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Jö-Bonusclub: anmelden?

Rabatte mit Daten bezahlen

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KONSUMENT 7/2019 veröffentlicht: 08.05.2019, aktualisiert: 30.03.2020

Inhalt

Kompliziert und intransparent

Etwas mehr als zwei Wochen nach der Umstellung auf Jö lässt sich auch sagen, dass das Ziel der Vereinfachung für die Kunden durch die Zusammenführung bisher nicht erreicht scheint. So sollte man sich als Kunde wohl regelmäßig auch selbst über die nutzbaren „Vorteile“ informieren, um angesichts der zahlreichen Jö-Partner stets auf dem aktuellen Stand zu sein. Das gilt für das Einlösen von Punkten (Ös) ebenso wie für Mitglieder-Rabattaktionen oder für diverse Möglichkeiten durch den Kauf bestimmter Produkte Bonus-Ös zu sammeln, also etwa die vierfache oder zehnfache Anzahl. „Kompliziert und intransparent“ lautet das momentane Fazit.  

Fragenkatalog und Nutzungsbedingungen

Auch Jö selbst ist in den letzten zwei Wochen offenbar mit einer Flut von Anfragen konfrontiert worden. Die wichtigsten Antworten hat man auf www.joe-club.at/hilfe-center in einem Fragenkatalog zusammengefasst. Rechtlich verbindlich ist natürlich das, was in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) steht, und die findet man unter www.joe-club.at/agb.  

Kündigung

In den AGB ist auch die Kündigung geregelt, nämlich unter Punkt 6, übertitelt mit Teilnahmebeendigung. Diese muss per Post oder E-Mail erfolgen. Die Angabe von Gründen ist nicht nötig.  

Keine Unterschrift erforderlich

Ein Diskussionspunkt ist auch die in manchen Geschäften offenbar kommunizierte Notwendigkeit der persönlichen Unterschrift beim Ausfüllen der Anmeldung zum Jö-Club auf Papier. Tatsache ist: Mit der Unterschrift stimmt man dem „Profiling“ zu – um am Programm selbst teilzunehmen, ist keine Unterschrift nötig! Zur Klarstellung: Wer unterschreibt, willigt ein, dass seine Daten (Stammdaten und Einkaufsverhalten) in der Form verwendet werden, dass „relevante und auf meine Interessen zugeschnittene, individualisierte Informationen“ zugesendet werden. Unterschreibt man nicht, gibt´s zumindest diese auf die Person zugeschnittene Werbung nicht, allgemeine Werbung aber vermutlich schon. 

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Kommentare

  • Strategien gegen die Vermessung des Konsumenten
    von Mnemosyne am 19.06.2020 um 15:32
    Ein gutes Rezept war bisher das Verleihen einer JÖ-Card innerhalb des Freundeskreises / der Familie. Je mehr Leute die Karte verwenden, desto weiter ist das Konsumverhalten gestreut, desto unbrauchbarer wird die Statistik.

    Und sofern es möglich ist - dazu fehlt mir die Erahrung, habe nie eine beantragt - sollte ein anderer Name und ein gemietetes Postfach angegeben werden, wie beispielsweise eine Abholbox der Post.

    Eine andere Möglichkeit ist es, bei einem großen Einkauf einfach eine neue Karte zu beantragen und sie nicht weiter auszufüllen. Dieser Einkauf wird dann unter Umständen günstig verrechnet, zieht aber keine Vertragsbindung nach sich.

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    Das Konzept von Kundenkarten bleibt insofern umstritten, da es in erster Linie eine klare Benachteiligung schafft. Diejenigen, die nicht bereit sind ihre Daten und ihr Konsumverhalten unablässig aufzeichnen zu lassen, zahlen de facto ab sofort mehr für die gleichen Produkte! Und nicht etwa umgekehrt, dass die Karten-Benutzer weniger zahlen würden.

