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Kompostieren

Mir stinkt´s

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Konsument 7/2003 veröffentlicht: 20.06.2003

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Frisch gemähtes, feuchtes Gras bildet eine kompakte Masse, in deren Inneres kaum Sauerstoff gelangen kann. Die fleißigen kleinen Lebewesen sind zwar trotzdem am Werk, doch das Ergebnis dieses ohne Luftzutritt (= anaerob) stattfindenden Verwesungsvorgangs sind übel riechende Stoffwechselprodukte. Hinzu kommt, dass einfach auf den Kompost gekippter Rasenschnitt die Durchlüftung des gesamten Haufens beeinträchtigt.

Kompost braucht Luft

Die Sauerstoffzufuhr ist also das Um und Auf, weshalb Sie Gras grundsätzlich mit gehäckseltem Baum-, Hecken- oder Strauchschnitt vermischen sollten (bei kleinen Mengen kann es auch Laub oder Erde sein). Das bedeutet, dass Sie einen Häcksler anschaffen müssen. Tipp: Eine wesentliche Verbesserung bringt es, wenn Sie das Gras zunächst auf der Rasenfläche liegen lassen, damit die Sonne es trocknet. So schaffen Sie eine aufgelockerte Struktur.

Zusätze bei Gras wirkungslos

Anders als Gras ist häckselbares Material nicht die ganze Saison über im Garten verfügbar. Deshalb könnte man auf die Idee kommen, es mit einem Kompostzusatz zu versuchen. Unter Bezeichnungen wie „Kompoststarter“ oder „Schnellkomposter“ versprechen diese Produkte eine Beschleunigung der Rotte, Geruchsbindung oder beides.

Praxistest mit Thermokomposter

Wir haben mit reinem Rasenschnitt einen Praxistest durchgeführt. Dazu haben wir Thermokomposter verwendet, das sind weitgehend geschlossene, wärmeisolierte Kompostbehälter, welche die bei der Rotte entstehende Wärme zurückhalten, um den Vorgang abzukürzen. Den Rasenschnitt haben wir laut Herstellerangaben mit den Kompostzusätzen vermengt und dann abgewartet. Das Ergebnis roch genauso scheußlich, wie es anzuschauen war. Häufig kam es auch zu Schimmelbildung. Fazit: Ohne Strukturmaterial sind Kompostzusätze bei Gras völlig wirkungslos.

Sechs bis acht Monate

Ins Reich der Märchen verweisen möchten wir übrigens die Behauptung mancher Hersteller, dass man bei ordnungsgemäßer Verwendung der Produkte bereits nach sechs bis acht Wochen anwendungsbereiten Kompost erhält. Realistisch sind, bei günstigen äußeren Voraussetzungen, sechs bis acht Monate! In der Zeit davor ist die Rotte noch im Gange, und Sie können das Material nur für ganz bestimmte Zwecke – etwa die Düngung von Gemüse in der Vegetationsphase – einsetzen.

Biotonne oder Abholservice

Stellt sich noch die Frage, wohin mit dem Rasenschnitt, wenn Sie ihn lieber nicht kompostieren möchten. Die Antwort ist: zur nächsten Biotonne beziehungsweise zur zuständigen Sammelstelle bringen. Möglicherweise gibt es auch einen Abholservice. Die Details müssen Sie bei Ihrem zuständigen Gemeindeamt oder Magistrat erfragen, denn sie sind von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedlich geregelt.

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