KONSUMENT.AT - Zahnbehandlung: Konflikt mit dem Zahnarzt - Schlichtungsvorschlag ablehnen

Zahnbehandlung: Konflikt mit dem Zahnarzt

Au Backe!

Seite 3 von 6

Nächsten Inhalt anzeigen
Konsument 6/2010 veröffentlicht: 18.05.2010

Inhalt

Sowohl Patient als auch Zahnarzt können den Spruch der Schlichtungsstelle annehmen oder ablehnen. Das bedeutet: Der Zahnarzt kann den Spruch des Schieds­gerichtes ignorieren. Wenn Patient oder Zahnarzt mit dem Ergebnis nicht zufrieden sind, können beide vor die Bundesschiedsstelle oder vor Gericht gehen. Klagt eine Seite vor Gericht, ist das Schlichtungsverfahren automatisch beendet.

Behandlungsfehler beweisen

Für Laien ist es schwierig, einem Arzt einen Behandlungsfehler zu beweisen; außerdem kann der Misserfolg viele Ursachen haben. Holen Sie zuerst die Meinung anderer Zahnärzte ein, aber erwarten Sie sich nicht zu viel davon. Natürlich ist der Zahnarzt verpflichtet, Sie über Ihren Gesundheitszustand zu informieren, und das schließt den Hinweis auf mangelhafte ­Arbeit des Vorbehandlers ein. Wundern Sie sich aber nicht, wenn Zahnärzte ihre Meinung über die schlechte Arbeit des Kollegen ausschließlich im persönlichen Gespräch äußern, aber unter keinen Umständen als Zeuge vor Gericht auftreten wollen.

Allein vor Gericht

Erstens untersagt die Werberichtlinie des Zahnärztegesetzes (§ 35 Abs. 5 ZÄG) "herabsetzende Äußerungen" über andere Zahnärzte. Zweitens muss ein Zahnarzt, der als Zeuge geht, in dieser Zeit die Ordination zusperren. Ein Zahnarzt hat als Zeuge nur Ärger. – Eines ist aber klar: Ist die Fehlbehandlung offensichtlich und schwerwiegend (z.B. abgebrochene Feile im Wurzelkanal vergessen), scheitern persönliches Gespräch und Schlichtungsverfahren, dann bleibt tatsächlich oft nur der Weg zu Gericht.

Freie Beweiswürdigung

Wenn Sie einen Behandlungsfehler vermuten, dann müssen Sie das dem Gericht beweisen oder glaubhaft machen. Ein Prozess ist für Sie als Patient eine riskante Sache. Das Gericht kann im Prozess Privat- und Gerichtsgutachten, Aussagen und Dokumente nach eigenem Ermessen würdigen. Es kommt auf die Schlüssigkeit an.

Bewertung

Wertung: 4 von 5 Sternen
3 Stimmen
Weiterlesen