KONSUMENT.AT - Waschmaschinen - Ethik: Nur zwei Hersteller im Plus

Waschmaschinen

Saubere Weste

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Konsument 11/2000 veröffentlicht: 01.11.2000

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Im Rahmen eines EU-Projektes testen wir auch die ethische Seite von Produkten (siehe dazu: Weitere Artikel - "Ethisch konsumieren"). Konkret geht es dabei um das Verhalten des herstellenden Unternehmens (nicht unbedingt des Anbieters), gegliedert nach den Bereichen Umwelt, Soziales und Informationsoffenheit.

Im vorliegenden Fall wurden jene fünf Haushaltsgerätehersteller unter die Lupe genommen, die mit einem oder mehreren Waschmaschinenmodellen im Produkttest der Mittelklasse vertreten sind. Die Ergebnisse sind eher bescheiden. Nur zwei der fünf Konzerne können überhaupt auf Positives verweisen (über 2,5 Punkte). Und nur die Bosch-Siemens-Gruppe mit dem Stammhaus in München kann für sich in Anspruch nehmen, in allen drei Bereichen verantwortungsvoll zu agieren. Sehr weit fortgeschritten ist Bosch-Siemens im Bereich Informationsoffenheit. Das Unternehmen gibt sich vor allem Verbrauchern gegenüber offen und unbürokratisch und ist um die Zufriedenheit seiner Kunden sehr bemüht.

Erfreuliche Ergebnisse weist auch der Electrolux-Konzern auf, der nicht nur eine Reihe eigener Haushaltsmarken anbietet (AEG, E-Lux, Juno, Zanussi), sondern auch für das Versandhaus Quelle Haushaltsgeräte fertigt. Im Hinblick auf Umwelt und Information schneidet der Produzent mit Zentrale in Stockholm alles in allem ganz gut ab. Bei den sozialen Kriterien ist Electrolux dagegen alles andere als ein Vorbild. So scheint die Arbeitsplatzerhaltung in der Konzernspitze kein Thema zu sein. Auch spezifische soziale Zielsetzungen, wie die Berücksichtigung von Fraueninteressen, finden kaum Beachtung.

Die restlichen Unternehmen konnten in keinem Bereich punkten. Das betrifft die Whirlpool-Tochter Bauknecht, Elektra Bregenz (eine Tochter der französischen Brandt S.A.) sowie die Candy Hoover GmbH (mit italienischer Mutter). Sie alle wurden entweder niedrig bewertet, oder sie konnten (oder wollten?) keine ausreichenden Informationen für eine Auswertung liefern.

Überraschend mag sein, dass die Branche auch im Hinblick auf umweltrelevante Aspekte insgesamt wenig vorzuweisen hat, obwohl doch etwa die Fortschritte beim Energie- und Wasserverbrauch der Waschmaschinen so auffällig sind. Es zeigt sich, dass sowohl in der Produktgestaltung (beispielsweise in der langfristigen Bereitstellung von Ersatzteilen) als auch auf der Ebene der Produktionsprozesse noch ein großes Verbesserungspotenzial schlummert.

Der Test Unternehmens-Ethik wurde vom Institut für Markt-Umwelt-Gesellschaft e.V. (imug) in Hannover durchgeführt (contact@imug.de). Die wichtigsten Kriterien sind:

  • Umwelt: Umweltmanagement sowie Umweltmaßnahmen im Produktionsprozess und auf Produktebene
  • Soziales: Berücksichtigung von Arbeitnehmerinteressen, Frauenförderung, Integration von Behinderten
  • Informationsoffenheit: Kommunikation mit Mitarbeitern, Konsumenten und der Öffentlichkeit; Behandlung von Konsumenteninteressen (Kundendienst, Garantie, ...)

Bewertung der Unternehmens-Ethik: Punkteskala beginnend mit dem Maximalwert 4,0 (= Kriterien voll erfüllt) absteigend bis 1,0 (= Kriterien nicht erfüllt). Ein Fragezeichen bedeutet, dass das Unternehmen nicht geantwortet hat bzw. die Informationen nicht für eine Beurteilung ausreichen.

Mehr Informationen in unserer Langfassung, kostenlos anzufordern unter
Tel: (01) 588 770.