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3 Antworten Seiten:  1
Bereits 2006 offerierte "Konsument" einen Artikel über Nanotechnologie und die "unbekannten Auswirkungen" auf Gesundheit und Umwelt.
Wie sieht es nun nach 5 Jahren aus - da müssten nun doch Erfahrungen vorliegen, wir Konsumenten förmlich mit Informationen überschüttet werden?

In der Autopflege verwende ich mit etwas Unbehagen einige Produkte: die Ergebnisse sind überzeugend. Aber wie überzeugend ist nun die Realität – Gesundheitsschädlich oder nicht? In den Sicherheitsdatenblättern, die sind meist auch schon mehrere Jahre alt, wird bei Hautkontakt nur das Händewaschen empfohlen. Ein normaler Anwender macht das ohnedies doch auch. Es ist nur schwer zu glauben dass die Nanopartikel z.B. nur auf der Haut sitzen und warten bis sie abgespült werden; ich vergleiche es mit einer Creme, denn „die zieht ja auch in die Haut ein“, daher muss es doch aus chemisch-physiologischer Sicht (so ist doch auch der Mensch aufgebaut) eine Reaktion geben.

Warum wird nicht mal das Tragen von Plastik- oder Gummihandschuhen empfohlen? Hier werde ich den Gedanken nicht los, dass die Konsumenten über Jahre hinweg als "Testobjekt" einiger "Mächtigen" missbraucht werden, die vehement sich dagegen auflehnen uns Informationen zu gewähren oder Untersuchungen neutraler Organisationen mit allen Mitteln verhindern??
Auch 5 Jahre nach dem Erscheinen unseres KONSUMENT-Artikels zu den Nanotechnologien gibt es noch große Wissenslücken. Das liegt auch daran, dass es sich nicht um eine Technologie oder um eine Chemikalie handelt, sondern um eine beinahe unübersichtliche Art verschiedenster Möglichkeiten, mit möglichst kleinen Teilchen oder Strukturen verschiedenster chemischer Zusammensetzung bestimmte Effekte zu erzielen und auszunützen.

Vorteile bei Photovoltaik und Computer

Wir sind - Stand 11/2011 - überzeugt, dass einige Anwendungen für Mensch und Umwelt von Vorteil sein können: So kann die Ausbeute von Photovoltaik-Zellen bedeutend erhöht und Batterien leistungsfähiger gemacht werden. In der Computerbranche bedeutet diese Miniaturisierung der Bauteile (auch schon im Nano-Bereich), dass die Speicherkapazitäten steigen und Rechner schneller werden.

Direkter Kontakt

Bei einigen Anwendungen ist unserer Meinung nach aber Skepsis geboten, insbesondere wenn Konsumenten oder die Umwelt direkt damit in Kontakt kommen. Besonders skeptisch sind wir gegenüber der steigenden Anwendung an Nanosilber. Nanosilber wird z.B. in Textilien gegen Bakterien eingesetzt (als sogenannte antibakterielle Ausrüstung; auch in Küchenutensilien und vielem mehr kommt es zum Einsatz. Für viele Lebewesen, insbesondere Wasserlebewesen, ist (Nano)Silber hochgiftig. Und für Menschen kann die vermehrte Anwendung bedeuten, dass sich auch gegen andere Antibiotika resistente Keime bilden.

Bei Produkten wie der Autopflege werden häufig sogenannte Nanoversiegelungen aufgebracht. Diese enthalten nicht unbedingt Nanoteilchen, sondern die aufgetragene Schicht ist nanostrukturiert. Dann sind die Ausgangschemikalien wie normale Chemikalien zu betrachten - ein Kontakt ist auf jeden Fall zu vermeiden, Hände zu waschen nach Gebrauch etc..

In die Haut

Ob Nanoteilchen in die Haut eindringen können, ist abhängig von der Größe und Struktur der Nanopartikel. Bei Titandioxid - es wird häufig in Sonnenpflegemitteln eingesetzt - wurde nachgewiesen, dass es durch intakte Haut kaum eintritt; Unsicherheiten sind geblieben - wie etwa verletzte und sonnenverbrannte Haut. Unsere Haut ist eine relativ starke Barriere, über die Lunge können Chemikalien sehr viel leichter aufgenommen werden. Wir raten daher von der Verwendung von Sprays, die Nanopartikel enthalten können, auf jeden Fall ab.

Hier ist die Liste der KONSUMENT-Artikel zum Thema Nanotechnologie:
http://www.konsument.at/cs/Satellite?pagename=Konsument/Page/Suchergebnis&cid=1188229659865&quicksearch=Nanotechnologie

Zum Weiterlesen empfehlen wir die Seite des deutschen Bundesinstitutes für Risikoforschung BfR

http://www.bfr.bund.de/de/gesundheitliche_bewertung_von_nanomaterialien-30413.html

Ihr KONSUMENT-Team

This message was edited 3 times. Last update was at 24. May 2012 16:05

Wir haben in KONSUMENT 6/2012 einen neuen Artikel zum Thema "Nanosilber: Kleine Teilchen, großes Risiko"

http://www.konsument.at/cs/Satellite?pagename=Konsument/MagazinArtikel/Detail&cid=318881238218


Ihr KONSUMENT-Team

This message was edited 4 times. Last update was at 24. May 2012 16:11

Zu diesem Thema gab es am 29.5.2012 eine Dokumentation (ZDF Zoom) unter dem Titel "Unsichtbare Gefahr?
Nanotechnologie im Alltag" auf Phoenix.
Interessierte die es nicht gesehen haben, können sich es unter diesem Link ansehen:
http://dokumonster.de/sehen/4091-nanotechnologie-unsichtbare-gefahr-phoenix-zdf-doku/
Beachten Sie die Länge von knapp einer Stunde!

This message was edited 1 time. Last update was at 03. June 2012 06:45

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