KONSUMENT.AT - Italiamo Tiramisù - Stark verarbeitetes Dessert mit vielen Aromen

Italiamo Tiramisù

Das ist kein echtes Tiramisu!

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veröffentlicht: 28.09.2021

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Was alles versprochen und dann nicht gehalten wird. Diesmal im Lebensmittel-Check: Was bei Lidl als Italiamo Tiramisù bezeichnet wird, hat damit nicht viel zu tun. Unter dem Kakao-Dekor findet sich ein „Rührkuchen“ mit etwas Mascarponepulver und vielen Aromen aber keine Schicht echtes Tiramisu.

 

Das steht drauf: Italiamo Tiramisù

Gekauft bei: Lidl

Das ist das Problem

Klassisches Tiramisu (Lidl verwendet auf seiner Homepage mittlerweile die gebräuchlichere Schreibweise Tiramisu statt Tiramisù, Stand 28.9.2021) wird hauptsächlich aus Biskotten, meist in Kaffee und Likör getränkt, und einer Creme aus Mascarpone, Eigelb und Zucker aufgeschichtet. Mit Kakaopulver bestreut wird es gekühlt serviert. Was uns Lidl aber hier als Italiamo Tiramisu auftischt, hat mit dem beliebten italienischen Dessert nicht viel zu tun.

Die angegebene Adresse des Herstellers oder Vertreibers lässt eine Herstellung in Italien vermuten, doch das überzeugt uns auch nicht. Ein Tiramisu, welches ungekühlt haltbar ist, ist kein Tiramisu!“, stellt eine Konsumentin resolut fest und fragt verwundert: „Wo sind die Biskotten? Wo ist Mascarpone, abgesehen von der ‚0,4 % Mascarponepulver-Zubereitung’?“ Die Informationen auf der Rückseite der Verpackung des „angeblichen“ Tiramisus verärgern die Konsumentin so sehr, dass sie uns schreibt: „Ich finde es eine Frechheit, dass dieses Produkt als Tiramisu verkauft wird. Bei der Zutatenliste dreht sich mein Magen um, denn da ist vor allem Glukose-Fruktose-Sirup, Zucker, Palm- und Kokosfett drin.“

Schichtdessert mit Mascarponepulver und ohne Biskotten

Das Italiamo Tiramisu war bei Lidl ungekühlt im Supermarktregal erhältlich. Das ist bereits ein Hinweis, dass dieses Produkt der Lidl-Eigenmarke Italiamo kein klassisches Tiramisu mit frischer Mascarponecreme sein kann. Was sich hier auf der Schauseite der Verpackung als Tiramisu ausgibt, ist laut Sachbezeichnung auf der Verpackungsrückseite ein „Rührkuchen mit 30 % Cremefüllung Typ Tiramisù und 3,6 % Kakaopulver-Dekor“. Diese Beschreibung hat nur wenig mit dem klassischen Schichtdessert zu tun, das uns aus der italienischen Küche bekannt ist.

Beim Lesen der Zutatenliste wird klar, wie weit diese Süßspeise vom Original entfernt ist. Die Hauptzutaten: Glukose-Fruktose-Sirup, Zucker und pflanzliche Fette (Ölpalme, Kokosnuss). Diese sind der Konsumentin in der Erwartung eines Tiramisu-Desserts unangenehm aufgefallen. Der für Tiramisu typische Mascarpone ist erst am Ende der Zutatenliste unter „0,4 % Mascarponepulver-Zubereitung“ zu finden. Darunter ist eine Mischung aus Mascarpone-, Sahne-, Vollmilch-, Molkenerzeugnis- und Magermilchpulver sowie Dextrose (Zucker) und Aromen zu verstehen. Das hat mit Tiramisu aus frischem Mascarpone nicht mehr viel zu tun, ganz zu schweigen von den gänzlich fehlenden Biskotten.

Stark verarbeitetes Produkt mit vielen Aromen

Einziges Zugeständnis an die Tiramisu-Rezeptur: Zumindest befinden sich 8,2 % Vollei in diesem Dessert, die laut Etikett zumindest aus Bodenhaltung stammen. Insgesamt handelt es sich um ein stark verarbeitetes Produkt, in dem auch viele Zusatzstoffe zum Einsatz kommen. Gleich vier Mal ist der Begriff "Aromen" in der Zutatenliste zu lesen. Diese sollen für den gewünschten Geschmack sorgen. 

Lidl überdenkt die Kennzeichnung für das Dessert

In jedem Fall ist der Produktname „Tiramisu“ ungünstig gewählt, da sich Konsumentinnen und Konsumenten dabei auch ein solches nach Originalrezept hergestelltes Produkt erwarten. Lidl antwortete auf unsere Kritik, dass keinesfalls Kundinnen und Kunden getäuscht werden sollten. Das Produkt sorge trotz abgeänderter Rezeptur für einen typischen Geschmack und das werde mit der Bezeichnung auf der Rückseite der Verpackung auch klar angegeben, meint der Lebensmittelhändler. Dennoch nimmt Lidl die Beanstandung zum Anlass, die Kennzeichnung zu überdenken. Das ist ein guter Ansatz, doch auch eine Abänderung des Produktnamens auf der Produktvorderseite wäre begrüßenswert!

Hinweis auf Alkohol bitte auf die Verpackungsvorderseite!

Darüber hinaus appellieren wir, den Hinweis auf den enthaltenen Alkohol schon auf der Schauseite der Verpackung anzubringen. Derzeit befindet er sich auf der Verpackungsrückseite. Das Produkt ist für Kinder ungeeignet, und das sollte gleich ersichtlich sein.

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