KONSUMENT.AT - Kartelle: Preisabsprachen - Keine Information, kein Schadenersatz

Kartelle: Preisabsprachen

Räuber und Gendarm

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KONSUMENT 4/2015 veröffentlicht: 26.03.2015, aktualisiert: 26.05.2020

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Keine Information, kein Schadenersatz

Bei Preisabsprachen ist der verursachte Schaden schwer zu beziffern. Erwischte Kartellfirmen verteidigen die Namen der überteuerten Produkte und Erträge als Geschäftsgeheimnis; Kartellgericht und BWB veröffentlichen sie nur sehr eingeschränkt.

Ulrike Ginner von der wirtschaftspolitischen Abteilung der Arbeiterkammer registriert zwar, dass die Veröffentlichungen besser geworden sind, fordert aber trotzdem mehr Transparenz ("Komplettdarstellung, damit man mehr weiß").

Große Unternehmen können, wenn sie durch Preisabsprachen geschädigt werden, von Kartellunternehmen Schadenersatz fordern. So klagt z.B. die Stadt Wien im Namen der Wiener Linien Unternehmen des Aufzugs- und Rolltreppenkartells auf Schadenersatz.

Kunde müsste auf Schadenersatz klagen

Wenn aber Hunderttausende Konsumenten jahrelang jeweils 15 Cent zu viel für Käse oder Bier bezahlt haben: Wie bekommen die ihr Geld zurück? Theodor Taurer von der Wirtschaftskammer: „Der einzelne Konsument müsste in einem Zivilprozess Schadenersatz einklagen. - Aber ich versteh schon, das ist nicht einfach.“ In der Praxis ist es derzeit unmöglich. Denn ohne öffentlich zugängliche Informationen, welche Produkte wann überteuert verkauft wurden, hat ein einfacher Konsument keine Chance, auf Schadenersatz zu klagen.

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Kommentare

  • Bundeswettbewerbsbehörde informieren
    von REDAKTION am 09.04.2015 um 15:20

    Preisabsprachen: Wenn Ihnen Verstöße gegen das Kartell- oder Marktmissbrauchsverbot bekannt sind, können Sie eine Beschwerde direkt bei der Bundeswettbewerbsbehörde einbringen. Mehr finden Sie unter http://www.bwb.gv.at/KartelleUndMarkmachtmissbrauch/Seiten/default.aspx#Beschwerde

    Ihr KONSUMENT-Team

  • Wo kann ich den Verdacht auf Preisabsprachen melden?
    von hwy2001 am 26.03.2015 um 23:37
    Jeder konnte sehen, dass Badezimmer-Armaturen völlig überteuert waren. Schließlich wurden etliche Firmen wegen Absprachen verurteilt. Dasselbe gilt m. E. für Hersteller von Rolläden. Wo kann ich einen solchen Verdacht melden?