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Jacken aus Gore-Tex & Co

Die Qualität steckt im Detail

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Konsument 3/2002 veröffentlicht: 01.03.2002

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Kopf an Kopf im Labor

Für unseren Test haben wir eher höherpreisige Markenprodukte ausgewählt. Der Preisrahmen bewegt sich zwischen 270 und 580 Euro. Wasserdichte und Atmungsfähigkeit wurden im Labor geprüft. Dabei wurden alle Produkte einmal in unbehandeltem Zustand und ein zweites Mal nach zehn Waschgängen (gemäß den Pflegehinweisen) getestet. In der Regel nimmt das Material nach dem Waschen mehr Wasser auf als vorher. Aber dies wirkt sich noch nicht negativ aus, solange die Wasserdichte gewahrt bleibt. Am besten bleibt die hydrophobe (wasserabweisende) Wirkung bei Arc’Teryx und The North Face erhalten. Dennoch: Die Wasserdichte kann bei allen Produkten als sehr gut (gemessen an den Normbedingungen) bezeichnet werden.

Probleme beim Schwitzen

Auch in Bezug auf die Atmungsfähigkeit des Materials sind die Ergebnisse erfreulich. Mit der Einschränkung, dass bei starker Schweißentwicklung keine Jacke trocken bleibt. Zwei Modelle fielen im Vergleich zu den anderen etwas ab und bekamen deshalb nur ein „gut“. Es handelt sich dabei um jene zwei Jacken, die kein Gore-Tex-System, sondern eine eigene Entwicklung einsetzen: Helly Hansen und Salewa. Daraus kann allerdings nicht abgeleitet werden, dass Gore-Tex grundsätzlich besser ist als andere Membranen.
Etwas differenzierter endete die praktische Prüfung. Passform, funktionelle Details und Tragequalität wurden von Freizeitsportlern bewertet. Dabei enttäuschte vor allem The North Face Mountain Jacket: Sie ist zu kurz geraten, die Ärmel zu eng, die Kapuze fällt über die Augen, die Taschen sind schwer zu öffnen.

Insgesamt ein gutes Ergebnis

Alles in allem jedoch ein gutes Testergebnis. Die renommierten Sportbekleidungshersteller können sich bei höherpreisigen Modellen eben keine Blöße erlauben. Wobei die immer noch deutlichen Preisunterschiede nicht mit dem Testergebnis korrelierten: Auch die günstigen Jacken von Löffler und Salewa (unter 300 Euro) können auf ein sehr gutes Testurteil verweisen.
Zwei Gründe sprechen allerdings dafür, die Testurteile nur als Orientierungshilfe zu verwenden und sich selbst ein Bild zu machen. Die Hersteller bieten ein recht breites Spektrum unterschiedlicher Modelle an, die Testwerte einer Jacke können nicht einfach auf andere umgelegt werden. Und die Eignung in der Praxis wird jeder Benutzer anders beurteilen, je nachdem, welche sportlichen Ambitionen er hat. Leichte Jacken aus weichem Stoff (wie Arc’Teryx) sind im Alltag sicher angenehmer zu tragen als steifere. Aber eine steife Jacke sorgt für eine dickere Luftschicht zwischen Jacke und Körper und hält damit wärmer. Auch die Durchlüftung ist eher gewährleistet als bei einer Jacke, die am Körper klebt.

Viele Taschen

Unterschiede gibt es weiters bei Anzahl und Größe der Taschen. Während ein kompromissloser Bergfex möglicherweise mit zwei Taschen auskommt – eine für den Höhenmesser, die andere für das GPS-Gerät – wird es viele Menschen geben, die nicht genug Taschen haben können. Helle (gelbe) Farben fallen zwar besonders gut auf, verschmutzen jedoch sehr schnell, vor allem an den Ärmelenden. Oder der Rucksack könnte unter Umständen abfärben. Nicht zuletzt ist der Schnitt der Jacken entscheidend dafür, ob man sich darin wohl fühlt. Die meisten Hersteller unterscheiden nicht zwischen männlicher und weiblicher Anatomie, Frauen gelten da einfach als etwas klein geratene
Männer.

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