Kryptowährungen: Bitcoin & Co

Digitale Münzen

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KONSUMENT 5/2017 veröffentlicht: 27.04.2017

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Kryptogeld wie Bitcoins hat seine Vorteile, setzt aber Fachwissen voraus und kann bei einem Scheitern der Währung auch zum Totalverlust führen.

Aus Abfall, Schrott, ja sogar aus Luft lässt sich mit einem geschickten Händchen Geld machen. Aber wussten Sie, dass man auch aus dem reinen Nichts Geld schöpfen kann? Sogenannte Kryptowährungen speisen sich aus den Bits und Bytes der virtuellen Welt – und zumindest für einige davon funktioniert das Geschäftsprinzip: Sie werden mittlerweile sogar an der Börse gehandelt und sollen dem einen oder anderen schon ein kleines Ver­mögen eingebracht haben.

Kryptowährung als Alternative zu Staatsgeld

Die Ausgangsidee ist durchaus überzeugend: Das Kryptogeld basiert auf Verschlüsselung (griech. krypto = verborgen, versteckt, geheim) und Datensicherheit und wird von einem dezentralen Rechnernetz verwaltet. Es funktioniert also völlig losgelöst von einer zentralen Steuerungsstelle, wie es bei herkömmlichem Geld etwa Nationalbanken oder Regierungen sind. Politische oder auch spekulative Eingriffe, so die Anhänger von Kryptowährungen, würden immer wieder zu Verwerfungen auf dem Kapitalmarkt führen und hätten das Vertrauen in herkömmliches Geld nachhaltig zerstört. Kryptowährungen hin­gegen sollen ein sicheres, von Machtinteressen un­abhängiges digitales Zahlungssystem bieten.

Vorreiter Bitcoin

Vorreiter und bekanntestes Digitalgeld sind die sogenannten Bitcoins (engl. bit = die Zusammenfassung von binary digit, kleinste Speichereinheit im Computer, und coin = Münze). Das Bitcoin-Konzept wurde erstmals 2008 im Internet vorgestellt, der oder die Erfinder dahinter sind nicht bekannt und spielen aufgrund des dezentralen Charakters der Alternativwährung für die weitere Entwicklung und Funktionsweise auch keine Rolle.

Wie kommt man zu Digitalwährungen?

Wer sich Bitcoins zulegen will, kann das mit herkömmlichem Geld an Bitcoin-Börsen tun oder an einem der Treffen teilnehmen, bei denen Bitcoin-Fans über die aktuellen Entwicklungen auf dem Gebiet der digitalen Währungen diskutieren. Vereinzelt finden sich sogar schon Bitcoin-Automaten, an denen mit Bargeld digitale Münzen gekauft werden können. Oder man akzeptiert Zahlungen mit Bitcoins. Dazu muss man sich mithilfe kostenloser Programme für Computer oder Handy eine sogenannte "Wallet" (Bitcoin-Brieftasche) zulegen. Der Wert der Bitcoins, also deren Umrechnungskurs, bestimmt sich – ganz dem kapitalistischen Marktsystem entsprechend – durch Angebot und Nachfrage.

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Kommentare

  • Das wird DIE Währung für Kriminelle aller Art
    von Peter1234 am 13.05.2017 um 23:59
    Wenn Sie Ihre Euro in Bitcoin pumpen, sollten Sie bedenken, was eine nicht vorhandene staatliche Kontrolle bedeutet. Kriminellen wird hier eine wunderbare Schwarzgeld-Transferschiene geboten - mit Umtausch in Euro und Dollar. Nicht umsonst wollen die aktuellen Erpressungstrojaner nur mehr Bitcoins als Lösegeld. Während die konventionellen Banken immer mehr Regeln aufgebürdet bekommen (Liquidität, Compliance, Konsumentenschutz, Transparenz für Steuerbehörden), fehlen diese Regeln bei Bitcoins. Warum, bzw. für wen soll das ein Vorteil sein? Warum sehen wir zu, wie ein Ersatzsystem für Offshore-Konten heranwächst und heißen es auch noch gut?
  • Was passiert...?
    von REDAKTION am 02.05.2017 um 10:54
    Wenn Sie einen Bitcoin erwerben (gegen Euro) dann gehören diese Euro dem Bitcoinverkäufer. Dies ist vergleichbar damit, wenn Sie auf einer Bank Dollar kaufen und dafür den Gegenwert in Euro der Bank überlassen. Die Anonymität der Bitcoin ist in diesem Sinne „nur“ dann gegeben, wenn Sie Bitcoin als Zahlung für Waren oder Dienstleistungen transferieren, ohne Einschaltung von üblichen Währungen.Ihr Konsument-Team
  • Was passiert mit meinem Geld?
    von nowi2004 am 01.05.2017 um 09:11
    Was mich interessieren würde und auch leider nicht in ihrem Artikel vorkommt ist, was passiert mit dem Geld, das für einen Bitcoin bezahlt wird? Es muss ja auch auf ein Konto bezahlt werden, wen gehört das Konto, müssen ja alle legalisiert sein? Wem gehört das Geld dann?
  • Anonym vs. Pseudoanonym
    von frim am 29.04.2017 um 11:40
    Anzunehmen dass Zahlungen mit Kryptowährungen anonym sind, ist genauso naiv wie zu glauben, dass man im Internet anonym ist. Zur Anonymität ist ein entsprechender Aufwand (Tor, Internetcafes, usw.) notwendig. Im Wikipedia Artikel dazu: "Grundsätzlich baut Bitcoin auf der bereits möglichen Anonymität im Internet auf" (https://de.wikipedia.org/wiki/Bitcoin#Anonymit.C3.A4t_versus_Pseudonymit.C3.A4t)
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