Inkontinenz

Weg mit dem Tabu

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KONSUMENT 5/2017 veröffentlicht: 27.04.2017

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Rund eine Million Menschen in Österreich leiden an Inkontinenz. Viele halten die Erkrankung jahrelang geheim, dabei bringen Beratung und Therapie in den meisten Fällen eine deutliche Verbesserung und sogar Heilung.

Christa (59) passiert es, wenn sie sich anstrengen muss. Beim Treppensteigen, beim Heben schwerer Gegenstände oder bei längeren Spaziergängen verliert die übergewichtige Frau jedes Mal etwas Urin. Heinrich (74) ist nach einer Prostataoperation inkontinent, und die junge Mutter Sandra (24) kann den Harn plötzlich im Fitnesstraining nicht mehr halten.

Viele Betroffene gehen kaum noch außer Haus

Christa, Heinrich und Sandra stehen für Tausende Österreicherinnen und Österreicher, die an Blasenschwäche (Inkontinenz) leiden. Sie erzählten die Geschichte ihrer Krankheit und wie sie damit umgingen Gisele Schön. Die diplomierte Krankenschwesterschwester war 12 Jahre in der mobilen Hauskrankenpflege und 25 Jahre in der Kontinenzberatung tätig.

In ihrem Buch „Wenn Blase und Darm nicht mehr halten, was sie versprechen“ hat die ausgebildete Kontinenz- und Stomaberaterin die Fälle von Christa, Heinrich und Sandra und die vieler anderer Betroffener aufgezeichnet. Einige verschwiegen ihre Krankheit sogar der eigenen Familie gegenüber jahrelang. Sie konstruierten sich teilweise abenteuerliche Hilfsmittel, damit ihre Umwelt nicht bemerkte, dass sie den Harn nicht halten können. Sie gingen kaum noch außer Haus und begaben sich in die soziale Isolation. Und wenn sie einmal vor die Tür gingen, bewegten sie sich permanent mit dem beklemmenden Gefühl, bloß nicht aufzufallen.

Inkontinenz: nicht immer heilbar, aber behandelbar

„Vor allem Männer tun sich extrem schwer, darüber überhaupt zu reden. Sie ziehen sich oft total ins Private zurück“, sagt Gisele Schön. Für die Expertin ist dies besonders tragisch, weil unnötig. „Inkontinenz ist nicht immer völlig heilbar, aber jede Inkontinenz lässt sich durch therapeutische Maßnahmen verbessern. Auch die Angst vor einer Operation ist oft unbegründet. Es gibt sehr viele konservative Behandlungsmethoden, die sehr erfolgreich sind und eine enorme Lebensqualität bringen.“

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