KONSUMENT.AT - Lebensstil ändern: Plastik reduzieren - Neuer Lebensstil

Lebensstil ändern: Plastik reduzieren

Kommentar von Redakteur M. Stingl

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KONSUMENT 10/2021 veröffentlicht: 23.09.2021

Inhalt

Wer ist bereit zu einer Änderung von Strukturen und Lebensstil sowie einem Kulturwandel? - Ein Kommentar von Markus Stingl.

  • KONSUMENT-Redakteur Markus Stingl (Foto: VKI) Replace/Ersetzen
  • Reuse/Wiederverwenden
  • Rethink/Überdenken
  • Refuse/Streiken
  • Recycle/Mülltrennen
  • Repair/Reparieren

Das sind die 7Rs. Sie klingen einleuchtend und praktikabel. Der springende Punkt ist freilich: Wie viele ­machen mit?

Großer Kraftakt

Wenn man Umwelt- und Klimaschutz radikal zu Ende denkt, dann braucht es einen gesamtgesellschaft­lichen Kraftakt. Nicht mehr und nicht ­weniger. Die Motivierten, die ohnedies mittun, verdienen alles Lob der Welt. Ihr Engagement in allen Ehren. Aber es verpufft, wenn wir nicht in die Breite kommen. Es gilt, alle mitzunehmen auf die Reise. Denn Faktum ist – das hat auch ein Forscherteam in Deutschland vor Kurzem herausgearbeitet –, derartige Prozesse passieren nicht schnell mal übers Wochenende. Bleiben wir bei der Plastikmüll-­Reduktion: Dieses Ziel wird nicht erreicht werden, formuliert die ­Leiterin des Forscherteams spitzzüngig, wenn wir alle Verbraucher dazu auf­fordern, in Zero-Waste-Läden einzukaufen. Es brauche grundlegende Struktur- und Lebensstil­änderungen sowie einen Kulturwandel.

Falsche Selbsteinschätzung?

Wie ist es in Österreich um diesen Wandel bestellt? Einer Umfrage vom Juni 2021 zufolge hält sich die große Mehrheit der Öster­reicherinnen und Österreicher für sehr klimabewusst. Klassischer Fall von falscher Selbsteinschätzung? Man ist geneigt, zu sagen: Ja.

Denn wie passt das damit zusammen, dass unsere kollektiven CO2-­Emissionen steigen und steigen? Dass selbst Bezirkshauptstädte mittlerweile den Autoverkehr nicht mehr ge­managt bekommen, Stau zur Normalität geworden ist, die SUV-Blechlawine rollt und rollt? Dass alle angeblich bio ­kaufen, aber immer noch 9 von 10 Umsatz-Euros im Lebensmitteleinzelhandel mit konven­tionellen Lebensmitteln gemacht werden?

Kein Problembewusstsein

Und dass jeder von uns Leute kennt, die – vornehm ausgedrückt – keinerlei Pro­blembewusstsein erkennen lassen? Diese Menschen können wir nur auf die Reise mitnehmen, indem sich Strukturen im Hintergrund ändern. Ganz viele Teil­nehmer der zuvor erwähnten Umfrage fordern genau das: mehr Gesetze, um Privatper­sonen zu klimafreundlicherem Konsum ­anzuhalten.

Na ja, schau ma mal.

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