KONSUMENT.AT - Gusto Gold Grießnockerl - Mit Palm- und Kokosfett

Gusto Gold Grießnockerl

Von wegen traditionell

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KONSUMENT 11/2020 veröffentlicht: 08.09.2020

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Was Konsumenten alles versprochen und dann nicht gehalten wird. Diesmal im Lebensmittel-Check: tiefgekühlte Grießnockerl von Gusto Gold, laut Packungsaufschrift eine „traditionelle österreichische Suppeneinlage“, sind mit Palm- und Kokosfett hergestellt. 

Das steht drauf: Gusto Gold Grießnockerl

Gekauft bei: Hofer

Das ist das Problem

Grießnockerl selber zu machen dauert seine Zeit: zuerst aus Grieß, Butter, Eiern, Salz und Muskat den Teig zubereiten, dann Nockerl ausstechen und in Salzwasser garen. Da sind fertige, tiefgekühlte Grießnockerl schon praktisch.

Traditionell hergestellt?

Hofer bietet tiefgekühlte Grießnockerl der Marke Gusto Gold an. Auf der Packung steht "traditionelle österreichische Suppeneinlage", "Qualität aus Österreich" und gleich darunter "mit Weizengrieß aus der EU". 
Ein Konsument war von diesen Auslobungen arg irritiert, denn laut Zutatenliste enthalten die Grießnockerl Palm- und Kokosfett. Diese Zutaten erwartet wohl kaum jemand in einem Produkt, das als "traditionelle österreichische Suppeneinlage" beworben wird.

Hofer erklärte auf unsere Nachfrage, dass Palm- bzw. Kokosfett keine einzelnen Zutaten seien, sondern eine Aufschlüsselung der Margarine, die üblicherweise diese Fette zur Erhaltung der Produkteigenschaften (weich, streichfähig) enthalte.

Aus Österreich oder der EU?

Und was bedeutet "Qualität aus Österreich", wenn gleich darunter "mit Weizengrieß aus der EU" steht? 
Der verwendete Weizengrieß werde von einer österreichischen Mühle bezogen, teilte uns Hofer mit. Und: Die Herkunft des Weizens sei großteils aus Österreich.

Im Bedarfsfall müsse aber auch teilweise auf Weizen aus den angrenzenden EU-Ländern zurückgegriffen werden. Laut neuer EU-Verordnung sei es nicht möglich, zwei Regionen wie beispielsweise "AT und EU" anzuführen. Lediglich der übergeordnete Begriff dürfe verwendet werden. 

Herkunftsbezogener Werbung sollte man nicht blindlings vertrauen. Die Auslobung "Qualität aus Österreich" garantiert eben nicht, dass auch die Rohware des Produktes aus Österreich kommt. Durch die neue EU-Verordnung wird aber zumindest die Herkunft der "Primärzutat" (hier: Weizengrieß) etwas transparenter. Stammt die Primärzutat nicht vom freiwillig angegebenen Herkunftsort (z.B. aus Österreich, erkennbar durch die Angabe "Qualität aus Österreich"), so muss dies nun deklariert werden. 
 

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