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Zahnbehandlung - Auweh

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Konsument 10/2004 veröffentlicht: 16.09.2004

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Wie belastend sind Röntgenbilder?

Sie heben in dem Beitrag (Anm. d. Red.: Heft 12/2003 - Woran erkennt man einen guten Zahnarzt) als positiv hervor, wenn es vor und nach der Behandlung ausreichend Röntgenbilder gibt. Wie belastend ist für den Organismus heutzutage ein solches Zahnröntgen eigentlich?

Anm. der Redaktion: Mit modernen Röntgen-Geräten (die in Ö. regelmäßig kontrolliert und gewartet werden müssen) ist die Gefährdung durch eine Aufnahme schon so gering, dass sie eigentlich gar nicht mehr gemessen werden kann. Ein plastischer Vergleich, der immer wieder herangezogen wird, lautet: eine Aufnahme (Panorama-Röntgen) ist ebenso krebsgefährdend wie eine Zigarette!

Auf jeden Fall ist der diagnostische Nutzen von Röntgen-Aufnahmen immer größer als jede >>Gefährdung<< - deswegen in Anführungszeichen, da Esoteriker und Scharlatan-Heiler immer wieder die böse Strahlung herausstreichen. Diese ist schon bei einem einzigen Langstreckenflug (kosmische Strahlung!) wesentlich größer als bei einer einzigen Aufnahme. Und Piloten und Flugbegleiter werden auch nicht reihenweise dahingerafft, oder?

Bleimantel

Gar so harmlos kann die Röntgenstrahlung auch wieder nicht sein, sonst bekäme man bei den Aufnahmen nicht standardmäßig einen Bleimantel umgehängt.

Infos zu Röntgen

Nähere Informationen erhalten Sie z.B. beim Zahnärztlichen  Interessensverband, Patienteninfo-Blätter. (http://www.ziv.at/, http://www.ziv.at/informationen/forens/strahlenbelastung.htm)

Ein Röntgenfacharzt hat mir einmal auf die erstaunte Frage, warum denn bei einem Lungenröntgen keine Bleischürze (mehr) verwendet wird, erklärt, dass bei modernen Geräten praktisch keine Streustrahlung mehr auftritt, die es abzuschirmen gilt. Dh. die Strahlen, die sich durch die gezielte Aufnahme im Körper ausbreiten, sind schon stärker als die auf nicht untersuchte Körperregionen. Die Schürze wird hauptsächlich noch aus psychologischen Gründen verwendet ...

Gratulieren und kopieren

Ich darf ihnen zu dem kurzen Leitfaden in Heft 12/2003 über die gute Zahnarztpraxis gratulieren, und sie gleichzeitig um Genehmigung bitten, diesen Artikel in fotokopierter Form an meine Patienten weitergeben zu dürfen.

Einige Anmerkungen möchte ich mir auch noch erlauben:

- Zahnärzte sollen nicht, sondern müssen einen Umsatz von ca. 200 Euro pro Stunde erwirtschaften, denn damit muss alles bezahlt werden, von den Investitionen über personal (inklusive Raumpflegerin) bis zu den Materialkosten, nicht zu vergessen Fortbildung (oftmals teure Kurse während unbezahltem Urlaub!) und die Erfüllung von gesetzlichen auflagen (Entsorgung, TÜV etc.) . und vom Gewinn schneidet der Staat ein deftiges Stück ab. All das bedenken Patienten oft nicht. Die gesamte Medizin ist teuer, nur merkt das der Patient in der Zahnmedizin besonders, weil die Krankenkassen eine hochwertige und moderne Versorgung nicht (bzw. nur teilweise) bezahlen!

- Die Haltbarkeit von Füllungen hängt auch ganz wesentlich von der sorgfältigen Mundhygiene des Patienten ab (manche Patienten hören das nicht gerne ...)

- Durch Medienberichte (auch Werbung) wird eine teilweise unrealistische Erwartung bei Patienten hervorgerufen über die Machbarkeit (und auch Sinn) von Behandlungen - vieles ist machbar, aber nicht alles (und auch nicht alles machbare erscheint mir sinnvoll), wie in der gesamten Medizin. Umso wichtiger ist es, vor der Behandlung ein realistisches Behandlungsziel zu definieren.

