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3 Antworten Seiten:  1
Meine achtjährige Tochter braucht laut Aussage ihres Zahnarztes vielleicht eine Zahnspange. Deshalb suchten wir einen Kieferorthopäden in einer Wiener Zahnklinik auf. Nach einem kurzen Blick in den Kindermund diktierte der Herr Doktor seiner Assistentin die Art der abnehmbaren Zahnspange, die mein Kind bräuchte. Als Mutter wollte ich nun genau wissen, ob eine Zahnspange im Volksschulalter schon Sinn macht und ob meine Tochter dann vielleicht später doch eine festsitzende Spange benötigen wird. Leider war der Arzt mit meinen Fragen nicht besonders glücklich. Zwar bekam ich einige Antworten, etwa, dass eine frühe Spange den weiteren Knochenbau günstig beeinflussen könnte. Insgesamt hatte ich aber den Eindruck, meine Fragen würden als störend empfunden. Der Zahnarzt interpretierte mein Interesse sogar dahingehend, dass ich von der Zahnspange nicht überzeugt wäre und das Tragen der Zahnspange nicht genügend unterstützen würde. Über die Diagnose informierte mich der Kieferorthopäde nicht ausführlich. Ich weiß nur, die Zähne haben irgendwann zu wenig Platz im Kiefer. Wie die Fehlstellung heißt, erfuhr ich nicht.

Vielleicht stellen andere Eltern keine Fragen? Ich werde jedenfalls noch einen weiteren Zahnarzt aufsuchen. Mal sehen, ob mein Interesse für die Zahngesundheit meines Kindes in einer anderen Ordination mehr willkommen ist. In Zeiten von mündigen Patienten sollte das auch im Sinn der Ärzte sein.
Welche Zahnklinik war das?

rebecca1 wrote:Meine achtjährige Tochter braucht laut Aussage ihres Zahnarztes vielleicht eine Zahnspange. Deshalb suchten wir einen Kieferorthopäden in einer Wiener Zahnklinik auf. Nach einem kurzen Blick in den Kindermund diktierte der Herr Doktor seiner Assistentin die Art der abnehmbaren Zahnspange, die mein Kind bräuchte. Als Mutter wollte ich nun genau wissen, ob eine Zahnspange im Volksschulalter schon Sinn macht und ob meine Tochter dann vielleicht später doch eine festsitzende Spange benötigen wird. Leider war der Arzt mit meinen Fragen nicht besonders glücklich. Zwar bekam ich einige Antworten, etwa, dass eine frühe Spange den weiteren Knochenbau günstig beeinflussen könnte. Insgesamt hatte ich aber den Eindruck, meine Fragen würden als störend empfunden. Der Zahnarzt interpretierte mein Interesse sogar dahingehend, dass ich von der Zahnspange nicht überzeugt wäre und das Tragen der Zahnspange nicht genügend unterstützen würde. Über die Diagnose informierte mich der Kieferorthopäde nicht ausführlich. Ich weiß nur, die Zähne haben irgendwann zu wenig Platz im Kiefer. Wie die Fehlstellung heißt, erfuhr ich nicht.

Vielleicht stellen andere Eltern keine Fragen? Ich werde jedenfalls noch einen weiteren Zahnarzt aufsuchen. Mal sehen, ob mein Interesse für die Zahngesundheit meines Kindes in einer anderen Ordination mehr willkommen ist. In Zeiten von mündigen Patienten sollte das auch im Sinn der Ärzte sein.
Auch mir wurde vermittelt, dass ich es nicht wagen könne, einen gestellten Bedarf an (festsitzender) Zahnregulierung bei meiner 11-jährigen Tochter in Frage zu stellen.

Ich habe "Deppensteuer" gezahlt, in dem ich um EUR 300,-- eine ausführliche Befunderhebung machen ließ. Röntgen, Fotos in allen Ebenen, Abdrücke,... War alles dabei. Befund war ausführlich. Herausgekommen ist:

1) Meine Tochter hat eine leichte Fehlstellung der Schneidezähne oben.
2) Es sollten 4 unversehrte Zähne gezogen werden.
3) Es sollte eine mind. 3-jährige Zahnspangenbehandlung folgen.
4) Anschließend lebenslanges Tragen einer Nachtschiene. (--> kann und will ich das meinem Kind antun?)
SICHER NICHT.

Nachprüfung der Angaben bei einem anderen Kieferorthopäden:

1) Ja, leichte Fehlstellung ist vorhanden.
2) Zahnextrahierungen sind nicht nötig.
3) Ca. 3-jährige Zahnspangenbehandlung wird nötig sein.
4) Nachtschiene: kann man dann anfertigen, immer wieder mal probieren, wenn der Platz in der Schiene zu eng wird, dann mal wieder tragen, bis die Zähne sich wieder festigen. Muss man aber nicht.

Die Kosten (zw. 1.500 und 1.800 pro Jahr) wurden exakt benannt, Kontrolle 1 x monatlich (dauert ca. 10 Min.), alle Fragen von Seiten meiner Tochter als auch von mir werden immer beantwortet.

Ich kann jetzt die medizinische Notwendigkeit von Zahnentfernungen natürlich nicht beurteilen. Die Frage ist nur: wo wollen wir hin? Muss immer alles symmetrisch, unveränderlich und gleichmäßig sein?

Keine Antworten erhielt ich auf die Frage, was der Zug und Druck an den Zähnen an weiteren Auswirkungen (z.B. an Schädelknochen, Arthrokinematik im Kiefergelenk, etc.) hat. Ich fürchte, dazu gibt es keine seriösen Untersuchungen. Auch hier reiben sich diverse Therapeuten und "Körperarbeiter" die Hände.

Als Eltern denkt man jedoch: Ich will das Beste für mein Kind.
Als Konsument denkt man jedoch: Ist das wirklich berechtigt?
Finde ich gut, daß Sie nachfragen und sich alles genau erläutern lassen - so wenig kostet eine Zahnspange ja nicht, daß man sozusagen einen Blankoscheck unterschreibt und eine Zweitmeinung hole ich auch bei anderen Dingen ein.

Den Verdacht in puncto Therapeuten etc. den Sie hier ansprechen hatte ich schon vor vielen Jahren in der Richtung, daß heute jedes kleine seelische Unwohlsein als Depression, berufliche Überlastung als Burnout und Zappeligkeit bei Kindern mit ADHS gleichgesetzt wird - zum Nutzen einer ganzen Riege von Therapeuten (wo waren die alle vor 50 jahren?), deren Brieftasche sich dank meist unnützer und oft fragwürdiger Methoden sehr rasch füllt ....
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Angemeldet als: Gast      Die aktuelle Uhrzeit ist: 05. December 2021 21:19