KONSUMENT.AT - Hormonell wirksame Substanzen - Endokrine Disruptoren: fett, nervös, unfruchtbar

Hormonell wirksame Substanzen

Unser täglicher Schadstoffcocktail

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KONSUMENT 2/2020 veröffentlicht: 17.12.2019

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Sie sind in zahlreichen Produkten enthalten. Je häufiger wir mit ihnen in Kontakt kommen, desto gefährlicher wird es für unsere Gesundheit. Ein EU-weites Verbot ist dringend notwendig.

Höheres Risiko

Den ganzen Tag hindurch kommen wir in Kontakt mit Chemikalien, die einen negativen Einfluss auf unser Hormonsystem haben können. Sie werden - so die Fachbezeichnung - als potenzielle endokrin wirksame Stoffe bzw. endokrine Disruptoren (EDs) bezeichnet. Wir atmen diese Schadstoffe ein, nehmen sie mit der Nahrung zu uns oder über die Haut auf. Bereits kleinste Mengen können ausreichen, um das Risiko für Fettleibigkeit, verminderte Fruchtbarkeit und Nervenerkrankungen oder sogar eine Tumorbildung zu erhöhen.

Schadstoff-Cocktail

Das tückische ist, dass die Aufnahme einzelner EDs nicht wie bei Giftstoffen zu unmittelbaren gesundheitlichen Reaktionen führen muss. Problematisch wird es jedoch, wenn wir mit mehreren dieser schädlichen Substanzen aus verschiedenen Quellen in Kontakt kommen. Dann tritt der sogenannte „Cocktail-Effekt“ ein.

Keine Frage der Marke

Deshalb gilt es, möglichst Produkte zu verwenden, die keine EDs enthalten. Unsere Tests sowie die Tests unserer Partnerorganisationen zeigen: Es gibt in allen Sortimentsgruppen Produkte, die keine endokrinen Disruptoren enthalten. Die Problematik rund um die EDs lässt einmal mehr erhebliche Zweifel an der Sorgfalt der Unternehmen im Hinblick auf ihre Produktionsabläufe aufkommen. Die Herstellung von EDs-freien Produkten kommt nämlich, auch das zeigen unsere Tests, nicht teurer. Sie ist auch keine Frage der Marke. Schwierig ist es, EDs zu entgehen, die aus Möbeln, elektrischen Geräten, Teppichen oder Wandfarbe freigesetzt werden. In der Raumluft können sich etwa bromierte Flammschutzmittel, Pestizide und Phthalate anreichern.

Wir forden ein Verbot

Gemeinsam mit unseren europäischen Partnerorganisationen fordern wir deshalb, dass die EU handelt und potenzielle endokrine Disruptoren in Produkten des täglichen Gebrauchs verbietet.

Hier 15 Beispiele:

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Kommentare

  • leider etwas spät
    von susie am 20.12.2019 um 07:18
    Vielen Dank für diesen Beitrag. Das erklärt endlich meine Erkrankungen. Jahrelang hatte ich hormonelle Störungen die zu Unfruchtbarkeit, Endometriose und Hashimoto geführt haben. Als Kinder sind wir unter dem DDT Sprühnebel durchgelaufen, hatten Beissringe aus krebserregendem Plastik, durften im nicht schädlichen Passivrauch schlafen. Später haben wir Essen aus erhitzten Plastikbeutel und Plastikschalen gegessen und mit Pestiziden angereicherten Tabak geraucht, weils so schön mild war. Seit den 90ern trinken wir so gut wie alles Plastikflaschen, weils so schön leicht ist.
    Auch gut, dass doch nicht alles auf Tschernobyl zurückzuführen ist..