Zurück zum Ursprung Tauernquelle Bio-Mineralwasser

Was heißt da bio?

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KONSUMENT 10/2015 veröffentlicht: 13.08.2015, aktualisiert: 24.09.2015

Inhalt

Was Konsumenten alles versprochen und dann nicht gehalten wird. Diesmal im Lebensmittel-Check: Ein Mineralwasser, das als bio angepriesen wird.

 

Das steht drauf: Zurück zum Ursprung Tauernquelle Bio-Mineralwasser

Gekauft bei: Hofer

Das ist das Problem

„Bio-Mineralwasser gemäß Prüf Nach! Standard“ steht auf der Flasche Zurück zum Ursprung Tauernquelle. „Was bitte, soll denn an Wasser bio sein?“, haben uns schon etliche Leser gefragt. Bislang durften doch ausschließlich Lebensmittel aus biologischer Landwirtschaft als bio bezeichnet werden. Oder?
Nicht ganz. Tatsache ist, dass die Wörter „bio“ oder „öko“ lange Zeit ausschließlich auf solchen Produkten aus ökologischem Landbau stehen durften, die nach den Kriterien der EU-Bioverordnung bzw. noch zusätzlich nach den Kriterien eines Bioanbauverbandes erzeugt wurden.

Wasser ist in der EU-Bioverordnung nicht erfasst, weil natürliches Mineralwasser ein von der Natur hervorgebrachtes Lebensmittel ist, dessen Zusammensetzung sich nicht beeinflussen lässt. Dementsprechend gab es vorerst auch kein Bio-Wasser.

Bezeichnung Bio-Mineralwasser zulässig

Doch vor einigen Jahren wurde die Bezeichnung Bio-Mineralwasser durch den deutschen Bundesgerichtshof als zulässig erklärt. Die Begründung: Dass es in der EU-Bioverordnung keine Vorgaben für Mineralwasser gebe, bedeute nicht, dass die Bezeichnung bio nicht verwendet werden dürfe.

Eigene Zurück zum Ursprung-Kriterien

2009 kam in Deutschland das erste Bio-Mineralwasser auf den Markt. Produzent war die bayerische Brauerei Neumarkter Lammsbräu. Sie hatte ein Biosiegel samt Vergabekriterien selbst entworfen und darin vor allem strengere Grenzwerte für Schadstoffe festgelegt, als sie für Mineralwasser von Rechts wegen gelten. Mittlerweile gibt es bereits ein weiteres Bio-Mineralwasser auf dem deutschen Markt.

In Österreich ist Zurück zum Ursprung Tauernquelle bislang das einzige Bio-Mineralwasser.
Wir fragten bei Hofer nach, welche Kriterien sein Zurück zum Ursprung Bio-Mineralwasser erfüllt. Hofer verwies auf den Prüf Nach! Standard, in dem u.a. strengere Grenzwerte für Schadstoffe als gesetzlich vorgeschrieben festgelegt sind. Wir haben nachgesehen: Die definierten Werte sind natürlich auf das eigene Mineralwasser abgestimmt. Und davon abgesehen – auch andere österreichische natürliche Mineralwässer hätten mit den Zurück zum Ursprung-Kriterien kein Problem! Aber das nur nebenbei.

Acetyldehyd nachgewiesen

Das Bio-Mineralwasser wird in PET-Flaschen verkauft. Ist das Wasser auch frei von Acetaldehyd? Dieser Stoff ist ein Abbauprodukt, das bei der Herstellung bzw. Lagerung von PET-Flaschen entstehen und in den Flascheninhalt übergehen kann. Acetaldehyd riecht und schmeckt fruchtig-aromatisch. In stillem Wasser – also in Wasser ohne Kohlensäure – ist es schon in sehr geringen Mengen (ab Konzentrationen von 10 Mikrogramm/Liter) wahrnehmbar. Aus Kunststoffen dürfen entsprechend den in der EU geltenden Vorschriften maximal 6 Milligramm (6.000 Mikrogramm) Acetaldehyd auf ein Kilo Lebensmittel übergehen. Bis zu diesem Wert werden gesundheitliche Beeinträchtigungen ausgeschlossen, meint das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR).

Wir haben Zurück zum Ursprung Tauernquelle Bio-Mineralwasser auf Acetyldehyd untersucht und sind prompt fündig geworden: Pro Liter Bio-Mineralwasser konnten wir 19 Mikrogramm Acetaldehyd nachweisen. 2009 hatten wir 52 Mineralwässer auf Acetaldehyd getestet; 25 davon waren kohlensäurehältig und in PET-Flaschen abgefüllt (Kohlensäure begünstigt das Herauslösen von Acetaldehyd aus PET-Flaschen). Von diesen 25 Produkten hatten vier einen Acetaldehydgehalt unter der Bestimmungsgrenze (weniger als 5 Mikrogramm/Liter), bei zwei weiteren war der Acetaldehydgehalt geringer als beim Bio-Mineralwasser von Zurück zum Ursprung. Aber: Keines dieser sechs Mineralwässer war als bio ausgelobt!

Nicht weniger Acetaldehyd als in anderen Mineralwässern

Hofer schrieb in seiner Stellungnahme bezüglich Acetaldehyd in seinem Bio-Mineralwasser, dass laut Prüf nach!-Bio-Mineralwasser-Standard „die Gesamtimmigration von Stoffen und die spezifische Migration von Acetaldehyd aus dem Material deutlich geringer sein müsse als gesetzlich vorgeschrieben.“ Was bitte, heißt das genau? Und: „Da Zeit bei der Migration aus dem Flaschenmaterial ein wesentlicher Faktor ist, haben wir das Mindesthaltbarkeitsdatum der „Zurück zum Ursprung“-Tauernquelle um die Hälfte, im Vergleich zu herkömmlichen Mineralwässern, nämlich auf 6 Monate reduziert.“

Für Konsumenten sind diese Aussagen wenig hilfreich. Faktum ist: Sie können trotz verkürzter Mindesthaltbarkeit nicht sicher sein, dass Zurück zum Ursprung Tauernquelle Bio-Mineralwasser weniger Acetaldehyd enthält als Mineralwasser anderer Hersteller.


