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2 Antworten Seiten:  1
Wollte von einem Sparbuch meiner Mutter Geld abheben und diese Summe auf ein neu auszustellendes Sparbuch auf meinen Namen einzahlen. Die junge Frau V. (am Revers ein Täfelchen „… in Ausbildung“) nimmt meinen Führerschein. Sie durchsucht ihre Datenbank, zögert, kann offenbar nichts über mich finden, fragt mich: „Waren sie schon Kunde?“ "Ja vor hundert Jahren, aber aktuell nicht.“ Dann greift sie nach dem Sparbuch von dem ich abheben möchte, um nach der Nummer zu suchen. "Das ist das Sparbuch meiner Mutter, damit werden sie mich nicht finden.“ Also legt sie mich als Kunde neu an. Sie schreibt ein paar Daten aus dem FS ab. Dann fragt sie: „Adresse?“ Ich bin verwundert: „XYgasse 22“. „Bezirk?“ „1090“. Sie weiter: "Familienstand?“ Ich: "Wieso Familienstand?“ Sie: "Das müssen wir – Gesetz und bankinterne Vorschrift.“ Kleine Pause: "Ledig, verheiratet, geschieden?“ Ich: "Verheiratet.“ Sie: „Kinder?“ Ich werde immer verärgerter, signalisiere das auch ohne Worte und sage: "Ja". Sie: "Und das Alter?" Ich: "Also bitte, wozu brauchen sie für ein neues Sparbuch das Alter meiner Kinder?" Sie schweigt ertappt und meint dann: "Ich nehme an minderjährig?“ Ich: "Ja.“
Neben ihr steht eine ältere Kollegin, die den größeren Teil des Gespräches mitbekommen hat. Ich sage zu der jungen Frau: "Ich habe vor einem Jahr bei der Denizbank ein Sparbuch eröffnet und da wurde ich auch nicht danach gefragt, ob ich verheiratet bin. Versteh nicht, was das soll.“ Die junge Kollegin dreht sich hilfesuchend zur älteren Kollegin. Die schaut mich nicht an und sagt mit resigniertem Ton zur Jungen: „Na. Das musst du nicht eingeben.“ Die junge Kollegin: "Aber die Felder stehen da!“ Die Ältere zu ihr: „Ja, schon – aber du musst es nicht eingeben.“ Aus ihrer Reaktion entnehme ich, dass man halt bei heiklen Kunden gnadenhalber auf diese Datenerhebung verzichtet. Aber tiefe Bestürzung über den Fehler der jungen Kollegin war beim besten Willen nicht zu spüren. Offenbar ist das das Normalprogramm und jetzt regt sich der Typ halt auf.
Dann füllt die Junge eine DIN-A6-Karte aus, auf der mein Name und einige leere Felder stehen, eines davon ist das Feld für das Losungswort. Das fülle ich aus. Ich bin grad beim Unterschreiben und schaue mir dann doch auch die anderen Teile der Karte. Rechts oben fsteht ein sehr klein gedruckter Text. Es ist eine Einverständniserklärung, die sinngemäß und aus dem Gedächtnis rekonstruiert folgendes enthält: "Ich stimme der Speicherung und Verarbeitung meiner Daten für Marketingzwecke zu. Die Bank Austria kann die Daten im Unternehmen verwenden aber auch an externe Firmen und Tochterunternehmen weitergeben. Das betrifft Zusendungen, Anrufe und andere Formen der Kontaktaufnahme. Ich kann die Zustimmung jederzeit widerrufen.“ Soweit das ungefähre Zitat der sehr klein gedruckten Einverständniserklärung.
Schön langsam steigt mein Blutdruck.
Ich sage zu der älteren Kollegin: "Also das ist schon eine besondere Frechheit. Erst erheben sie Daten, die sie nichts angehen und behaupten, das sei das Gesetz und dann lassen sie mich auch noch so eine Erklärung unterschreiben!“
Die Dame – Blickkontakt vermeidend - mehr zu sich als zu mir: "Des können´s ja eh durchstreichen!“
Ich bitte dann die junge Dame: "Bitte drucken sie mir die Daten, die sie aufgenommen haben aus." Sie schaut mich völlig entgeistert an. "Da muss ich erst fragen", geht, kommt wieder und sagt: “Das geht nicht, aber ich kann sie ihnen am Bildschirm zeigen.“
Ich: "Der Bildschirm interessiert mich nicht; ich möchte einen Ausdruck.“
Sie: "Nein, das geht nicht!“
Ich: „Gut, dann beenden wir die Sache. Ich muss hier ja kein Sparbuch eröffnen. - Ich habe bei einer Sparbucheröffnung bei der Denizbank sehr wohl einen Ausdruck der erhobenen Daten erhalten." Hab dann sehr verärgert den Zettel mit dem Losungswort und der Einverständniserklärung zerrissen und die Filiale verlassen.
Zu Hause fällt mir ein: Hat mich die Dame eigentlich aus der Datenbank gelöscht?
Am nächsten Tag gehe ich zu einer näher gelegenen BA-Filiale, hebe das Geld ab und erzähle dann einem jungen Mitarbeiter die Geschichte. "Ich möchte dass die Daten gelöscht werden.“ Ich sage das so, dass es klar ist, dass ich komplett gelöscht werden will. Der junge Herr ist freundlich und kooperativ, fragt einen Vorgesetzten und sagt, dass er das macht. Dann arbeitet er heftig in der Eingabemaske. Ich frage zur Sicherheit: "Bin ich nun komplett gelöscht?“ Er erstaunt: "Nein, aber ich habe alle unnötigen Daten entfernt oder auf nicht gültig gesetzte (oder so ähnlich). Da können sie beruhigt sein.“ Er ist kooperativ und wiederholt, dass er alle von mir nicht gewünschten Daten in Ordnung gebracht hat.
