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Kauf bis 3 Minuten nach Abfahrt des Zuges?
Im VKI-Artikel "Tücken beim Online-Kauf" vom 26.03.20 (https://www.konsument.at/auto-transport/oebb-tickets-318918599679, S.2) wird erwähnt, dass laut Auskunft der ÖBB mit der ÖBB-App ein Ticket bis 3 Minuten nach Abfahrt des Zuges gekauft werden kann. Das wäre sehr überraschend, weil man ja in Nahverkehrszüge nur mit gültiger Fahrkarte einsteigen darf (außer es ist kein oder kein funktionierender Automat vorhanden). In den AGB der ÖBB steht diesbezüglich überhaupt nichts, nur für Sparschiene-Tickets ist geregelt, dass der Erwerb bis 1 Minute vor Abfahrt möglich ist. Die AGB der ÖBB gehören jedenfalls dahingehend ergänzt, wie lange bei den anderen Ticketarten die Möglichkeit zum Kauf besteht. Schließlich dienen AGBs der Information und Klarstellung.
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Im Artikel wurde der Fall des ÖBB-Opfer-Role Models Renate K. nach dem Erstbericht vom 21.02.20 vom VKI neu aufgewärmt:
„Um 16:15 Uhr am Wiener Westbahnhof sah ich, dass der nächste Zug nach St. Pölten um 16:20 Uhr (REX) abfahren würde. Ich wollte das Ticket online im Zug kaufen. Obwohl noch zwei Minuten bis zur Abfahrt waren, war dies nicht mehr möglich, da der Zug laut Anzeige bereits abgefahren war, was nicht korrekt war. Ich versuchte es daher mit Eingabe von Wien Hütteldorf: Auch dort war der Zug laut Anzeige schon abgefahren, obwohl wir noch am Westbahnhof standen.“

Es stellt sich die Frage: Welche Uhr zeigte 16:15 – die Bahnhofsuhr oder die von Renate K.? An sich gehen die Bahnhofsuhren sehr genau (stimmen aber nicht genau mit der ORF-Zeit überein, wieso gibt es da Unterschiede?). War es vielleicht so: Die Uhr von Renate K. ging nach und der Zug fuhr mit Verspätung ab? Dann stünde die Beschreibung durchaus im Einklang mit dem Geschehen: Zug wird nicht mehr angezeigt, kein Ticketkauf per App mehr möglich.
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Aber unabhängig davon, wie die Situation tatsächlich war, ist es dringendst angeraten, sich in einem solchen Fall sofort an den Zugbegleiter zu wenden. Der wird wahrscheinlich sagen, man solle ein Ticket für den nächsten Zug kaufen.
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Das kann man bei Zeitknappheit natürlich generell machen, sofern sicher ist, dass sich der Kauf vor der Kontrolle ausgeht: Fahrkarten nach ÖBB-Tarif im Verbundraum (Vorteilscard außer Senior) gelten uhrzeitunabhängig am Tag der Gültigkeit, eine Ticketauswahl für einen späteren Zug ist daher völlig unproblematisch; im Prinzip sollte man auch eine Verbundfahrkarte (Vollpreis, Vorteilscard Senior) für den nächsten Zug kaufen können, es wird wohl kein Schaffner einem einen Strick daraus drehen (das wäre dann wirklich unakzeptabel). Missbrauch mit Handyticket ist sowieso ausgeschlossen.
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Wieso rät der VKI nicht zu der einfachen Selbstschutz-Maßnahme, sich so rasch wie möglich an den Zugbegleiter zu wenden?
Ich habe mitunter auch ein Problem mit der rechtzeitigen Ticketbeschaffung. Besonders, wenn ich in der Spittelau (Wien) einsteigen möchte und bemerke, es wird knapp. Denn die Spittelau Station hat zwar mehrere Verpflegungsautomaten (Getränke, Snacks) direkt auf dem Bahnsteig stehen. Jedoch der Kartenautomat ist in dem großen Gebäude im allerhintersten Eck platziert. Warum nicht auch direkt auf dem Bahnsteig, hat mir die ÖBB auf zahlreiche Anfragen nie beantwortet. Man muß immer extra im Zwischendeck aussteigen, nach hinten laufen ... mit Gepäck ist das alles doch unnötig mühsam. Und die Aufzüge in dieser Hauptumstiegsstation sind klein und langsam.
Also wenn ich merke, daß die Zeit knapp wird, versuche ich unterwegs in der U-Bahn mir das ÖBB Ticket zu buchen. Nur leider dauert das auch sehr lange und ist mühsam. Und es bricht mir immer wieder die Verbindung ab. Im Zug selbst habe ich dann auch oft erst nach Heiligenstadt wieder Internet. Und da ist es schon geschehen, daß ich dann erst die Buchung bestätigt bekommen habe. Weil ich die (vom System abgebrochenen) Buchungsversuche immer dem Schaffner vorlegen konnte, hatte ich noch keine Schwierigkeiten, aber unangenehm ist es für mich immer wieder.
Am Franz Josefs Bahnhof funktioniert das Internet überhaupt nicht.
Und mit einem schweren Koffer oder einer Tasche ist es im Zug selbst auch nicht brauchbar möglich, den Zugbegleiter sofort zu informieren.
Ist also immer eine heikle Sache. Und die Fahrkartenautomaten direkt am Bahnsteig aufzustellen, würde echt deutlich helfen. Da die Internetbuchung bei der ÖBB sich auch ohne Zeitnot sehr langwierig und mühsam gestaltet.
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Angemeldet als: Gast      Die aktuelle Uhrzeit ist: 25. October 2021 17:58