KONSUMENT.AT - SPAR Natur*pur BIO-Naturjogurt - Jogurt nicht besser oder gesünder

SPAR Natur*pur BIO-Naturjogurt

Ist Jogurt „mit Bifidus-Kulturen“ besser und gesünder?

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veröffentlicht: 03.08.2021

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Diesmal im Lebensmittel-Check: Das SPAR Natur*pur BIO-Naturjogurt wird jetzt „mit Bifidus-Kulturen“ beworben. Ist das ein besseres Jogurt in derselben Verpackung?

 

Das steht drauf: SPAR Natur*pur BIO-Naturjogurt

Gekauft bei: Spar

Das ist das Problem

Diesmal ist es mehr eine verwunderte Frage als ein Problem. Ist das SPAR Natur*pur BIO-Naturjogurt in der gewohnten Verpackung, aber neuerdings mit der Aufschrift „mit Bifidus-Kulturen“ ein anderes Produkt als das SPAR Natur*pur BIO-Naturjogurt, wie es davor erhältlich war? Eine Konsumentin, der die neue Aufschrift aufgefallen ist, hat uns geschrieben: „Das Bio-Naturjogurt 3,6 % Fett von Spar Natur Pur wird derzeit auf dem Etikett mit der Aufschrift ,mit Bifidus-Kulturen‘ beworben. Sind denn in den Naturjogurts anderer Hersteller keine Milchsäurebakterien enthalten? So wirkt es nämlich …“, wundert sich die Konsumentin. „Was kann dieses Jogurt nun mehr als die anderen?“

Besser und gesünder?

Durch diese extra Auslobung spezieller Milchsäurebakterien stellt sich die Frage, ob das „mit Bifidus-Kulturen“ beworbene Naturjogurt besser und gesünder ist als das „normale“ Bio-Naturjogurt. Was bedeutet also dieser Zusatz?

Was sagt das Österreichische Lebensmittelbuch?

„Fermentierte Milchprodukte enthalten bis zum Ende ihrer Mindesthaltbarkeit mindestens 10 Millionen an produktspezifischen Kulturkeimen pro Gramm. Werden bestimmte Keime zusätzlich ausgelobt, so enthalten die Produkte am Ende der Mindesthaltbarkeit hiervon noch mindestens 1 Million Keime pro Gramm.“

Von der Milch zum Jogurt

Jogurt ist ein Milchprodukt, das durch Fermentierung aufgrund der Milchsäurebakterien (Lactobacillus delbrückii subsp. Bulgaricus und Streptococcus Thermophilus) seine typische cremige Konsistenz und den säuerlichen Geschmack erhält. Naturjogurt bedeutet, dem Jogurt werden weder Zucker noch geschmacksbildende Zusätze wie Früchte oder Aromen zugegeben.

Bei fermentierten Milchprodukten sind Mikroorganismen, wie die erwähnten Milchsäurebakterien, wertbestimmende Inhaltstoffe. Laut Lebensmittelbuch dürfen die Hersteller spezielle Milchsäurebakterien wie Lactobacillus Acidophilus und Bifidobakterien bei der Joghurtherstellung verwenden und Gattung sowie Spezies auf der Packung anführen. Dass diese Milchsäurebakterien in fermentierten Milchprodukten vorkommen, ist also nicht außergewöhnlich.

Unterschiedliche Bakterien enthalten

Auch herkömmliches Jogurt, Sauermilch, Buttermilch oder Kefir enthalten eine Vielzahl an unterschiedlichen Bakterien, auch wenn die Produzenten diese nicht explizit ausloben. (siehe auch KONSUMENT-Test Joghurt, Buttermilch; 7/2021 ). Außerdem sind diese – wie oben angesprochen – sogenannten produktionsspezifischen Kulturkeime in milchsauer vergorenem Gemüse wie Sauerkraut, Kimchi oder milchsauer vergorenen Säften etc. zu finden.

Warum „mit Bifidus-Kulturen“?

Wir haben beim Hersteller nachgefragt, was es mit der neuen Auslobung „mit Bifidus-Kulturen“ beim SPAR Natur*pur BIO-Naturjogurt auf sich hat. Spar beruft sich auf die Möglichkeit, die speziellen Keimkulturen extra ausweisen zu dürfen. Dies sei gemäß dem Österreichischen Lebensmittelcodex nur dann zulässig, wenn das Produkt am Ende der Mindesthaltbarkeitsfrist in einem Milliliter mindestens 1 Million produktspezifischer lebender Organismen enthält.

Das SPAR Natur*pur BIO-Naturjogurt könne am Ende der Mindesthaltbarkeitsfrist deutlich über 1 Million Bifidusbakterien pro Gramm aufweisen, schreibt der Hersteller und begründet damit die Auslobung am Jogurtbecher. Diese Anforderung würden nicht alle Jogurts erfüllen. Außerdem weist Spar darauf hin, dass zwar viele im Handel erhältliche Jogurts die typischen Jogurtkulturen enthielten, wie eben Bifidusbakterien, jedoch zu wenige davon, um dies auch ausloben zu dürfen.

Kein Beleg, ob besser und gesünder

Das SPAR Natur*pur BIO-Naturjogurt ist also nicht das einzige Jogurt-Produkt, das Bifidus-Kulturen enthält. Die Auslobung der Bifidus-Kulturen am Produkt ist in diesem Sinne zulässig, sofern das Produkt am Ende der Mindesthaltbarkeit eine ausreichende Zahl dieser Bakterien enthält.

Wie weit die gesundheitlichen Vorteile spezieller Milchsäurebakterien tatsächlich gehen, ist nicht genau bekannt. Ebenso unklar ist, wie viele dieser Bakterien beim Genuss eines Bechers Jogurt lebend in den Darm gelangen, um eine mögliche Wirkung zu entfalten.

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