KONSUMENT.AT - Handystrahlung und Elektrosmog - "Junge Zellen“ reagieren empfindlich

Handystrahlung und Elektrosmog

Wacher, müder, vergesslicher

Seite 7 von 11

Nächsten Inhalt anzeigen
KONSUMENT 11/2016 veröffentlicht: 21.09.2016, aktualisiert: 25.11.2016

Inhalt

„Junge Zellen“ reagieren empfindlich

Zellen, die metabolisch (stoffwechsel-)aktiv sind, reagieren besonders auf die Mobilfunk-Bestrahlung. Diese finden sich naturgemäß bei wachsendem Gewebe – also bei Kindern und Jugendlichen, die einen hohen Anteil an solchen Zellen haben, welche dann auf Stress und Oxidierung von DNA „anspringen“. „Aus der höheren noch erwartbaren Lebensdauer ergeben sich daher … Argumente für Vorsorgemaßnahmen, um mögliche Langzeitrisiken für diese Personengruppe zu minimieren“, formuliert Prof. Mosgöller wissenschaftlich-trocken. Gerade bei Kindern gilt also: Die Belastung durch Handystrahlung minimieren – etwa gehörigen Abstand zum Kopf halten.

Handystrahlung: Je jünger der Mensch, desto tiefer dringt die Strahlung in den Kopf (Bild: Screenshot AUVA)

Handystrahlung: je jünger, desto tiefer (Screenshot: AUVA)

Der K(r)ampf mit den Grenzwerten

"Athermisch“, das bedeutet "nicht thermisch“ also "nicht erwärmend“ und ist somit das genaue Gegenteil von dem, vorauf die aktuellen Grenzwerte zur Vermeidung gesundheitlicher Beeinträchtigung von Menschen beim mobilen Telefonieren beruhen: die schon erwähnten SAR-Werte (Spezifische Absorptions-Rate). Der SAR-Wert ist ein Maß dafür, in welchem Umfang elektromagnetische Wellen – wie sie beim Handytelefonieren zwangsläufig auftreten – vom Körper absorbiert (aufgesogen) werden und zu thermischen Effekten durch das Erwärmen von Gewebe führen.

Erwärmung schädigt Zelle

Zu hohe Dosen und in der Folge zu hohe Erwärmung bedeuten unweigerlich Zellschädigung oder Zelltod. Deshalb würde es auch niemanden einfallen, seinen Kopf unter Umgehung der Abschaltautomatik in den laufenden Mikrowellenherd zu stecken. Aber das gleichfalls mit Mikrowellen (viel geringerer Intensität) arbeitende Handy halten wir uns oft bedenkenlos und ausdauernd an die Schläfe.

Bewertung

Wertung: 4 von 5 Sternen
82 Stimmen
Weiterlesen

Kommentare

  • Vermag die Mobilfunk-Lobby sinnerfassend zu lesen?
    von NETclub50plus am 21.09.2016 um 19:57
    Betrachtet man deren Presseaussendung (FMK, Forum Mobilkommunikation) zu diesem Thema, muss man das stark bezweifeln. Dort heißt es wörtlich: "Die gute Nachricht: Keine Wirkungen gefunden – selbst bei 16 stündiger Exposition." Zeigt doch schon der KONSUMENT-Artikel, dass eine ganze Reihe von Wirkungen auf allen Ebenen (kognitiv, zellulär) nachgewiesen wurde. Die 16 Stunden beziehen sich übrigens auf Zellversuche im Labor – an den Versuchspersonen wurde Veränderungen in den Zellen der Mundschleimhaut schon nach zweistündiger Exposition über fünf Tage nachgewiesen - und zwar noch Wochen später. Das unterschlägt die PR-Aussendung der FMK total. - Was die Zellreaktionen betrifft, wurde eine Vielzahl von Zelllinien untersucht, von denen nicht ALLE eine Reaktion auf die UMTS-Strahlung zeigen (was längst bekannt ist). Aus dieser Tatsache abzuleiten, es seien "keine Wirkungen" gefunden worden ist (freundlich gesagt) eine Verdrehung der Tatsachen, da beispielsweise Hirntumor-Zellen im Experiment besonders empfindlich reagierten. - Die Lobby zitiert aus der Studie: "Keine der gefundenen Wirkungen lässt den Schluss auf direkte gesundheitsschädliche Wirkungen zu." Der nächste, entscheidenden Satz fällt bei der FMK aber unter den Tisch: "Allerdings begründen sie ein potentielles Risiko für exponierte Personen." Denn neben den DIREKTEN Wirkungen mag es auch kumulative Effekte geben. EINE Zigarette hat noch niemanden umgebracht ("keine direkte Wirkung"), eine Schachtel pro Tag auf Dauer wohl schon. Und genau so mag es unter Umständen auch mit der Mobilfunkstrahlung sein. - Dass die PR-Maschinerie der Handy-Konzerne all das leugnet ist eine Beleidigung des Intellekts aller ihrer Kunden.