Handy-Geräteversicherung

Nicht rundum sorglos

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KONSUMENT 10/2016 veröffentlicht: 29.10.2016

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Eine Kundin schließt beim Kauf eines iPhones eine ­Geräteversicherung ab. Das Handy wird gestohlen, die Versicherung weigert sich, für den Schaden aufzukommen – bis wir intervenieren.

Frau H. kauft in einem T-Mobile-Shop ein Apple iPhone 6, 64 GB Gold für ihre damals noch minderjährige Tochter. Das Gerät kos­tet 599 Euro. Sicherheitshalber erwirbt sie gleich im Geschäft gegen eine Einmalprämie in Höhe von 149,90 Euro eine sogenannte „Handy-Premiumschutzversicherung“. Die Versicherung deckt den Kaufpreis des Handys bis zu 24 Monate ab dem Kaufdatum ab und schließt grundsätzlich auch das Diebstahl­risiko mit ein. Der Selbstbehalt beträgt 69,90 Euro. Hinter dem Produkt steht die Generali Versicherung, als Abwickler trat ­ die Firma Aquilo Business Consulting GmbH auf.

Deckung abgelehnt

Anderthalb Jahre später wird der Tochter das Handy in einer Disco aus ihrer am Körper getragenen Handtasche gestohlen. Frau H. erstattete unverzüglich eine Diebstahls­anzeige und meldete den Schaden der Ver­sicherung. Diese lehnt eine Deckung mit Verweis auf die dem Vertrag zugrunde ­liegenden Allgemeinen Bedingungen der Elektronikversicherung ab. Danach ist der Versicherungsschutz ausgeschlossen, wenn das Gerät „bei Veranstaltungen, Versammlungen beziehungsweise allen Arten von Menschenansammlungen nicht gesichert in Innentaschen von Kleidungsstücken, ­körpernah beziehungsweise am Körper getragen wird“.

Versicherung bezahlt

Frau H. wendet sich an uns und wir inter­venieren bei der Versicherung auf Zahlung der Schadensumme in Höhe von 529,10 Euro (Anschaffungspreis minus Selbstbehalt). Die Versicherung bietet daraufhin eine ­Deckungsübernahme von 50 Prozent. Für den Leiter der Abteilung Klagen im VKI, ­Thomas Hirmke, ist dieses Angebot nicht nachvollziehbar: „Die Verwahrung des Handys in einer verschlossenen Handytasche, die beim Besuch ­einer Diskothek körpernah getragen wird, ist eine absolut übliche Praxis. Sie stellt keine unsach­gemäße oder sorglose Verwahrung dar. Genau für solche Fälle wird eine Versicherung abgeschlossen.“ Der VKI reicht gegen die Versicherung Klage ein. Zu einer Gerichtsverhandlung kommt es allerdings nicht, da die Versicherung zuvor die volle Schadenssumme an Frau H. überweist.

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