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Zecken: FSME und Borreliose

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Konsument 3/2008 veröffentlicht: 21.02.2008

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Wirksamer Impfschutz

Gegen FSME besteht jedoch ein wirksamer Impfschutz. Laut österreichischem Impfplan handelt es sich bei FSME um eine Indikationsimpfung. Das bedeutet, eine Impfung ist ratsam, wenn man in einem Gebiet mit hoher Infektionsrate lebt beziehungsweise sich dort häufig in freier Natur aufhält. Für Personen, die außerhalb der Hochrisikogebiete leben, und für Stadtmenschen, die selbst Parkanlagen meiden, ist eine Impfung nicht notwendig.

Passau, Linz, Salzburg, St. Pölten, Wien, Thermenregion

In Österreich besonders betroffen sind die Flussniederungen zwischen Passau und Linz, die Gegend von Salzburg, St. Pölten, Wien, die Thermenregion, die östliche und südliche Steiermark, das Mittel- und Südburgenland sowie Gebiete in Mittel- und Unterkärnten. Aber auch in diesen Gebieten sind nur 0,1 bis 5 Prozent aller Zecken mit dem FSME-Virus infiziert. Insgesamt breitet sich die Zecke mit der allgemeinen Klimaerwärmung aus und wird auch durch Wildtiere zunehmend in städtische Ballungszentren eingeschleppt.

Borreliose nach einem Zeckenstich (Foto: Archiv)

Typische Wanderröte
am Ort des
Zeckenbisses
(Foto. Archiv)

Auffrischung notwendig

Der Impfschutz hält fünf bis sechs Jahre an. Ältere Personen bedürfen in der Regel früher einer Auffrischung als jüngere. Wer sich ungern impfen lässt, kann in einem Labor seinen Impfstatus bestimmen lassen. Die Kosten für die Blutuntersuchung betragen etwa 10 Euro und liegen damit deutlich unter dem Preis für eine Impfung. Der Impfstoff für Erwachsene kostet während der bis Ende Juli laufenden Impfaktion 25,90 Euro, davon wird der Beitrag der Sozialversicherung (je nach Krankenkasse zwischen 3,63 und 16 Euro) abgezogen.

Das Impfhonorar des Arztes beträgt etwa 10 Euro. Kinder können ab dem vollendeten ersten Lebensjahr, bei strenger Risiko-Nutzen-Abwägung im Einzelfall auch schon ab dem vollendeten sechsten Lebensmonat, geimpft werden. Allerdings sind nur wenige FSME-Fälle bei Säuglingen und Kleinkindern dokumentiert.

Keim Impfschutz gegen Borreliose

Gegen die durch das Bakterium Borrelia burgdorferi ausgelöste Lyme-Borreliose gibt es dagegen keinen Impfschutz. In Mitteleuropa sind etwa 5 bis 35 Prozent der Zecken Überträger von Borrelien. Nicht jeder Stich einer infizierten Zecke führt zur Ansteckung, und nicht jede Ansteckung hat eine Erkrankung zur Folge. Wichtig ist, die Zecke möglichst schnell und ohne sie zu quetschen zu entfernen. Je länger sie in der Haut verbleibt, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit einer Infektion.

Charakteristische Hautrötung

Bildet sich einige Tage bis Wochen nach dem Zeckenstich rund um die Einstichstelle eine auffällige, sich ausbreitende Hautrötung, ist dies ein starker Hinweis auf Borreliose. Betroffene sollten unverzüglich einen Arzt aufsuchen, auch wenn die Hautveränderung keine Schmerzen bereitet. Symptome wie Fieber, Bindehautentzündung, Kopf-, Muskel-, Gelenksschmerzen oder Schwellungen der Lymphknoten treten nämlich nur manchmal auf und verschwinden nach einiger Zeit von selbst.

Die Erreger verbleiben jedoch im Organismus, und es kann zu einer Vermehrung und Ausbreitung im gesamten Körper kommen. Im weiteren Verlauf kann es zu einem Befall des Nervensystems sowie zu Herzrhythmusstörungen kommen. Monate bis Jahre nach der Infektion können Gelenksentzündungen sowie rötlich-violette Hautveränderungen an den Streckseiten der Arme und Beine auftreten.

Mit Antibiotika therapierbar

Die Borreliose kann mit Antibiotika wirksam therapiert werden. Je früher damit begonnen wird, desto größer sind die Heilungschancen. Wichtig ist, dass die Behandlung ausreichend lange und in ausreichender Dosierung fortgeführt wird. Nur so kann sichergestellt werden, dass keine Bakterien im Körper überleben. In fortgeschrittenem Krankheitsstadium muss das Antibiotikum in Form von Spritzen oder Infusionen über mindestens 14 Tage verabreicht werden.

Ob alle Borrelien durch die Therapie abgetötet werden konnten, lässt sich anhand von Blutuntersuchungen nur schwer feststellen. Sollte es erneut zu Beschwerden kommen, die mit Borreliose in Zusammenhang gebracht werden können, muss die Antibiotika-Therapie wiederholt werden. Eine Behandlung mit Antibiotika ist allerdings nur beim Auftreten von Krankheitssymptomen sinnvoll.

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