche Leerläufe im Vorhinein abzufangen, wird im allgemeinen auch eher zu dicht terminisiert als zu dünn (vgl. Fluglinien!). Das heißt, lange Wartezeiten bei Ärzten sind nicht zuletzt darauf zurückzuführen, dass nicht wenige Patienten unverlässlich sind ...

Patienten sollten klagen

Vielleicht sollten die Patienten dazu übergehen, verlorene Zeit durch nicht eingehaltene Termine seitens des Arztes einzuklagen. Wer hat's noch nicht erlebt: Man bekommt einen Termin, ist pünktlich zur Stelle und wartet dann trotzdem, mitunter sehr lange.

Tolle Berichte über Zähne im Konsument

Ich darf der Redaktion des Konsument ein großes Lob für ihre fachlich hochwertigen Berichte über Zahnbehandlungen und Zahnärzte aussprechen. Als Zahnarzt kann ich das beurteilen. Aufgrund der guten Berichte habe ich „Konsument“ als Literatur für mein Wartezimmer abonniert. Meine Patienten können mich daran vergleichen. Und das ist gut so.

Panik und Depression nach Antibiotikum

Mir wurde im Juni 2003 eine künstliche Zahnwurzel eingesetzt und dabei als Antibiotikum Dalacin verschrieben. Einige Tage später bekam ich starke Panikattacken und Depressionen und musste in ein Krankenhaus stationär aufgenommen werden. Ich hatte unter solchen Symptomen noch nie zu leiden.

Danach folgte eine halbjährige ambulante Behandlung. Im Zuge der Implantierung der Zahnkrone Ende November fragte mich die Arztassistentin, wie es mir nach der Implantierung der Zahnwurzel gesundheitlich ergangen sei.

Bei diesem Gespräch teilte sie mir mit, dass auch sie nach einer Implantierung einer Zahnwurzel im März 2003 Dalacin verschrieben bekam und seither wegen derselben Symptome in psychiatrischer Behandlung ist.

Großzügiger Umgang mit Antibiotika

Auch ich habe die Erfahrung gemacht, dass Zahnärzte bei der Verschreibung von Antibiotika oft nicht zimperlich sind. Am 1 April 2002 (Ostermontag) suchte ich wegen starker Zahnschmerzen (entzündetes Gewebe um die Zahnwurzel) eine der eingeteilten Feiertagsordinationen in 1190 Wien auf. Als sich der Arzt weigerte, die Füllung aufzubohren und das gestaute Blut abzuführen (wie das zwei Jahre zuvor beim gleichen Zahn praktiziert worden war) und ich eine (für ihn bequemere) Extraktion ablehnte, verschrieb er mir ebenfalls Dalacin mit den Worten: Da sind Sie dann sicher geschützt - und das, obwohl ich ihm sagte, dass ich am nächsten Tag meine Zahnärztin aufsuchen würde (Antibiotika-Packungen muss man ja bekanntlich zur Gänze aufbrauchen). Abschließend wurde mir noch eingeschärft, ich solle mir den ausständigen WGKK-Krankenschein für das letzte Quartal und nicht für das beginnende ausstellen lassen (was ich dann aber nicht tat)!

Patienten müssen endlich mündig werden

Immer wieder (nicht zuletzt hier) liest man von den Problemen, die Patienten mit ihren (Zahn-)Ärzten haben. Obwohl man als Patient natürlich auf das Wissen, Können und die Seriosität des Arztes angewiesen ist, so fehlt es bei vielen leider an Selbstbewusstsein und Mündigkeit.

Warum werden Angaben des Arztes nicht hinterfragt? Warum soll ein Inlay besser sein als eine Amalgamplombe? Was meint ein anderer Arzt? Warum ist ein Arzt in der Innenstadt wohl teurer als einer in einem Randbezirk? Sind dem Arzt private Telefongespräche während der Behandlung wichtiger als der Patient? Warum wird wegen einer Rechnung so herumgedruckst? Stellen Sie klare Fragen, bitten Sie um verständliche Erklärungen und eindeutig aufgeschlüsselte Heilkostenpläne! All das wird Ihnen ein guter Arzt geben können. Wenn nicht - die Zeiten der Götter in Weiß sind nun glücklicherweise endlich vorbei - wechseln Sie den Arzt!

Betreffend Ungarn-Rechnungen (siehe auch Konsument-Ratgeber „Zähne“): Diese können bei der jeweiligen österreichischen Krankenkasse eingereicht werden, der entsprechende Satz für die österreichischen Leistung wird vergütet.

Pfusch bei uns, Qualität in Ungarn

Starke Blutung im Mund: Bis heute (55 Jahre) wusste ich nicht, daß beim Ziehen eines Mahlzahnes eine Öffnung in die Kieferhöhle entstehen kann! Nun kommt`s aber dick: Trotz zweimaliger Einlieferung mit der Rettung ins Spital Mödling wegen unstillbarer, sehr starker Blutung im Mund nach einer Zahnentfernung wurde ich nicht ordnungsgemäß informiert und nicht richtig chirurgisch versorgt.

Zahnarzt in Sopron: Nach einem Jahr stellte ein Zahnarzt in Sopron ohne jegliche Vorinformation innerhalb von zwei Minuten (!) nach Makro-Fotoaufnahmen im Mund (nie solches in Österreich erlebt) fest: Sie haben ja eine Öffnung in der Kieferhöhle!

Er operierte sauber, informierte mich umfangreich (Dauerinfektion durch Keime aus dem Rachen in die Kieferhöhle...) und ich zahlte aus eigener Tasche samt erheblicher Fahrtkosten!

Durch einen Arbeitgeberwechsel ist mir auch völlig unklar, ob zumindest für die Kostenvergütung die Wiener-, die NÖ- oder die BgldGKK einzustehen hat?

Warum kein Heilkostenplan?

Und warum ist es bei so vielen Zahnärzten keine Selbstverständlichkeit, dem Patienten von sich aus Heilkostenpläne auszuhändigen? Bei der Universitätszahnklinik in Wien und bei Dr. B in 1210 Wien musste ich jedenfalls kein Wort darüber verlieren, ein Kostenvoranschlag ist dort Standard!

Ein Arzt für die Regulierung, einer für den Rest

Ich habe seit einem Jahr eine fixe Zahnspange. Die Zahnfehlstellung bessert sich mit gutem Tempo und mein Zahnputzverhalten ist mittlerweile auch optimiert. Leider muss ich und mein Nichtzahnspangenzahnarzt immer wieder mit Verwunderung und -ärgerung feststellen, daß der andere ausschließlich den Fortschritt der Regulierung und nicht den Zustand des Zahnfleisches, Zahnstein etc. im Auge behält.

Natürlich weiß ich, dass hauptsächlich ich selbst für meine Zähne verantwortlich bin, andrerseits kann man nicht davon ausgehen daß alle Patienten Zahnfleischprobleme selbst sofort erkennen und fortan zweigleisig fahren (zwei Zahnärzte -einen fürs Zahnfleisch und einen für die Spange) was nicht zuletzt sehr zeit- und kostenintensiv ist.

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