Orientteppiche - Kommerz in Wolle

Qualität am Boden

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Konsument 6/1999 veröffentlicht: 01.06.1999

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Manufaktur- oder Bauernteppich?

Wie wichtig die Genauigkeit der Ausführung zu bewerten ist, darüber sind sich auch die Experten nicht ganz einig.
Bei einem hochwertigen Manufakturteppich müssen Symmetrie und saubere Ausführung der geknüpften Motive stimmen. Die Knüpfer erhalten zum Beispiel auf Millimeterpapier genaue Vorgaben, wie zu knüpfen ist.
Anders bei Nomaden- und Dorfteppichen. Da gibt es kein Millimeterpapier, nur traditionelle Vorgaben, typische Stammesmuster (Ilati) und Proportionen und Symbole. Nach den Regeln der Manufaktur wären viele dieser anonymen Nomaden- und Dorfteppiche „fehlerhaft“. Dafür finden sich hier in vielen Fällen gerade durch die Abweichung und Variation lebendigere, ausdrucksvollere und damit wertvollere Einzelstücke. Auch der künstlerische Wert der Ausführung, die Komposition, die Proportionen und die Abstimmung der Farben fließen in den Preis ein. Doch dafür lassen sich kaum Richtlinien aufstellen.

Kurdischer Kolyjai (linke Abbildung) aus dem persischen Hamedan

Anatolischer Bergama (rechte Abbildung) – 19. Jahrhundert

Ist der Teppich grob ge- knüpft (Bild links) oder
sehr fein (Bild unten)?
Die Zahl der Knoten beeinflußt bei Kommerzware stark den Preis.

Im nächsten Heft:
Indische und chinesische Teppiche, Pflege, seriöser Teppichkauf, Ombudsleute und die Preise der wichtigsten Teppicharten.

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