Einbrecher

Erwischt sollen sie werden

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KONSUMENT 7/2015 veröffentlicht: 25.06.2015

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Gauner beleben die Wirtschaft. Es genügen zwei Einbrüche und die ganze Nachbarschaft denkt an moderne Alarmanlagen. - "Kunde König“, ein satirischer Kommentar von Alois Grasböck.

KONSUMENT-Kolumnist Alois Grasböck
Alois Grasböck

Besitz macht froh, doch er macht auch Sorgen, weil das Böse immer und überall zuschlagen kann. Selbst in Gegenden, in denen man früher sorglos die Fenster offenstehen ließ, macht sich Unsicherheit breit, sobald man öfter Schlagzeilen wie "Einbrecherbande räumte in einer Nacht sechs Häuser aus!“ liest.

Besser als gefühlt

Da hilft es auch nichts, wenn Statistiken besagen, es sei gar nicht so schlimm wie gefühlt. Was nützt schon eine Statistik, wenn das Haus aufgebrochen ist und die Wertgegenstände verschwunden sind? Deshalb passiert das, was in unsicheren Zeiten immer passiert: Es wird aufgerüstet. Einfache Alarmanlagen hat es immer schon gegeben. Man kann zum Beispiel leere Flaschen oder Geschirr so aufstellen, dass das Zeug klirrend herunterfällt, sobald der Einbrecher das Fenster aufdrückt. Wenn der Strolch weiß, dass keiner daheim ist, lässt ihn das allerdings kalt. Vor allem, wenn er ein Profi ist.

Schlecht gelaunte Dobermänner

Leider sind die Profis bei den Einbrechern schon lange auf dem Vormarsch. Bei manchen Banden wundert man sich fast: Was könnten diese Leute in normalen Berufen erreichen, so flink, flexibel und geschickt, wie die sind! Aber wenn sie unbedingt kriminell sein wollen, wünschen wir ihnen, dass hinter der nächsten aufgebrochenen Tür ein paar schlecht gelaunte Dobermänner auf sie warten.

Gauner beleben die Wirtschaft

Paradox ist, dass die Gauner die Wirtschaft beleben, und das nicht nur wegen der Schäden, die ersetzt werden. Zwei Einbrüche in der Nachbarschaft genügen, und die ganze Wohnsiedlung denkt an Aufrüstung durch moderne Alarmanlagen.

Alarmanlage ausknipsen

Aus der Weltgeschichte ist bekannt, wie ein Wettrüsten vor sich geht. Womit werden die Bösen als nächstes reagieren? Mit Spezialisten, die, wie auch immer, jede durchschnittliche Alarmanlage ausknipsen können? Weiter schauen wir nicht in die Zukunft, sonst landen wir womöglich bei totalvergitterten Häusern und Schusswaffen im Nachtkastl. Besser wäre: Erwischt sollen sie werden, bis ihnen das Einbrechen vergeht!

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