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3 Antworten Seiten:  1
Meine Mutter (84) ist gestürzt; die Rettung bringt sie ins Spital. Am frühen Nachmittag erfahre ich, dass meine Mutter wahrscheinlich im SMZ-Ost (Donauspital Wien) liegt.
Anruf im SMZ-Ost: Nein bei uns ist sie nicht.
Anruf im Rudolfspital: Nein, bei uns ist sie nicht; aber rufen sie die Rettung an.
Anruf bei der Wiener Rettung: Aus Datenschutzgründen dürfen wir ihnen das nicht mitteilen. Das Spital ist dafür verantwortlich die Angehörigen zu verständigen.
Ich: Und wenn das Spital meine Telefonnummer nicht hat und meine Mutter nicht reden kann?
Wiener Rettung: Ich kann ihnen leider auch nichts dazu sagen. Wir verstehen, dass das für sie als Angehöriger unangenehm ist, aber wir sind an den Datenschutz gebunden. – Wenn sie eine Kopfverletzung hat, dann könnte sie in einem Unfallspital liegen. Rufen sie dort an.
Unfallspital Meidling: Nein bei uns ist sie nicht.
Ich: Muss ich jetzt alle Wiener Spitäler durchtelefonieren?
Meidlinger Unfallambulanz: Ich versteh, dass sie das nervt, aber rufen sie bei der Polizei an. Die Polizisten rufen bei einer zentralen Meldestelle an und sagen ihnen, wo sie liegt.
Ich rufe im Kommissariat an:
Polizist 1, verständnisvoll: Ich kann ihnen am Telefon die Auskunft nicht geben. Kommen sie in eine Dienststelle, weisen sie sich aus und dann telefonieren wir für sie.

Ich fahre ins Kommissariat und warte knapp 40 Minuten.
Polizist 2 hört sich meine Sache an. "Wenn die Tür von der Feuerwehr aufgebrochen wurde, dann sind Polizisten dabei und dann hätten wir einen Bericht." Aber es gibt keinen Bericht über so einen Einsatz. Inzwischen kommt Polizist 3 in Zivil in die Wachstube („ich müsste heute gar nicht da sein“).
Polizist 2 – den Hörer in der Hand - fragt Polizist 3: "Was sag ich denen, wenn sie fragen, welche Rechtsgrundlage sie eintragen sollen?“
Die beiden tauschen vielsagende Blicke, runzeln besorgt die Stirn, bekommen schmale Lippen und sagen ganz wenig. Ich kapiere nur: Die bekommen die Information nicht so einfach, wie mir das vermittelt wurde.
Polizist 2 ruft dort an (wo eigentlich?) und fragt nach dem Verbleib meiner Mutter („Name?, Geburtsdatum!“). Und dann wird er tatsächlich von seinem Vis-avis am anderen Ende der Leitung streng nach einer Rechtsgrundlage für die Auskunftserteilung gefragt. Polizist 2 schaut hilfesuchend zu Polizist 3. Der übernimmt das Gespräch, trompetet routiniert in den Hörer „Inspektor XY, Kommissariat sound so“, und vermittelt, dass die Anfrage dringend und in Ordnung ist. Auch von ihm verlangt der Sprecher am anderen Ende der Leitung eine rechtliche Begründung. Polizist 3 sagt dann genervt: "Dann schreibens – wartens – ja, Gefahrenabwehr“ (oder so ähnlich) hört noch kurz zu und legt auf. – Pause, Blick in meine Augen: „Sie ist im SMZ-Ost.“
Ich bedanke mich und mache mich auf den Weg. Beim Weggehen höre ich, wie Polizist 3 zu Polizist 2 sagt: „Du, wenn was ist, dann sag, ich wars.“
Dank an Heimhilfe, Polizisten, Rettungsteam. Kein Danke an SMZ-Ost und Zentrale der Wiener Rettung.

This message was edited 1 time. Last update was at 16. October 2014 14:06

Nachtrag 1:
Am Tag danach bin ich immer noch sauer auf SMZ-Ost und Wiener Rettung, vor allem auf die Rettung, weil sie mir die Auskunft verweigert und leere Kilometer verursacht hat. Ich rufe noch einmal bei der Wiener Rettung an und frage: "Warum verweigern sie Angehörigen, die wissen wollen, in welches Spital ein Angehöriger eingeliefert wurde die Auskunft am Telefon? Ich empfinde das als Zumutung und hätte von der Wiener Rettung mehr Service für uns Angehörige erwartet."
Herr X mag so eine Frage gar nicht und begründet: In einem Fall hätten Nachbarn beobachtet, dass jemand von der Wiener Rettung abtransportiert wird. "Dann hat einer von denen bei uns angerufen und gesagt `Ich bin der Sohn von der Dame, die sie eingeliefert haben´ und die haben dann in dieser Wohnung eingebrochen.“

