KONSUMENT.AT - Schuh-Spikes geprüft - Simulation auf dem Eisblock

Schuh-Spikes geprüft

Keine Ausrutscher

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Konsument 1/2010 veröffentlicht: 29.12.2009

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Simulation auf dem Eisblock

 

Das Forschungsinstitut für Orthopädietechnik (FIOT) hat die typische Rutschsituation in einer Prüfanordnung simuliert: Eine Beinprothese mit winterfestem Schuh und angelegtem Gleitschutz wird in einem Winkel von 15 Grad auf einen Eisblock, der auf 2 bis 3 Grad minus erwärmt wurde, aufgesetzt. 22 im Handel erhältliche Spikes, Ketten und Klauen wurden auf diese Art getestet, weiters 2 Paar Schuhe mit integrierten (und versenkbaren) Spikes.

 

Gleitschutz im Fersenbereich am effektivsten 

 

Ein gutes Antirutschsystem sollte in einem solchen Test kaum einen Millimeter abrutschen. Das gelingt aber nur, wenn Kette oder Spikes auf der Sohle auch wirklich greifen können. Modelle, bei denen der Gleitschutz vorne montiert wird (im Bereich der Fußballen), sind da natürlich zum Scheitern verurteilt. Denn beim entscheidenden Aufsetzen der Ferse wird kein Schutz geboten. Solche Spikes sind nur beim Bergaufgehen eine Hilfe. Es gibt einige Modelle, deren Spikes zu weit vorne auf dem Schuhabsatz zu montieren sind – dann greifen sie zu spät, der Träger hat möglicherweise schon davor das Gleichgewicht verloren und stürzt in der Folge.

 

„Beim Anlegen des Gleitschutzes sollte daher nicht nur darauf geachtet werden, dass er fest sitzt, sondern auch darauf, dass Kette oder Spikes möglichst weit nach hinten gespannt sind“, so FIOT-Leiter Dr. Josef Kastner.

 

Nur acht hielten stand

 

Vorausgesetzt, das ist möglich. Denn nicht auf allen Schuhen lassen sich die Spikes optimal montieren. Vor allem Frauen könnten hier Probleme haben, denn Damenschuhe sind oft zu schmal oder die Absätze zu hoch, um den Schutz fixieren zu können. Die Empfehlung von FIOT lautet daher: Auch wenn Sie einen Gleitschutz verwenden bzw. gerade dann sollten Sie feste Winterschuhe mit gerippter Sohle und niedrigem Absatz (besser: ohne Absatz) tragen.

 

Nur 8 der 22 Schuh-Spikes erwiesen sich als wirklich eisfest, zwei hielten bedingt, also nicht in allen Versuchen. Auch eines der beiden Spezialschuh-Paare (das Herrenmodell) hielt nicht stand – die Sohle ist zu hart und unnachgiebig, sodass die Spikes beim Aufsetzen der Ferse noch nicht greifen können.

 

Gegeteiliger Effekt auf feuchtem Untergrund 

 

Auf feuchten Fliesen (beispielsweise in einer Fußgängerpassage oder im Supermarkt) können Spikes den gegenteiligen Effekt erzielen – man rutscht mehr als mit glatten Sohlen. Auf dem Prüfstand rutschten nur fünf Modelle nicht aus, drei bestanden den Parcours bedingt. Abgesehen davon werden die Fliesen von Spikes oder Krallen zerkratzt, von Ketten weniger.

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