    Die Argumentation der teilnehmenden Firmen versucht diesen Umstand zu verdrehen.
  • Sammelmarken
    von ling am 16.09.2019 um 09:27
    Das Konzept mit den Sammelmarken (mir fallen dazu nur diverse 25%-Aktionen bei Spar und Billa ein) ist auch so eine Sache. Ein Viertel des Kaufpreises lockt natürlich, doch liest man einmal die Bedingungen durch, dann schwindet die Freude erheblich. Weiters muss man bei Billa erst einmal passende Artikel finden. Viele Waren sind entweder im Doppelpack reduziert - geht nicht mit Sammelmarke oder definitiv ausgenommen - Pech gehabt.
    Ich habe es einmal ausprobiert und war ein klassisches Opfer dieser Aktion. Natürlich findet man Waren, auf die man diese Pickerl kleben kann. Diese sind dann meist so teuer, dass man sich beim Kauf selbst belügt und selbst nach Abzug der Reduktion immer noch mehr zahlt als beim Diskonter seines Vertrauens. Aus diesem Grund landen die Pickerl meist dort wo sie auch hingehören - im Restmüll.
  • Datensammlung
    von ling am 16.09.2019 um 08:49
    Bei aller Wertschätzung der Poster und Beiträge: Leute - wir sind in Österreich. Ihr seid eine Minderheit, die über die Wirkung eines Selbstgesprächs nicht hinausgeht. Ein Großteil der Bevölkerung redet über den Datenschutz, wirklich interessiert ist jedoch kaum jemand. Nicht umsonst sind diverse Boxen voll von Anmeldungen zu Gewinnspielen. Online ist es bestimmt noch ärger. Darüber freuen sich die Unternehmen, denn es sind gewaltige Datenmengen die hier gesammelt werden. Wer von Ihnen hat sich schon einmal ernsthaft mit Cookies und den dahinter steckenden (trackenden) Unternehmen beschäftigt? Darüber solltet Ihr einmal posten!
    Mich würde interessieren wie hoch die Anzahl derer ist, welche vollmundig ankündigen, bspw den Supermarkt oder die Bankverbindung zu wechseln, nur weil ihnen der Datenschutz bedenklich vorkommt, und dies tatsächlich auch tun. In unserem Land muss sich schon mehr bewegen als nur der Inhalt von Forenpostings.
    Ich behaupte das aus eigener Erfahrung, denn wenn ich diverse Volksbegehren unterschreibe (und ich mache das meistens erst kurz vor Ablauf der Eintragungsfristen), dann bewegen sich die Unterstützerzahlen kaum über einen zweistelligen Bereich. Geht es um "heikle" Themen wie bspw Ausländerfragen oder Religion, dann hört man vermehrt Aussagen wie "das kannst ja nicht machen, wennst einmal was brauchst, dann wissen die, dass du da unterschrieben hast...". Also unterschreibt man sicherheitshalber gar nicht.
    Das ist nur ein kleines Beispiel, doch legt man es konsequent auf die übrigen Belange um, dann wird einem einiges klar. Es ist wie mit der Glasflasche. Verlangt wird sie häufig, denn sie ist ja wiederverwertbar und verbraucht keinen Kunststoff. Gekauft werden weiterhin PET-Flaschen, denn die sind ja viel leichter und vor allem billiger...
    Man könnte hier noch seitenlang Beispiele aufzählen, doch ändern wird sich damit auch nichts. Solange sich die Bevölkerung nicht des Wertes ihrer Daten bewusst ist und Vorschriften wie die DSGVO nach wie vor so schwammig wie aktuell formuliert sind, wird fleißig weiter getrackt und gesammelt und damit Milliarden verdient. Mails werden mitgelesen und zur Perfektionierung von Anwenderprofilen verwendet. Das alles wird dann - der Kundenberuhigung wegen - unter dem Deckmantel Datenschutz "verkauft" (man beachte die Doppeldeutigkeit des Wortes).
    Dass es gottseidank Menschen wie Max Schrems gibt, ist ein wahrer Lichtblick. Ob wir damit einmal das Licht des Tunnels erreichen, wage ich trotzdem zu bezweifeln.
  • JÖ-Kundenkarte
    von mangan am 13.08.2019 um 19:44
    Ich werde die JÖ-Kundenkarte verweigern weil ich keinen Datenmissbrauch riskieren will. Ausserdem ist die Rabattgestaltung mit dieser Karte umständlich und irreführend. Meine Familie kauft bei Spar und Hofer ein weil dort die Preise übersichtlich und ehrlich sind.
  • Mir reicht es auch
    von Dankwart am 31.05.2019 um 11:03
    Habe diese unverschämte Datensammelei auch satt. Werde mein Kundenkonto löschen. Außerdem werde ich jetzt wohl bei SPAR einkaufen. Das Konzept mit den Sammelmarken sieht da besser aus und ist anonym!