KONSUMENT.AT - Yammbits Fruit Balls Granatapfel-Cassis-Himbeere - Auch bei "fruchteigenem" Zucker auf den Zuckergehalt achten

Yammbits Fruit Balls Granatapfel-Cassis-Himbeere

Wenig Frucht, viel Verpackung

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veröffentlicht: 04.11.2021

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Was alles versprochen und dann nicht gehalten wird. Diesmal im Lebensmittel-Check: Die Yammbits Fruit Balls enthalten weniger von den versprochenen Früchten als erwartet und bringen viel Verpackung mit.

 

Das steht drauf: Yammbits Fruit Balls Granatapfel-Cassis-Himbeere

Gekauft bei: BIPA

Das war das Problem

Unter der Marke Yammbits werden Fruchtkugeln in unterschiedlichen Sorten verkauft. Eine Konsumentin hatte sich für die Geschmacksrichtung Granatapfel-Cassis-Himbeere entschieden und stellte verwundert fest, dass diese auf der Schauseite der Verpackung angepriesenen und dargestellten Früchte gar nicht die Hauptbestandteile des Produktes sind: „Von den eigentlichen Hauptzutaten, nämlich Datteln, Feigen und Cashewkernen, ist auf der Vorderseite des Produkts keine Rede!“

Das ärgerte die Kundin, denn die auf der Vorderseite ausgelobten Früchte kommen in der Zutatenliste nur zu einem sehr geringen Prozentsatz vor. Granatapfel ist nur mit vier Prozent als Saftkonzentrat enthalten; Cassis, die französische Bezeichnung für schwarze Johannisbeeren, steht in der Zutatenliste nicht als „Cassis“, sondern als „schwarzes Johannisbeersaftkonzentrat“ mit einem Anteil von 4 Prozent. Die Himbeeren kommen als gefriergetrocknete Stückchen gar nur auf 1,5 Prozent. Dagegen machen Datteln mit 40 Prozent den Hauptbestandteil der Fruchtkugeln aus.

Süße aus Früchten ist auch Zucker

Die Auslobung auf der Verpackung der Yammbits Fruit Balls „Nur mit der Süße aus Früchten“ und der Hinweis „Ohne Kristallzucker“ lassen eventuell den Eindruck entstehen, die Fruchtkugeln seien etwas obstartiges und keine zuckerhaltige Nascherei. Inspiziert man die Nährwerttabelle, so zeigt sich, dass natureigene Süße natürlich nicht zuckerfrei bedeutet. In diesem Fall beträgt der Zuckergehalt des Gesamtprodukts satte 50 Prozent, denn getrocknete Früchte wie Datteln und Feigen enthalten viel konzentrierten Zucker. Die beworbenen Zutaten Granatapfel und Cassis sind zudem als Saftkonzentrat enthalten und konzentrierte Säfte sind bekanntermaßen sehr zuckerreich. Die Fruchtkugeln ersetzen also frische Früchte keinesfalls. Frisches Obst enthält viel Wasser und Ballaststoffe, der Zuckeranteil fällt demnach verhältnismäßig geringer aus.

„Voll auf Frucht“ gesetzt?

Wir haben die Kritik der Konsumentin an den Hersteller weitergeleitet. Yammbits begründet die fehlenden Abbildungen von Datteln, Feigen und Cashewkernen auf der Vorderseite der Verpackung damit, dass sie die Basis aller Yammbits-Fruchtkugelsorten seien. Dagegen würden jeweils die geschmacksgebenden Komponenten hervorgehoben. Vergleichsweise sei der Dattelanteil bei den Yammbits Fruit Balls ohnehin eher gering, meint der Produzent, man setze stattdessen „voll auf Frucht“. Aha.

Zu wenig Frucht, zu viel Drumherum

Nicht nur die Enttäuschung über den geringen Anteil der beworbenen Früchte veranlasste die Konsumentin, an uns zu schreiben. Auch der Ärger über das voluminöse Verpackungsdesign für neun Fruchtbällchen war Grund für Kritik: „Die Fruchtkugeln sind in einer Plastiktasse mit jeweils eigener Aussparung, darüber ist noch eine Plastikfolie ... Die Kugeln wirken relativ robust, ob da so viel Verpackung überhaupt notwendig ist?“

Das haben wir auch den Hersteller gefragt. Yammbits verweist in der Stellungnahme darauf, dass die Verpackungsschale aus 80 Prozent recyceltem Material bestehe, wie aus dem Hinweis auf der Rückseite erkennbar sei. Es ist natürlich sehr zu begrüßen, wenn Hersteller zu recycelten Materialien greifen. Dennoch ist es fraglich, ob die Fruit Balls tatsächlich so viel Produktschutz brauchen. Eine materialsparendere Verpackungsvariante wäre eine Überlegung wert.

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