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Kommentare

  • Leitungswasser - Mineralwasser
    von REDAKTION am 28.10.2015 um 11:20

    Mineralwasser hat seinen Ursprung in einem unterirdischen, vor jeder Verunreinigung geschützten Wasservorkommen und wird aus einer oder mehreren natürlichen oder künstlich erschlossenen Quellen gewonnen. Es muss den chemischen, physikalischen und mikrobiologischen Anforderungen der Mineralwasserverordnung entsprechen. Ebenso sind nur bestimmte Aufbereitungsverfahren erlaubt und die Abfüllung muss in unmittelbarer Nähe des Quellortes erfolgen. Natürliches Mineralwasser muss ein amtliches Anerkennungsverfahrens beim Bundesministerium für Gesundheit durchlaufen, damit es in Verkehr gebracht werden darf.

    Die Anwesenheit von Mineralien ist jedoch kein Kriterium für die Anerkennung als Mineralwasser. Zwar weisen einige Mineralwässer bei bestimmten Mineralstoffen einen hohen Gehalt auf, doch reicht dieser in der Regel nicht aus, um den täglichen Bedarf zu decken. Auch Trinkwasser und das Wiener Hochquellwasser ist eine gute Alternative zu Mineralwasser und hat durchaus seine Vorzüge: Es ist praktisch immer verfügbar und preisgünstig. Trinkwasser enthält natürlicherweise Mineralstoffe. Art und Menge der enthaltenen Stoffe sind abhängig von der Herkunft des jeweiligen Rohwassers. (Die Ergebnisse der Wiener Trinkwasserüberprüfung ist hier einsehbar https://www.wien.gv.at/wienwasser/qualitaet/ergebnis.html). Kochsalz, in Trinkwasser aufgelöst (1,2-1,7 g/l = ca.1/3 TL Kochsalz), sorgt dafür, dass man während sportlicher Betätigung genügend Natrium aufnimmt. Oder man trinkt natriumreiches Mineralwasser (natriumreich bedeutet 600 mg Natrium/l).

    Die in Trinkwasser in der Regel am stärksten vertretenen Mineralstoffe sind übrigens Kalzium und Magnesium. Achtung: Abgestandene, schon länger in den Leitungen befindliches Wasser, sogenanntes Stagnationswasser, kann Verunreinigungen enthalten und sollte daher nicht getrunken werden. Wir empfehlen, das Wasser so lange rinnen zu lassen, bis es gleichmäßig kalt ist.

    Ihr KONSUMENT-Team

  • @Hueher
    von Grouper am 17.10.2015 um 06:34
    Leitungswasser, und speziell hier das Hochquellwasser, ist kaum jemals mit Mineralwasser vergleichbar, da ihm häufig wesentliche Mineralstoffe in ausreichender Menge fehlen. Da Wiener Hochquellwasser sickert viel zu schnell durch den Berg, um genügend Minerale ansammeln zu können. Es eignet sich daher keinesfalls für die Regeneration, wenn man beim Sport oder anderen Gelegenheiten sehr viel geschwitzt hat und dadurch wertvolle Minerale ausgeschieden hat.
  • Tauernquelle Leitwert
    von REDAKTION am 01.10.2015 um 12:14
    Der Leitwert ist die Summe der im Wasser gelösten Stoffe. Er sagt leider nichts über die Qualität eines Mineralwassers aus. Die viel zitierten „Schlacken“, also Rückstände aus dem Stoffwechsel, lassen sich im Körper nicht nachweisen. Was der Körper nicht verwerten kann, wird bei ausreichender Flüssigkeitszufuhr über die Nieren, die Leber und den Darm ausgeschieden. Zusätzlich reinigt sich der Darm selbst, da sich die Darmschleimhaut innerhalb weniger Tage erneuert. Ihr Konsument-Team
  • Mineralwasser Tauernquelle
    von JC am 23.09.2015 um 23:05
    Dieses Mineralwasser hat im Vergleich zu den herkömmlichen Marken die besten Leitwert Daten µS je niedere diese sind umso besser kann das Wasser zur Entschlackung beitragen. Im Preis Leistungsvergleich gibt es nur wenige(2)Marken die im Leitwert besser sind dafür wesentlich teurer. BIO eine allgemeine Bezeichnung die den Wert des Wasser kaum sicherstellt. Der Leitwert sagt mehr aus auch wenn der Inhalt damit unbekannt bleibt nur der geringe Wert zählt. J.Cermak
  • Schade, wenn HOFER solchen Werbeschmarren braucht um den Verkauf anzukurbeln!?
    von Hueher am 17.08.2015 um 18:07
    Ich kaufe nie Wasser aus PET-Flaschen, wozu auch, wir haben in Wien das gute Hochquellwasser aus dem Hahn! Normalerweise hat Hofer gute Qualität, aber dieses "zurück zum Ursprung" Siegel ist nur ein Verkaufsschmäh der Extraklasse um dieses Zeugs teurer zu verkaufen, ich bleibe bei meinem "Ursprung", ich kaufe ohne Qualitätssiegel ein!
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