Ich sage ihm dann: „Ich will raus. Ganz raus. Ich bin kein Kunde - kein Sparbuch, kein Girokonto, kein Kredit ... will auch kein Kunde mehr sein und will deswegen auch nicht in ihrem System aufscheinen. Bitte löschen sie mich ganz.“ Der junge Herr ratlos: "Da muss ich meinen Chef fragen.“
Kommt zurück und berichtet: "Das können wir nicht. Das muss der Leiter der anderen Filiale machen. Aber ich werde mich auf alle Fälle dafür einsetzen, dass der Herr Filialleiter sich darum kümmert .“
Vielen Dank … gebe ihm noch meine Mailadresse und ein kleines Protokoll, was am Vortag geschah, damit der Herr Filialleiter weiß, was wovon ich spreche.
Ein paar Tage später erhalte ich ein Schreiben der Bank-Austria-Ombudstelle:
"Danke für Ihr Schreiben vom 9.9.2010 mit Kritik an unserem Beratungs-Gespräch zur Sparbucheröffnung. Nach Stellungnahme durch unsere Filiale wollen wir Ihnen gerne antworten.
Vorweg bedauern wir sehr, dass Sie die Fragestellungen nach persönlichen Daten als unangemessen erachteten und dies zum Abbruch der Sparbucheröffnung geführt hat.
Grundsätzlich ist die Bekanntgabe von persönlichen Daten gesetzlich vorgeschrieben und ergänzende Daten für eine weitergehende Beratung sinnvoll, da damit mehrere Veranlagungsvarianten, auch für Ihre Familie, vorgestellt werden können. Da es leider zu keiner Sparbucheröffnung kam, bestätigen wir Ihnen gerne, dass keine von Ihnen mitgeteilten persönlichen Daten in unserer EDV gespeichert sind.
Sehr geehrte Herr, es tut uns leid, dass das Missverständnis nicht gleich vor Ort geklärt werden konnte. Gerne steht Ihnen Filialleiter Herr Z. (für Terminvereinbarung: 050505-32551) in unserer Filiale zu einem Gespräch zur Verfügung.
Wir hoffen Ihnen hiemit gedient zu haben und stehen auch für weitere Fragen gerne zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
G. H. , Ombudsstelle"
Nach dem Ärger mit der Bank Austria probiere ich die Sparbucheröffnung bei der Erste Bank
Die Dame macht eine Kopie des Führerscheins. Dann: "Bitte die Handynummer“, "Familienstand?“ Ich sag lang nichts und schau sie an. „Verheiratet.“ Sie merkt was und meint: „Wissen sie, ich muss das eingeben, ohne die Angaben kann ich keinen Kunden anlegen. - Beruf?“ "Also ich glaube nicht, dass wir für ein Sparbuch den Beruf brauchen.“ „Na, ja – angestellt, selbstständig …?“ „Angestellt.“
Sie bremst sich ein, gibt zu, dass die Telefonnummer nicht unbedingt nötig sei und deutet an, dass man vielleicht auch ein paar andere Daten eingeben könnte. Aber sie müsse ein paar Felder eingeben. Das sei von der Bank so vorgegeben. Für mich klingt das so, als zwinge die Bank ihre Mitarbeiter Pflichtfelder auszufüllen, die über den gesetzlichen Auftrag hinausgehen, sonst können sie die Neuanlage eines Kunden nicht abschließen.
Auf den Formularen der Erste-Bank, die ich unterschreibe, gibt es keine Einverständniserklärung für irgendwelche Marketingaktionen.
Erzähle ihr dann die Geschichte von der Bank Austria. Sie erklärt, dass das System sie dazu nötige und dass man schon wissen wolle, wer der Kunde sei. Offenbar ist der Info-Hunger bei der Ersten geringfügig geringer. Die Deniz-Bank stellte 2009 bei einer Sparbucheröffnung auch sehr eigenartige Fragen.

Mein Eindruck: Offenbar missbrauchen die Banken die gesetzlich vorgeschriebene Legitimierung um kostenlos unter falschem Vorwand zusätzlich private Daten für Marketingzwecke abzustauben. Wir Kunden werden zu gläsernen Kunden und wundern uns über Beratungs-, Vorsorge- und sonstige Angebote, die weniger uns als vielmehr den Geldinstituten nützen.
Ich kann diese bodenlosen Frechheiten diverser Banken nur bestätigen.
Das Wort Datenschutz existiert anscheinend nur auf dem Papier.
Es ist hinlaenglich bekannt , das alle Finanzdaten und Bewegungen international an Amerika weitergeleitet werden.
Warum ? Man Begruendet das mit dem Terrorismus - laecherlich !!

Man will nur alle Daten um Rastermaessige Datenerfassung spezifischer Perrsonen leichter zu gestallten.

Soviel zur Demokratie und FREIE WELT al la Amerika.
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Angemeldet als: Gast      Die aktuelle Uhrzeit ist: 16. June 2019 02:49