- All die Diskussionen über Behandlungen, Materialen, Kosten etc. könnten wir uns ersparen, wenn viel mehr für die Vermeidung von Karies gemacht würde. Denn die Entstehung von Karies ist bis ins Detail erforscht und somit auch relativ einfach zu verhindern.

In diesem Zusammenhang gefällt mir auch ihre Feststellung, daß der Zahnarzt vermutlich seine Arbeit nicht schlechter macht als der Patient die seine ... dies könnte ein wenig zur Entschärfung des Feindbildes (Zahn-)Arzt beitragen, denn ich glaube, daß der Großteil der Kollegen eine ehrliche und engagierte Arbeit leistet. Dies kann er aber umso besser, je mehr er als Partner gesehen wird, und nicht als Kostenverursacher oder potentieller Pfuscher (Kostenverursacher ist immer der kranke Patient!).

dr. t. p.

Krone auf Wackelzahn gesetzt

Ein großes Stück meiner Zahnkrone bricht ab. Wurzelbehandlung bei Dr. M. Beim Abdrucknehmen für die Krone entstehen starke Schmerzen. Werde beruhigt („Überreaktion des noch entzündeten Zahnfleisches“). Schmerzen halten an, weil, wie ich feststelle, der Zahn kippt. Dr. M. schleift Krone ab, „Kommentar: Wenn der Zahn schon seinerzeit so gewackelt hätte, wäre keine Krone angefertigt worden. Es besteht aber noch Hoffnung, dass der Zahn sich festigt.“

Als ich mich beim vereinbarten Termin wieder melde, meint Dr. M: Ich müsse mich noch gedulden, „da ja bereits bei unserer ersten Begegnung der Zahn eine starke Eigenbewegung aufwies.“ Lass den Zahn an der Zahnklinik untersuchen, Ergebnis: Kieferknochen ist geschädigt, 10 mm tiefe Zahnfleischtasche, die Krone muss runter. Ich soll das Geld zurückfordern. Der Zahn beginnt zu eitern, ich fordere das Geld zurück. Dr. M. zahlt es zurück und ich muss eine Vereinbarung unterschreiben, auf weitere Ansprüche verzichten. Erhebe Einwände. Dr. M: „Sie gehen ständig zu anderen Ärzten und ich soll dann danach arbeiten. Ich will nicht mehr. Entweder sie nehmen das Geld gegen Bestätigung oder sie klagen mich. Ich habe eine sehr gute Rechtschutzversicherung.“ Der Zahn musste dann gezogen werden.

Grobe Aufklärungs- und Pflichtversäumnis

Meine an den Rollstuhl gebundene Tante wurde als Bewohnerin eines Pflegeheims wegen eines locker gewordenen Zahns in eine zahnärztliche Praxis gebracht. Dort wurde sie zur Duldung einer gleichzeitigen Extraktion von sechs Zähnen genötigt. Die Ärztin fertigte weder Röntgenaufnahmen, noch klärte sie die Patientin über Diagnose, Therapie, Risken und Nachsorge auf. Sie unterließ es, das Einverständnis der Patientin zu dieser drastischen Maßnahme einzuholen. Sie gab ihr auch keine Gelegenheit, sich mit Angehörigen zu beraten oder einen anderen Arzt zu konsultieren. Die entstandenen Wunden wurde nicht genäht, sodass meine Tante bis in die Morgenstunden des folgenden Tages an Blutungen litt.

Alles gut im Griff

Alle Daten sind auf einem Server-PC gespeichert. Wenn man auf einem der drei Sesseln Platz nimmt, ruft die Assistentin am Client meine Krankengeschichte auf und da sehe ich bildlich mein Gebiss mit diversen Farben unterlegt. Und das Panorama-Röntgen wird auch immer daneben aufgehängt. Es waren gerade drei Patienten von den drei  anwesenden Ärzten in Behandlung - musste daher ca. 1/2 Stunde warten, dann hat mich der Zahnarzt selbst angeschaut, noch einmal etwas weggeschliffen und es war gleich wieder besser. Die leichten Schmerzen kämen von dem gestauten Blut. Ich soll die entzündungshemmenden Kapseln weiternehmen und der Termin für das endgültige Einzementieren wurde um zwei Wochen nach verschoben.
Bin also bisher sehr angetan, man wird gut behandelt und es wird eingehalten, was mündlich ausgemacht wurde.

