KONSUMENT.AT - Fairtrade und FLP: Blumen fair schenken - Wo sind die Unterschiede?

Fairtrade und FLP: Blumen fair schenken

Rosen ohne Dornen

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Konsument 2/2006 veröffentlicht: 16.01.2006

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Was sie unterscheidet

Der sichtbare Unterschied zwischen FLP und Fairtrade ist die Vertriebsstruktur. Während FLP-Blumen in rund 100  Blumenfachgeschäften österreichweit angeboten werden, konzentriert sich Fairtrade auf den Lebensmittel-Einzelhandel: Dort gibt es preiswerte, kurzstielige Rosen in vier Farben im 7-Stück-Bund. FLP-zertifizierte Betriebe liefern Blumen höherer Qualität, nicht nur Rosen, sondern auch Nelken, Callas u.a. Grundsätzlicher ist der Unterschied in der Ausrichtung der beiden Initiativen.

Lebensbedingungen und Entwicklungspolitik 

Das FLP will Arbeits- und Lebensbedingungen der Arbeitnehmer in Blumenplantagen verbessern, das sind oft Großbetriebe mit tausenden Beschäftigten. "Fairtrade verfolgt dagegen auch einen entwicklungspolitischen Ansatz", so Fairtrade-Mitarbeiterin Beate Irani. Neben den Arbeitern in Plantagen würden vor allem Kleinbauern-Kooperativen unterstützt. Zusätzlich zum garantierten Mindesteinkommen für den einzelnen Arbeiter (bzw. Bauern) wird eine Prämie aus dem Verkaufserlös finanziert, die für soziale Projekte (sei es Trinkwasseraufbereitung, medizinische Versorgung oder Aufbau eines Schulsystems) zweckgewidmet ist.

FLP auch in Europa aktiv

Während Fairtrade-Betriebe ausschließlich in Entwicklungsländern beheimatet sind, ist FLP auch in Europa aktiv, so gibt es in Portugal zwei FLP-zertifizierte Betriebe. Denkbar wäre das übrigens auch in Österreich, selbst hier würden nicht selten Mindeststandards unterschritten: "Gärtnereibetriebe, die afrikanische Immigranten oder Saisonarbeiter aus Osteuropa ohne Arbeitsvertrag und ohne geregeltes Einkommen beschäftigen" (Margot Fassler, FLP-Österreich).

Dass das Nebeneinander zweier Gütesiegel Verwirrung unter den Konsumenten stiften könnte, glauben beide Organisationen nicht. Die Ziele seien ähnlich, die Angebote würden einander ergänzen: Fairtrade-Rosen aus dem Supermarkt, FLP-Blumen im Fachhandel.

Regelmäßige Überprüfung

Keinem der beiden Gütesiegel kann man jedenfalls Etikettenschwindel vorwerfen, die Ethik-Kriterien sind streng und ihre Einhaltung ist gewährleistet. Sowohl FLP- als auch Fairtrade-Betriebe werden regelmäßig durch unabhängige Organisationen überprüft.

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