Elektrosmog im Haushalt

Am besten abschalten

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Konsument 3/2009 veröffentlicht: 16.02.2009

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Drohen von außen (durch Hochspannungsleitungen oder Sendemasten) keine Gefahren?
Nicht wenn der Abstand zur Feldquelle groß ­genug ist, denn die Feldstärke nimmt mit wachsendem Abstand stark ab. Für 380-kV-Leitungen wird ein Abstand von 100 Metern als ausreichend angesehen. Auch bei Mobilfunkstationen wird der emp­fohlene Vorsorgewert in dieser Entfernung nur in Ausnahmefällen überschritten. Dazu kommt, dass die Hauswand hochfrequente Felder zum Teil abschirmt.

Wie kann man sich gegen Elektrosmog schützen?
Halten Sie sich an die drei A: Abschalten, Abstand halten und Abschirmen – in dieser Reihenfolge. Dabei gilt: Netzfrequente elekt­rische Felder bleiben auch bestehen, wenn das elektrische Gerät abgeschaltet wird. Erst wenn die Leitung vom Netz getrennt wird (Stecker raus oder schaltbare Steckerleiste abschalten), werden elekt­ri­sche Felder meist abgesenkt. Man kann sich aber leicht durch Abschirmung vor ihnen schützen. Netz­frequente magnetische Felder verschwinden durch Abschalten des ­Gerätes (Achtung: Viele in elektronischen Geräten und Lampen eingebaute Trafos werden durch Bedienung der Aus-Taste nicht abgeschaltet), eine Abschirmung ist fast nicht möglich. Mit wachsendem Abstand wird die Feldstärke stark reduziert.

Ist die Netzfreischaltung eine sinnvolle Maßnahme?
Eine Netzfreischaltung ist nur für Schlaf- und Kinderzimmer sinnvoll, da viele Stromverbraucher auch über Nacht in Betrieb bleiben müssen (Kühlschrank, ­Ladegeräte, Aufnahmegeräte, ). Der nachträgliche Ein­bau einer Netzfreischaltung ist immer mit Fragezeichen verbunden und sollte mit ­einer Messung der Feldstärke einhergehen. Denn es kann passieren, dass durch die Freischaltung die Felder sogar stärker werden statt zu verschwinden. Es hilft nichts, den Stromkreis innerhalb der Wohnung abzuschalten, wenn die Steigleitung des Gebäudes durch die Schlafzimmerwand verläuft oder sich Leitungen von Nachbarwohnungen daneben, darüber oder darunter befinden. Auch eine Mobilfunk-Basisstation vis-à-vis vom Schlafzimmer ist zu berücksichtigen. In diesen Fällen sind Abschirmmaßnahmen die Alternative. Es gibt spezielle Verputze, Tapeten und Anstriche, die an der Wand angebracht werden, Vorhänge für die Fenster oder auch Abschirm-Baldachine fürs Bett. Ob Abschirmung oder Freischaltung: Nicht jeder Maler bzw. Elektriker hat Erfahrung auf dem Gebiet. Informieren Sie sich zuerst und holen Sie mehrere Angebote ein.

Wie kann man sich im Schlafzimmer schützen?
Die konsequentesten Methoden sind Abschirmen oder Freischalten des ganzen Raumes (siehe oben). Aber auch die Befolgung einfacher Ratschläge kann die Belas­tung stark reduzieren: Verzichten Sie auf elektronische Geräte im Schlafzimmer (TV-Gerät, Musikanlage oder die Basisstation eines Schnurlostelefons). Auch Radiowecker verursachen elektro­magnetische Felder, ein Mindest­abstand vom Kopf (ein Meter) sollte jedenfalls eingehalten werden. Besser ist es, einen mechanischen oder batteriebetriebenen Wecker zu ­verwenden. Bettgestelle aus Metall oder Federkernmatratzen können an elektrische Felder ankoppeln und diese verstärken. Heizdecken erzeugen Magnetfelder. Wenn Sie darauf nicht verzichten können, heizen Sie sie besser vor dem Schlafengehen auf und ziehen dann den Stecker raus.

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