Ich: Und was haben sie trotz dieser unangenehmen Erfahrungen seither unternommen, damit Angehörige rasch die Information bekommen, die sie brauchen?
Die blöde Frage verursacht Ratlosigkeit am anderen Ende der Leitung: "Sie können sich gern an unsere Vorgesetzten wenden … „
Ich: „Ja, ich weiß, Senatsrat Gottwald ... - Wen ruft die Polizei eigentlich an, wenn ein Angehöriger in der Dienststelle steht und wissen will, wo Mutter, Vater, Kind, Bruder … liegt?
Herr von der Wiener Rettung: "Uns. Wir geben der Polizei die Information und die Polizei gibt sie dann an den Angehörigen."
Ich: "Einfach so?"
Herr von der Wiener Rettung: Ja, wieso?
Ich: Weil ich dabei war, wie die Polizisten gestern für mich die Information bekommen wollten und dazu einen triftigen Rechtsgrund liefern mussten. Der wurde vom anderen Ende der Leitung streng abgefragt und die Polizisten mussten für mich schummeln.
Der Herr von der Wiener Rettung sagt nicht dazu.
Ich: "Es muss eine Art Spitalsverbund geben, wo die Polizisten angerufen haben. Wie heißt diese Stelle korrekt?"
Der Herr von der Wiener Rettung: "Ja, es gibt eine Spitalsauskunft; aber da sind nicht alle Wiener Spitäler dabei."
---
Ich entnehme dem unerfreulichen Kontakt mit der Wiener Rettung: Wichtig ist der Datenschutz und dass man der Rettung nichts vorwerfen kann. Die Information der Angehörigen ist unwichtig.

This message was edited 2 times. Last update was at 16. October 2014 14:07

Gestern ist meine Mutter aus dem SMZ-Ost entlassen worden. Betreuung war ok; Mitarbeiter bemüht. Am Tag davor Anruf der Entlassungsmanagerin. Sie empfiehlt angesichts des Zustandes meiner Mutter die Aufnahme in ein Heim. Ich solle Meldezettel, Pensionsbescheid und weitere Dokumente zur Entlassung am Mittwoch mitnehmen. Dann könnten wir zu dritt - sie, ich und meine Mutter - darüber reden, dass das Heim vielleicht doch eine gute Alternative ist, "man muss mit ihr in Ruhe reden", sagt sie. - Als ich eintreffe ist die Dame nicht da. Das Gespräch, das sie vorgeschlagen hat, findet nicht statt. - Ich nehme meinen ersten Eindruck vom SMZ-Ost - siehe oben, ich nehme meinen letzten Eindruck vom SMZ-Ost: Da passt offenbar eines zum Anderen. Aber zuviel nörgeln möcht ich nicht, sicherheitshalber, kritisieren kann nämlich ins Auge gehen, denn auch Spitäler können sich gegen Kritik von Patienten oder Angehörigen elegant wehren: http://www.konsument.at/cs/Satellite?pagename=Konsument%2FMagazinArtikel%2FDetail&cid=318890731291
Nur weil die Meldung grad auf ORF.at http://wien.orf.at/news/stories/2674285/:// steht ein kleiner Nachtrag: "Blutende im Spital offenbar stundenlang nicht behandelt: Eine 96-jährige Wienerin soll im Sommer im Wiener Spital SMZ Ost mit einer blutenden Kopfwunde vier Stunden auf eine Behandlung gewartet haben. Die elektronische Krankengeschichte bestätigt das nicht, die Betreuung sei nicht optimal verlaufen, wird aber eingeräumt." Ich kann jetzt über die Behandlung meiner Mutter nichts Schlechtes sagen, die war schon ok. Aber wenn man selbst von Schlamperei betroffen ist, bekommt man eine andere Wahrnehmung ...

This message was edited 4 times. Last update was at 17. October 2014 13:40

Hallo

Habe eben meinen Sohn gefragt, er war beim Zivi Rettungssanitäter beim roten Kreuz (BGLD), er meinte solche AUskünfte wurden schon per Telefon gegeben.
Vl von Bundesland zu Bundesland verscheiden, aber wenn Anrufer persönliche Daten des patienten sagen konnt wurde unbürokratisch Auskunft gegeben.
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Angemeldet als: Gast      Die aktuelle Uhrzeit ist: 28. November 2021 21:49