Zahnbehandlung in Ungarn

Pannonisches Roulette

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Konsument 3/2005 veröffentlicht: 10.02.2005

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Zahnkliniken über Ungarn: „Ungenügend und schlecht“

Die Universität Bern veröffentlichte 1999 eine wissenschaftliche Untersuchung (N. Lang), die die Qualität der zahnärztlichen Versorgung in der Schweiz mit jenen des Auslandes und hier vor allem in Ungarn verglich. Das Ergebnis stark verkürzt: Die Schweizer Zahnärzte arbeiten gut, die ungarischen schlecht. „63% der in Ungarn angefertigten Arbeiten mussten als ungenügend bis schlecht bezeichnet werden.“ Hier einige Aussagen im Wortlaut:

„Die Resultate ergaben, dass festsitzender Zahnersatz, der im Ausland, speziell in Ungarn, eingegliedert worden war, eindeutig einem wesentlich niedrigeren Behandlungsstandard entsprach als eine in der Schweiz gefertigte, vergleichbare Rekonstruktion, obwohl subjektiv die Patienten in der Schweiz nur zu 74%, in Ungarn dagegen zu 85% mit ihren eingegliederten Arbeiten zufrieden waren. [...] Die Zahnarztkosten in Ungarn und im übrigen Ausland waren pro versorgter Einheit bedeutend geringer als diejenigen in der Schweiz. Dafür wurden im Ausland deutlich mehr Zähne überkront, was die durchschnittlichen Kosten pro Patient entsprechend anhob. [...] Nach Einzelaussagen von nachbehandelnden Zahnärzten, die in der Schweiz Neuanfertigungen eingliedern mussten, scheinen im Ausland die Kronen schneller präpariert zu werden. Die alten Füllungen wurden häufiger nicht entfernt und die Zähne zu wenig beschliffen, was zu Überkonturierungen und abstehenden Kronenrändern führen musste. Es ist offensichtlich, dass ein zu schnelles Arbeiten auch Qualitätseinbußen mit sich bringt.“

Quelle: Andreas Joss, Morten M. Christensen, Simone Jakob, Gabriela Oberholzer und Nikolaus P.Lang - Qualität von zahnärztlich-prothetischen Versorgungen im Vergleich (Schweiz/Ausland, speziell Ungarn). In: Acta Med Dent Helv., Vol 4: 77, 1999

 

1995 entstand an der Grazer Universitätszahnklinik eine weitere Arbeit, die ungarischen Zahnersatz unter die Lupe nahm (G. Arnetzl). Die Ergebnisse:

„Durch nicht fachgerechte prothetisch-restaurative Sanierungen im östlichen Ausland ensteht in über 84 Prozent ein Nachbehandlungsbedarf.

Die Qualität der prothetisch-restaurativen Sanierung von Billiganbietern entspricht nicht dem zeitgemäßen zahnmedizinischen Standard.

Die restaurativen Versorgungen entsprechen nicht den EU-Richtlinien (ISO-9000 und Medizinproduktegesetz.

Die Zahn-, Mund- und Allgemeingesundheit der Patienten ist durch die Nichtbeachtung von Standards [...] in hohem Maß gefährdet.“

Gerwin Arnetzl: Prothetische Versorgung aus dem benachbarten Ausland ohne entsprechende Vorbehandlung und deren Folgen. Vortrag am Österreichischen Zahnärztekongress, Wien 1995; Universitätszahnklinik für Mund-, Zahn- und Kieferheilkunde Graz (1995)

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