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Haushalt

Chemische Keule

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Konsument 2/1999 veröffentlicht: 01.02.1999

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Aggressiv - doch wieder da

Vor einigen Jahren waren die aggressiven Chlorreiniger nahe daran, im Zeichen des Umweltschutzgedankens vom Markt zu verschwinden. Ihre Wiederkehr dürfte mit der Furcht vor neuartigen Keimen zu tun haben. Doch Haushaltsreiniger mit Chlor sind eindeutig der falsche Weg. Zum einen gibt es sinnvollere Methoden. Salmonellen etwa werden hintangehalten, wenn man beim Hantieren mit Salmonellenträgern wie Hühnerfleisch darauf achtet, daß sie nicht in die gesamte Küche „vertragen“ werden (siehe „Konsument“ spezial „Lebensmittelvergiftungen – Wie man sich schützt“). Nachträgliches Desinfizieren des Arbeitsbrettes nützt wenig. Obwohl ein Hersteller bildlich nahelegt, auch das Hendl selbst mit Chlorreiniger zu bearbeiten. Und desinfizieren mag im Einzelfall – wenn jemand im Haushalt an einer Infektionskrankheit laboriert – angezeigt sein. Hier ist es aber besser, nicht auf eigene Faust mit Chlorhaushaltsreiniger vorzugehen, sondern sich mit dem Arzt zu beraten.

Reiniger nicht ungefährlich

Denn Reiniger mit Natriumhypochlorit sind gefährlich. Zwar steht auf der Packung: „Der Wirkstoff zerfällt bei Anwendung in Wasser, Sauerstoff und Kochsalz.“ Dies ist aber nur ein Teil der Wahrheit. Denn in der Praxis des Putzalltags kommt es zu chemischen Reaktionen mit dem Schmutz, den der Reiniger bekämpfen soll. Dabei können sich einige mehr oder minder schädliche Nebenprodukte bilden: Chloramine, Chloroform sowie weitere adsorbierbare organische Halogenverbindungen (AOX). Wenn Chlorreiniger regelmäßig verwendet werden, würde der AOX-Wert in Haushaltsabwässern um 26 Prozent ansteigen, stellte eine italienische Studie fest. Diese Chlorverbindungen bleiben dauerhaft in der Umwelt. Sie finden sich sogar im fernen Grönland und in der Muttermilch.

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