KONSUMENT.AT - Klimawandel: "Wir müssen Druck auf die Politik machen" - "Es geht darum das Schlimmste zu verhindern"

Klimawandel: "Wir müssen Druck auf die Politik machen"

Nachhaltiges Interview

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KONSUMENT 11/2019 veröffentlicht: 24.10.2019

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"Es geht darum das Schlimmste zu verhindern"

Stichwort Wandel: Viele sagen, Fridays for Future hat binnen kurzer Zeit viel mehr bewirkt als diejenigen, die jahrelang nur bio gekauft haben und kein Auto benutzen. Stimmt ihr dem zu?

Wolf. Das ist tatsächlich eine sehr starke Bewegung. Und sie wird immer stärker, jetzt auch in den USA.
Blazek. Es war offenbar die Zeit reif für so eine Protestbewegung, sie hat eine neue Qualität. Auch in der Politik ist es mittlerweile so, dass sich eigentlich keiner mehr erlauben kann, da dagegen zu stehen. Das war vor 10 oder 20 Jahren anders.

Die Revolution frisst ihre Kinder. Ist die Fridays-for-Future-Generation nachhaltig nachhaltig? Werden die Jugendlichen auch in 10, 20 Jahren noch nach Öko-Maximen leben?

Blazek. Sein kann es natürlich, dass das wieder einschläft. Das ist in der Vergangenheit so mancher Bewegung passiert.
Wolf. Ich glaube nicht, dass das passiert. Weil die Situation zu ernst ist, weil es letztendlich ums Überleben der Menschheit geht!
Blazek. Es wird ja immer sichtbarer: die Veränderung, der Klimawandel. Eigentlich geht’s nur noch darum, das Schlimmste zu verhindern. Zurück in die gute alte Zeit kommen wir ohnehin nicht mehr.

Ist das Glas bei euch halb voll oder halb leer? Sprich: Ist es frustrierend, wie wenig in den vergangenen Jahren beim Thema Nachhaltigkeit weitergegangen ist? Oder super, welch breite Bevölkerungsschichten sich inzwischen für das Thema interessieren?

Blazek. Anhand der Bio-Lebensmittel zeigt sich, dass es eine Veränderung gegeben hat. Vor 20 Jahren hätte man noch nicht erahnen können, dass sie heute einen so großen Marktanteil haben. Hier sieht man zudem sehr gut, dass es die große Veränderung nur geben kann, wenn die Unternehmen aufspringen und das entsprechende Angebot bereitstellen.
Wolf. Mir geht’s zu langsam, die Zeit rennt uns davon. Ich bin aber auch ein ungeduldiger Mensch. Es ist natürlich schwierig, global gesehen etwas zu verändern. Aber ich bin auch ein Optimist und ich lass mir das nicht nehmen. Ohne Optimismus geht’s nicht. Wir müssen alle daran glauben, dass wir das schaffen können!
Blazek. Im Bereich der sozialen Missstände, z.B. in der Bekleidungsindustrie, gibt es leider auch noch viel zu tun. Es sind zwar alle Konzerne umgestiegen, es gibt überall einen Nachhaltigkeitsmanager. Die Frage ist, ob sich tatsächlich dadurch substanziell etwas verbessert hat

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