KONSUMENT.AT - Landraub: österreichische Firmen - Österreich in Osteuropa

Landraub: österreichische Firmen

Heimische Übeltäter

Seite 2 von 6

Nächsten Inhalt anzeigen
KONSUMENT 4/2017 veröffentlicht: 30.03.2017, aktualisiert: 28.04.2017

Inhalt

Österreich in Osteuropa

Auch in Rumänien, Serbien oder der Ukraine sind österreichische Investoren aktiv, die sich in großem Stil Land angeeignet haben: Laut der ukrainischen Investmentbank Dragon Capital kontrolliert etwa das österreichische Agrarunternehmen MCB Agricole in der Ukraine bereits 96.000 Hektar Land.

Hohe Wertsteigerungen erwartet

Maharishi Organic Agriculture, ein österreichisch-japanisches Projekt, betreibt in der Kalanchak Region eine Farm auf 48.000 Hektar. Auch Serbiens Felder sehen Investoren laut FIAN als "lohnendes Asset", dessen Wert sich in den nächsten vier Jahren verdoppeln könnte.

In Serbien haben von ­insgesamt 780.000 bäuerlichen Betrieben 140.000 ­weniger als zwei Hektar Fläche zur Verfügung. Vertragspartner des österreichischen Unternehmens Advance Management bewirtschaften dort eine Gesamtfläche von 100.000 Hektar.

Indizien für illegale Abholzung

In Rumänien ist das österreichische Unternehmen Schweighofer aktiv: Es verarbeitet als Marktführer laut FSC (Forest Stewardship Council) 40 Prozent des rumänischen Waldholzes. 2016 verarbeitete Schweighofer nach eigenen Angaben in Rumänien 2,6 Millionen Festmeter Holz. In einem von WWF und EIA präsentierten Bericht wurden 2015 zahlreiche Indizien vorgelegt, nach denen das Unter­nehmen große Mengen an illegal geschla­genem Holz aus Rumäniens Wäldern zu Schnittplatten und Heizmaterial verarbeitet und in die EU sowie in weitere Länder ­exportiert hat.

Auch eine unabhängige ­Untersuchungskommission, die von FSC eingesetzt wurde, kam zu diesem Ergebnis. Der WWF wirft dem Konzern vor, durch seine Praktiken die letzten Urwälder in den Karpaten zu zerstören. Auf dieser Basis entschied der FSC-Vorstand, die FSC-Zertifikate für Schweighofer mit einer Bewährung zu ver­sehen.

Jungbauern in die Emigration gedrängt

"Die Erkenntnis der unabhängigen Untersuchungskommission ist eindeutig: Schweighofer war in illegalen Holzhandel verwickelt und neue Filmberichte lassen stark vermuten, dass die Verstöße aktuell andauern", so Johannes Zahnen, Wald­experte beim WWF. In Rumänien stehen zudem Millionen Kleinbauernbetriebe vor dem Verschwinden, junge Bauern werden in die Emigration gedrängt.

Bewertung

Wertung: 5 von 5 Sternen
4 Stimmen
Weiterlesen