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Konsument 3/2001

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Konsument 3/2001 veröffentlicht: 01.03.2001

Inhalt

Sears-Diät
Gutes Eiweiß, böse Kohlenhydrate

Wunderdiäten hat es schon viele gegeben, die meisten sind schnell vergessen. Vor kurzem ist ein neues Buch auf den Markt gekommen: „Das Optimum: Die Sears-Diät“. Der „Diät-Guru aus den USA“, Barry Sears, entpuppt sich als Vertreter der Eiweißfraktion, die mit eiweißreicher und kohlenhydrat- sowie fettarmer Diät das Übergewicht bekämpfen und körperliche Balance erreichen will.

Eiweis- und Energiebedarf

Wahre Wunder sollen zudem die so genannten Eicosanoide, körpereigene hormonähnliche Substanzen, wirken. Ganz einfach funktioniere das, so Sears, doch in seinem Buch widerlegt er sich selbst. Zunächst muss man seinen individuellen Eiweißbedarf bestimmen: Man messe den Umfang von Taille, Hüfte oder Handgelenk, errechne daraus den Körperfettanteil und ziehe diesen vom Gesamtkörpergewicht ab. Das Ergebnis multipliziere man mit einem Aktivitätsfaktor, um endlich zum täglichen Eiweißbedarf zu gelangen. Dieser muss dann noch in „Blöcke“ umgerechnet werden, um zur optimalen Energieaufnahme zu gelangen.

Hungerkur

Am Beispiel eines 77-Kilo-Mannes: Für ihn ergibt die Sears-Formel 657 kcal – pro Tag! Eine derart geringe Energieaufnahme muss natürlich zwangsläufig zu einer Gewichtsreduktion führen. Der Tagesbedarf eines männlichen Erwachsenen liegt im Schnitt bei 2900 kcal, selbst bei strengen Abmagerungskuren sollten mindestens 1200 kcal aufgenommen werden.

Belastende Eiweismengen

Die Zusammensetzung dieser „Leistungsdiät“: rund 36 Prozent Eiweiß, 46 Prozent Kohlenhydrate und 17 Prozent Fett. Der Eiweißanteil ist somit zwei- bis dreimal so hoch, wie er von Ernährungswissenschaftern empfohlen wird. Das muss nicht zwangsläufig die Gesundheit gefährden, aber es belastet die Nieren, kann sich negativ auf den Kalziumhaushalt auswirken, und bei manchen Menschen kann es zu Gichtanfällen führen. Bedenklich erscheint die ständige Betonung, dass Kohlenhydrate in Form von Brot, Nudeln oder Kartoffeln „schlecht“ seien – angesichts der Tatsache, dass wir hier zu Lande ohnehin zu wenig Kohlenhydrate und zu viel Eiweiß essen.

Obst, Gemüse und Fisch

Es gibt aber auch etwas Positives an der Sears-Diät: Die Empfehlung, viel Obst, Gemüse und Fisch zu essen, wird jeder Ernährungsexperte unterschreiben.

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