Waschmaschinen

Billige Kompromisse

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Konsument 10/2003 veröffentlicht: 17.09.2003, aktualisiert: 02.10.2003

Inhalt

Einsparungen in der Handhabung

Ein wesentlicher Kritikpunkt ist die Handhabung. Darunter fällt etwa die Bedienungsanleitung. Sie ist (außer bei Privileg) offenbar ein Stiefkind. Meist ist die Schriftgröße winzig, die Informationen sind oberflächlich. Fast durchwegs fehlt (außer bei Privileg) eine Empfehlung für die Waschmitteldosierung. Vielfach wird geraten, sich an den Waschmittelhersteller zu wenden. Oft fehlen Erklärungen zu einzelnen Programmen.

Beim Be- und Entladen gibt es auch einiges zu bemängeln: Oft lässt sich die Tür des Bullauges nicht weit genug öffnen. Nur bei Elin, Candy und Beko beträgt der Öffnungswinkel volle 180 Grad, die Tür kann ganz zur Seite geklappt werden. Auch die Einfüllöffnungen sind hier entsprechend groß, sodass man sich nicht allzu sehr mit dem Beladen plagen muss. Sonst aber muss man mühsam stopfen. Ist die Wäsche dann endlich drin, erhebt sich die Frage: Wohin mit dem Waschpulver? Wie gut ist diese Lade herausziehbar, und wie erkennt man, wo das Hauptwaschmittel einzufüllen ist? Beim Privileg-Modell ist diese Lade sehr klein, aber lesbar beschriftet. Nur bei Eurotech und Gorenje ist der Waschmittelzugang okay.

Ist auch das geschafft, gilt es nur mehr zu ergründen: Welches Programm stellt man ein, woran erkennt man, welcher Waschvorgang gerade läuft? Ideal wäre eine Beschriftung direkt am Schalter oder ein Display. Bei den Testkandidaten war der Programmwahlschalter durch Buchstaben bezeichnet, die seitlich am Gerät oder unterhalb der Bedienknöpfe erklärt werden. Diese Erklärung fällt bei Candy und Indesit dürftig aus, weil die Buchstaben durch schwer erkennbare Symbole ersetzt sind und man ohne Bedienungsanleitung fast nicht auskommt. Schwierig wird es, wenn man Fremdkörper entfernen oder wegen eines Defekts rasch das Wasser ablassen muss. Bei vielen Modellen gleicht das Öffnen der Fremdkörperfalle oder das Betätigen der Notentleerung einer gymnastischen Übung – allerdings noch mit Werkzeug. Bei sechs der sieben Modelle erwies sich dies als äußerst schwierig und aufwendig. Einzig bei Privileg lassen sich Fremdkörper durch eine leicht zu öffnende Klappe zugänglich machen, ein Schlauch rettet bei der Notentleerung vor Überschwemmungen. Apropos Hochwasser: Teure Geräte verfügen über einen Wasserschutz, der aktiviert wird, wenn Wasser austritt. Die Maschine stoppt dann sofort die Wasserzufuhr. Bei den billigeren tut sie es nicht. Ein Unterschied, der eben auch den Preis macht.

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