KONSUMENT.AT - Espressomaschinen - Wartungsarbeit und tägliche Reinigung

Espressomaschinen

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KONSUMENT 12/2012 veröffentlicht: 23.11.2012

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Espressomaschinen regelmäßig säubern


Milchschaum bedeutet aber nicht nur Genuss, sondern auch Arbeit. Aufgrund der Verkeimungsgefahr müssen die Milchwege regelmäßig gesäubert werden, was natürlich lästig und oft recht aufwendig ist. Nur wer rund 1.500 Euro in die Krups Automatic ­Espresso EA9000 investiert, kann sich entspannt zurücklehnen. Die Milchdüse ist hier in einem Reinigungsbehälter untergebracht. Bei Bedarf fährt sie aus, schäumt die Milch und wird dann automatisch gespült.

Und auch für die von Zeit zu Zeit notwendige gründliche Reinigung der Düse gibt es ein spezielles Automatikprogramm. Wann es soweit ist, gibt die Maschine über das Display bekannt. Mit dessen Hilfe interagiert das ­die Espressomaschine auch in anderen Fällen mit dem Benutzer und leitet ihn durch sämtliche Bedienschritte. Bei der Krups-Maschine besteht die Möglichkeit, unter den „Favoriten“ die persönlichen Einstellungen für die bevorzugte Kaffeezubereitung abzuspeichern.

Service vorprogrammiert

Selbst bei diesem hochpreisigen Vollauto­maten kommt allerdings der Moment, in dem auf dem Display der Hinweis auf die fällige Wartung aufscheint. Autofahrer kennen dies zur Genüge: Ob braver Familientransporter oder schnittiger Sportwagen – das Fahrzeug muss nach dem Abspulen einer bestimmten Kilometeranzahl zum Service. Bei den Espressovollautomaten zählt dazu z.B. das Entkalken, das Erneuern des Wasserfilters, das Reinigen der Brüheinheit (die bei den meisten Maschinen entnehmbar ist) oder das komplette Auseinandernehmen und Säubern des Milchbehälters, der bei den Testgeräten aus bis zu sieben Teilen bestand (Philips Saeco Exprelia). ­Modellabhängig laufen zwar auch hier viele Vorgänge automatisch ab, gestartet werden muss das Reinigungsprogramm allerdings vom Benutzer selbst und auch die zusätz­lichen Kosten für Entkalkungs- und Reinigungsmittel sind von ihm zu tragen.

Vorsicht, Schimmel!

Neben diesen regelmäßigen Wartungsarbeiten dürfen Sie freilich auch die vielen täglichen Handgriffe nicht übersehen, die bei der Benutzung der Geräte anfallen. Das Spülen der Milchdüse/Milchwege haben wir bereits erwähnt. Weiters muss Wasser und Kaffee nachgefüllt sowie der Tresterbehälter mit dem Kaffeesud entleert werden. Das ist die Kehrseite des Kaffeegenusses für zu Hause, welche aus Anbietersicht – ähnlich wie bei den Autos – in der positive Emotionen ansprechenden Werbung verständlicherweise keinen Platz hat. Angesprochen werden muss sie trotzdem, denn Pflege und Wartung sind Voraussetzungen dafür, dass die Freude an Ihrem Vollautomaten anhält. Wer beides vernachlässigt, riskiert auf Dauer Geräte­ausfälle sowie hygienische Mängel wie etwa Schimmelbildung im Inneren. Letzteres geschieht innerhalb weniger Tage, wie die Tester feststellten. Sie simulierten dazu eine einwöchige Reise, vor deren Antritt sie darauf „vergessen“ hatten, die Maschine zu reinigen.

PrimaDonna schlapp beim Dauertest

Aber auch sonst wurden die Espresso­maschinen im Test nicht gerade vorbildlich behandelt, denn schließlich sollten sie im Dauerbetrieb ihre Robustheit beweisen. Also wurden Reinigungs- und Entkalkungshinweise wider besseres Wissen so lange wie möglich ignoriert und im Tagesbetrieb insgesamt 1.500 Espressi pro Maschine gebrüht. Durchgehalten haben alle – nur eine machte Schwierigkeiten. Die De’Longhi PrimaDonna S zeigte nach rund einem Drittel der Zeit die Fehlermeldung „Brühgruppe einsetzen“. ­Allerdings war diese gar nicht aus dem Gerät entfernt worden. Das gleiche Phänomen trat bei zwei weiteren „Primadonnen“ auf, wodurch sich ausschließen lässt, dass es sich um einen Einzelfall handelt. Offenbar überhitzt diese Maschine schneller als die Konkurrenzprodukte und verweigert dann für einige Zeit den Dienst. Erst nach einer längeren Ruhephase floss wieder Kaffee aus den Düsen.

Abzüge bei der Sicherheit

Kein akutes, aber ein vermeidbares Problem fanden die Tester im Inneren der De’Longhi PrimaDonna. Hier ist eine Schutzleiterverbindung zu locker montiert. Ein 100-prozentiger Schutz vor einem Stromschlag ist somit nicht gegeben. Auch die Jura Impressa C5 ist in dieser Hinsicht nicht ganz optimal. Bei ihr sitzt ein wasserführender Schlauch zu nahe an spannungsführenden Teilen. Sollte er ­undicht werden, könnte der Benutzer bei ­Berührung der Dampfdüse einen leichten elektrischen Schlag bekommen. Wir müssen einschränkend dazusagen, dass in beiden Fällen keine akute Gefahr besteht und ­jeweils mehrere ungünstige Umstände zusammenkommen müssen. Trotzdem gab es Abstriche bei der Sicherheitsbewertung, denn die ­übrigen Testmodelle beweisen ja, dass es besser geht.

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Kommentare

  • Testreport Vollautomaten
    von msi68 am 18.12.2012 um 11:48
    Ich bin sehr erstaunt, dass eine Maschine Testsieger wird bei die Brühgruppe nicht herausnehmbar ist (Schimmelbildung, Hygiene!) und lediglich mit einer chemischen Keule (Tablette) zu reinigen ist. Siehe auch den Testbericht von RTL (http://www.youtube.com/watch?v=W0eceF4OA50)
  • schimmel
    von raika am 03.12.2012 um 11:04
    Die 3 Artikel sind sehr interessant. Leider habe ich zunehmend das Gefühl mit jedem Kaffee auch Schimmel zu mir zu nehmen. Ob nun die Brühgruppe fix installiert oder herausnehmbar ist, ich denke das diese Schimmel Problematik langfristig Allergien und Krankheitsbilder - zumindest begünstigen - wenn auch nicht unbedingt auslösen können. Wie schon von einigen erwähnt, eine "100%ige Reinigung" gestaltet sich trotz akribischer Genauigkeit ohne das Gerät zu zerlegen äußerst schwierig bis unmöglich. Mir fällt jedenfalls auf, das ich - trotz genauer Reinigung - bei meiner Saeco Incanto Sirius Touch (gekauft 12/2005) einen deutlichen Qualitätsverlust bemerke. Vermutlich stecken irgendwo ranzige und schimmlige Teilchen fest ... ein Wechsel erforderlich? (Gerät kostete damals schon 900 EUR). Oder gibt es zuverlässige Reinigungsmethoden (angefangen beim Bohnenbehälter, Brühgruppe, Schläuche, ...)? Danke für Eure Tips!