KONSUMENT.AT - Hühnerfleisch aus Brasilien - Ausbeuterische Arbeitsbedingungen

Hühnerfleisch aus Brasilien

Leid für Mensch und Tier

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KONSUMENT 3/2018 veröffentlicht: 22.02.2018

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Ausbeuterische Arbeitsbedingungen

Seit zehn Jahren beobachtet die brasilianische nichtstaatliche Organisation (NGO) Reporter do Brasil die Situation der Arbeiter in den verschiedenen Produktionsketten der Fleischindustrie und dokumentiert krank machende und ausbeuterische Arbeitsbedingungen. Trotz einiger Verbesserungen in den vergangenen Jahren gibt es nach wie vor große Probleme.

Wie auch eine Kampagne der Christlichen Initiative Romero (CIR) in Deutschland nun aufdeckte, sind in der brasilianischen Geflügelmast sowie in den Schlachtfabriken Arbeitszeiten von bis zu 17 Stunden an der Tagesordnung. Die dafür bezahlten Löhne liegen weit unter dem Existenzminimum. Dazu kommen Wuchermieten für heruntergekommene Unterkünfte. Sie werden, ebenso wie die Kosten für die spärliche Verpflegung, den Arbeitern oft vom Lohn abgezogen.

Skandal hat System

Besonders die Wanderarbeiter, die als Hühnerfänger in den Mastbetrieben arbeiten, werden dadurch in sklavenartige Abhängigkeit getrieben. Sie ziehen von Hühnerfarm zu Hühnerfarm und müssen dort die schlachtreifen Hühner einfangen und in Transportkisten stecken. „Dieser Skandal hat System: Auf der Suche nach dem billigsten Lieferanten scheuen Supermärkte und Diskonter nicht davor zurück, Ausbeutung und Menschenrechtsverletzungen in der Produktion in Kauf zu nehmen“, erklärt Sandra Dusch Silva von der CIR.

Internationale Kampagne SUPPLY CHA!NGE

Die CIR koordiniert die internationale Kampagne SUPPLY CHA!NGE, die sich für soziale und ökologische Verbesserungen entlang der Lieferketten von Supermarktketten einsetzt. Auch die österreichische Menschenrechtsorganisation Südwind und die Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 sind Teil dieser Kampagne und bieten weitere Informationen zu diesem Thema.

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