KONSUMENT.AT - Handystrahlung und Elektrosmog - SAR-Wert wird kritisiert

Handystrahlung und Elektrosmog

Wacher, müder, vergesslicher

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KONSUMENT 11/2016 veröffentlicht: 21.09.2016, aktualisiert: 25.11.2016

Inhalt

SAR-Wert wird kritisiert

Dabei hat es der SAR-Wert nicht leicht: Er wird von zwei Seiten kritisiert. Die eine meint, er sei eigentlich untauglich für die Bestimmung der Strahlenbelastung beim Telefonieren, da so hohe Werte in der Praxis ohnehin nicht auftreten würden.

Das "thermische Dogma"

Die andere Seite kritisiert: Der Grenzwert von 2 W/kg würde zwar möglicherweise ausreichenden Schutz vor thermischen Wirkungen bieten. Aber die thermischen Wirkungen seien allenfalls ein Teil der Einflussfaktoren. Der andere – die nicht thermischen, athermischen Wirkungen, wie sie Gegenstand dieser Forschungsarbeit waren – blieben völlig unberücksichtigt, sie fänden keinerlei Niederschlag in den Grenzwerten („thermisches Dogma“ nennen das die Kritiker). Athermische Effekte werden (noch) nirgendwo auf der Welt in die Festlegung von Grenzwerten für die Mobiltelefonie einbezogen.

Was gilt jetzt?

Trotz des nicht ganz einheitlichen Bildes gilt: Beachten Sie die SAR-Werte (in unseren großen Handy-Testtabellen angegeben). Denn wie wir gesehen haben, können sich Wirkungen der Mobiltelefonie parallel zu den SAR-Werten erhöhen. Weniger ist hier mehr. Konsumenten, die gesundheitliche Risiken minimieren möchten, werden also nicht (nur) auf die neuestens – in Wahrheit ohnehin meist nur werblich herbeigeredeten – Features der neuesten Smartphone-Generation achten, sondern auch auf den SAR-Wert der Geräte.

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Kommentare

  • Vermag die Mobilfunk-Lobby sinnerfassend zu lesen?
    von NETclub50plus am 21.09.2016 um 19:57
    Betrachtet man deren Presseaussendung (FMK, Forum Mobilkommunikation) zu diesem Thema, muss man das stark bezweifeln. Dort heißt es wörtlich: "Die gute Nachricht: Keine Wirkungen gefunden – selbst bei 16 stündiger Exposition." Zeigt doch schon der KONSUMENT-Artikel, dass eine ganze Reihe von Wirkungen auf allen Ebenen (kognitiv, zellulär) nachgewiesen wurde. Die 16 Stunden beziehen sich übrigens auf Zellversuche im Labor – an den Versuchspersonen wurde Veränderungen in den Zellen der Mundschleimhaut schon nach zweistündiger Exposition über fünf Tage nachgewiesen - und zwar noch Wochen später. Das unterschlägt die PR-Aussendung der FMK total. - Was die Zellreaktionen betrifft, wurde eine Vielzahl von Zelllinien untersucht, von denen nicht ALLE eine Reaktion auf die UMTS-Strahlung zeigen (was längst bekannt ist). Aus dieser Tatsache abzuleiten, es seien "keine Wirkungen" gefunden worden ist (freundlich gesagt) eine Verdrehung der Tatsachen, da beispielsweise Hirntumor-Zellen im Experiment besonders empfindlich reagierten. - Die Lobby zitiert aus der Studie: "Keine der gefundenen Wirkungen lässt den Schluss auf direkte gesundheitsschädliche Wirkungen zu." Der nächste, entscheidenden Satz fällt bei der FMK aber unter den Tisch: "Allerdings begründen sie ein potentielles Risiko für exponierte Personen." Denn neben den DIREKTEN Wirkungen mag es auch kumulative Effekte geben. EINE Zigarette hat noch niemanden umgebracht ("keine direkte Wirkung"), eine Schachtel pro Tag auf Dauer wohl schon. Und genau so mag es unter Umständen auch mit der Mobilfunkstrahlung sein. - Dass die PR-Maschinerie der Handy-Konzerne all das leugnet ist eine Beleidigung des Intellekts aller ihrer Kunden.