Krone schwarz

„Schwarzzahlungen“ sind sicher ein Thema – u. bei sehr vielen Zahnärzten gerne gesehen, wenn nicht zwingend notwendig. Ein Beispiel: Der äußere Teil eines Zahnes bricht heraus. „Kostenvoranschlag: 11.000 bis 12.000 Schilling. Ich deponierte, dass es in OÖ erheblich billiger sei. Die Antwort war, dass man die Leistung nicht direkt vergleichen können. Er biete beste Qualität. Beim Bezahlen von 9000 Schilling erhielt ich jedoch keine Rechnung. Der Zahnarzt ist sicher beliebig austauschbar.

Anmerkung der Redaktion: Schwarzahlungen scheint sehr verbreitet zu sein. Als Patient hat man ohne Rechnung rechtlich nichts gegen den Zahnarzt in der Hand, wenn etwas nicht in Ordnung sein sollte. Es sei denn, man informiert das Finanzamt. Aber das fällt nicht unter Gewährleistung sondern unter Rache.

Zwei Kunststoff-Füllungen

Ich war mit meiner 14jährigen Tochter bei einer Zahnärztin. Nach einer Untersuchung meinte die Ärztin, es wären zwei kleine Plomben zu machen. Ich fragte, was das alles kosten würde. Nach einigen Überlegungen der Ärztin bekam ich als Antwort 110 Euro. Ich fragte nach einer billigeren Alternative (außer Amalgam, meine Tochter ist Allergikerin). Es gäbe keine, man verwende in der Ordination nur Qualität. Was blieb mir übrig, ich stimmte zu. Nach einer relativ schmerzhaften Behandlung (Spritze hätte noch einmal gekostet), bekam ich von der Sprechstundenhilfe eine Rechnung über 220 Euro in die Hand gedrückt. Als ich protestierte, wurde ich unfreundlich angeschnauzt, das gelte „immer pro Zahn“.

So war das nicht ausgemacht. Zuletzt wurde meine Tochter angeschrien, weil sie im Wartezimmer eine Lampe berührt hatte. Ich habe die Rechnung bis jetzt nicht einbezahlt. Bisher bekam ich eine Zahlungsaufforderung, (nicht eingeschrieben) und einen Anruf an meinem Arbeitsplatz! Wo ich der Dame, die mich anrief allerdings mitteilte, dass ich keine Zeit zum Telefonieren hätte, worauf diese auflegte.

In meinen Augen ist diese Zahnärztin sehr unseriös und möchte durch fragliche Methoden zusätzlich zu Geld kommen.

Pfusch beim Zahnarzt?

Ich war neun Jahre lang bei einem Zahnarzt in Behandlung, der sukzessive fast alle meine Zähne wie folgt behandelte: Karies/sprich Plomben, ein bis zwei Jahre später begann der Zahn zu schmerzen -> Wurzelbehandlungen -> 3-4 Jahre später wieder Schmerzen -> Wurzelspitzenresektion -> letztendlich Zahnverlust. Nun bin ich nach reiflicher Skepsis bei einer anderen Zahnärztin in Behandlung, welche mir nach weiteren sechs von ihr durchgeführten und auch notwendigen Wurzelspitzenresektionen jedes Mal erklärt, dass die Wurzelbehandlungen des "Vorgängers" reichlich mangelhaft durchgeführt wurden und wohl darauf abzielten, den Zahn irgendwann einmal zu verlieren, um ein Implantat setzen zu können, was lukrativer für ihn wäre. Ich sehe keine Chance, diesem Schurken das Handwerk zu legen, habe ich doch für keine seiner Behandlungen irgendwelche Unterlagen ...

Anmerkung der Redaktion: Um den inneren Kanal („Nerv“) gekrümmter Zahnwurzeln von Bakterien sauber zu reinigen, muss der Zahnarzt wirklich sehr gründlich arbeiten. Eine wirklich schwierige Arbeit. Kein Wunder, dass es in den USA eigene Spezialisten dafür gibt (Endodontics). Dort, wo gründlich gearbeitet wurde, sind auch Wurzelspitzenresektionen selten.

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